Geschlossene Geschäfte: «Corona-Pandemie setzt die Innenstädte weiter unter Druck»

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Geschlossene Geschäfte«Corona-Pandemie setzt die Innenstädte weiter unter Druck»

Der Online-Handel und das Corona-Virus haben in der Altstadt Luzern ihre Spuren hinterlassen. Leere Ladenlokale oder solche, die zur Miete ausgeschrieben sind, stechen ins Auge.

von
Daniela Gigor
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Ein leeres Ladenlokal an der Weggisgasse in Luzern.

Ein leeres Ladenlokal an der Weggisgasse in Luzern.

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Die Vermietung von Ladenflächen sei an vielen Orten in der Schweiz unter Druck.

Die Vermietung von Ladenflächen sei an vielen Orten in der Schweiz unter Druck.

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Die Verkaufsfläche im neuen Gebäude an der Kapellgasse 4 steht zur Vermietung ausgeschrieben.  Der Vermieter sagt: «Die Mieter sind vorsichtiger geworden, wenn es um grosse Flächen geht.»

Die Verkaufsfläche im neuen Gebäude an der Kapellgasse 4 steht zur Vermietung ausgeschrieben. Der Vermieter sagt: «Die Mieter sind vorsichtiger geworden, wenn es um grosse Flächen geht.»

Darum gehts

  • An der Weggisgasse und Kapellgasse stehen Verkaufslokale leer oder sind zur Vermietung ausgeschrieben.
  • Schuld am Ladensterben ist der Online-Handel und die Corona-Pandemie.
  • Potentielle Mieter sind vorsichtiger geworden und die Vermarktung dauert länger.
  • Je mehr Lokale leer stehen, umso mehr steigt der Druck auf die Mietpreise.

In der Luzerner Altstadt ist nichts mehr, wie es war: Etwa an der Weggisgasse und Kapellgasse: Ladenlokale sind leer geräumt, zur Vermietung ausgeschrieben oder es wird auf Totalausverkauf aufmerksam gemacht. Dass vermehrt Verkaufsflächen in der Luzerner Altstadt zur Vermietung ausgeschrieben sind, bestätigt Robert Weinert, Leiter Immo-Monitoring bei Wüest Partner, auf Anfrage: «Ein momentaner Anstieg an Inseraten ist sichtbar.» Dies sei jedoch kein lokales Phänomen. Weinert: «Die Vermietung von Ladenflächen ist an vielen Orten in der Schweiz unter Druck.»

Diese Branche werde nach wie vor vom Online-Handel in Bedrängnis gebracht. Kommt dazu: «Die Corona-Pandemie wird im Besonderen die Innenstädte weiter unter Druck setzen.» Die konkreten Zahlen liegen erst im ersten Quartal 2021 vor. Dennoch sieht Weinert schwierigere Zeiten auf die Vermieter zukommen: «Je mehr Flächen ausgeschrieben werden, desto mehr steigt auch der Druck auf die Mietpreise.» Die Vermarktung von leeren oder gekündigten Ladenflächen daure länger als etwa 2019. Um den Leerstand zu verringern, biete sich die Zwischennutzung an, wie etwa durch Pop-Up-Läden.

Die Nachfrage der potentiellen Mieter hat sich verändert

Speziell in Luzern sei, dass die Stadt ein grosses Klientel an Touristen habe. Es sei aber von Vorteil, wenn die Sortimente der Läden breiter abgestützt sind und nicht nur Touristen angesprochen werden, obwohl dies natürlich für Uhrengeschäfte durchaus Sinn mache. Weinert weiss, welche Lokalitäten gesucht sind: «Mögliche Mieter suchen ihre Lokale in Städten an gut frequentierten Lagen und mit potentiell kaufkräftiger Kundschaft.»

Dass potentielle Mieter für Verkaufsflächen momentan verhaltener agieren, erlebt auch Jérôme Lutz, Senior Development Manager bei Newport in Zug. Er ist für die Vermietung der dreistöckigen Geschäftsfläche im Neubau am Kapellplatz zuständig, die seit Anfang Juni bezugsbereit ist: «Die Mieter sind vorsichtiger geworden, wenn es um grosse Flächen geht.» So hätten etwa verschiedene Einzelhändler ihre Expansionspläne auf Eis gelegt, weil sie zuerst die Auswirkungen der Corona-Pandemie abwarten möchten. Auch Lutz sieht einen Trend: «Gefragt sind kleinere Flächen mit einem kürzeren Mietverhältnis.» Für die Ladenfläche am Kapellplatz seien Gespräche und Verhandlungen im Gange.

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