Chemtrails, Illuminati und 5G - «Corona-Rebellen» organisieren in Zug Verschwörungstheoretiker-Demo
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Chemtrails, Illuminati und 5G«Corona-Rebellen» organisieren in Zug Verschwörungstheoretiker-Demo

Der Verein «Corona-Rebellen» ruft am Samstag zur Kundgebung in der Stadt Zug auf. Bis zu 3000 Teilnehmende werden erwartet.

von
Tino Limacher
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Am Samstag findet in der Stadt Zug eine Verschwörungstheoretiker-Demonstration statt, welche vom Verein «Corona-Rebellen» organisiert wird. Im vergangenen Februar gab es in Zug auch schon eine Corona-Demo (Bild).

Am Samstag findet in der Stadt Zug eine Verschwörungstheoretiker-Demonstration statt, welche vom Verein «Corona-Rebellen» organisiert wird. Im vergangenen Februar gab es in Zug auch schon eine Corona-Demo (Bild).

20min/News-Scout
Die Kundgebung findet auf dem Stierenmarktareal statt.

Die Kundgebung findet auf dem Stierenmarktareal statt.

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Die Veranstalter rechnen mit 3000 Teilnehmenden.

Die Veranstalter rechnen mit 3000 Teilnehmenden.

20min/News-Scout

Darum gehts

  • Am Samstag findet auf dem Stierenmarkt-Areal in der Stadt Zug eine «Verschwörungstheoretiker»-Demonstration statt, welche vom Verein Corona-Rebellen organisiert wird.

  • Die Kundgebung wurde von der Stadt Zug bewilligt.

  • Auffallend ist allerdings, dass es viele Vorträge und sonstige Unterhaltungsbeiträge auf einer grossen Bühne geben wird.

  • Urs Raschle, Sicherheitsvorsteher der Stadt Zug, meint dazu, dass vor allem die Achtung der öffentlichen Sicherheit und das Einhalten der Auflagen entscheidend seien. Ob dabei ein Rapper zwischen den Reden auftritt, sei verkraftbar, so Raschle.

  • Schliesslich sollte nach Raschle die freie Meinungsäusserung innerhalb einer Demokratie stets garantiert sein. Der Inhalt der Kundgebung spielt daher für die Bewilligung keine grosse Rolle, sofern sie nicht rassistisch oder hetzerisch ist.

Es ist keine gewöhnliche Demo, welche der Verein «Corona-Rebellen» am Samstag veranstaltet. So soll eine grosse Bühne mit samt LED-Bildschirm als Podium für Vorträge und Unterhaltungsbeiträge dienen. Wie aus dem Flyer der Veranstalter hervorgeht, werden nicht nur Themen wie 5G, Chemtrails oder Verschwörungstheorien angesprochen, sondern auch Musikerinnen und Musiker und Komiker treten auf. Auch Gabirano, der mit Verschwörungstheorien auf Instagram von sich reden machte, tritt gemäss Flyer in Zug auf. Die Stadt Zug hat den Anlass als Demo und nicht als Event bewilligt. Erwartet werden von den Veranstaltern ungefähr 3000 Teilnehmende.

Keine Option gewesen, die Veranstaltung nicht zu bewilligen

«Die Demonstrations- und Meinungsfreiheit soll immer gewährleistet sein, weil es ein Grundpfeiler unserer Demokratie ist. Solange die Sicherheit und andere gesetzliche Vorgaben gegeben sind, gibt es auch keinen Grund, eine politische Kundgebung zu verbieten. Der Inhalt der Veranstaltung spielt dabei keine grosse Rolle», sagt Urs Raschle, Sicherheitsvorsteher der Stadt Zug. Laut ihm muss es gute Gründe geben, einer Demo die Bewilligung nicht zu erteilen. «Eine Kundgebung darf nicht rassistisch respektive hetzerisch sein oder die öffentliche Sicherheit gefährden.»

Beim Anlass vom Samstag hat Raschle aber keine Bedenken, dass die Organisatoren die Vorgaben missachten. «Wir haben mit den Organisatoren aktiv das Gespräch gesucht und sind die Auflagen gemeinsam durchgegangen. Wir haben von unserer Seite klar gesagt, was möglich ist und was nicht.» Laut Raschle kam diese proaktive Zuwendung seitens der Stadt Zug bei den Organisatoren sehr gut an. Dass es zu Gegendemos kommen wird, kann auch Raschle nicht völlig ausschliessen.

Trotz Unterhaltungsbeiträge kein «Event»

Die Frage bleibt aber, weshalb man die Veranstaltung nicht als Event klassifiziert hat. Laut Raschle hätten die Organisatoren ursprünglich auch Bands auftreten lassen wollen. «Es ist immer ein Spagat. Aber wenn ich mich zurück erinnere, was die Organisatoren ursprünglich geplant hatten, und jetzt das Resultat sehe, kann ich mit gutem Gewissen hinter der Entscheidung stehen, den Anlass als politische Kundgebung zu bewilligen», sagt er. Raschle ist sich aber bewusst, dass der Anlass im Sinne einer politischen Kundgebung im Graubereich liegt, sagt er. Er betont aber, dass vor allem die öffentliche Sicherheit im Vordergrund stehe. Zwischenfälle dürfe es keine geben. «Ob dabei ein Rapper zwischen den Reden auftritt, ist daher verkraftbar», so Raschle.

Wäre der Anlass zudem als Event geplant gewesen, hätten die Veranstalter das 3G-Prinzip beziehungsweise Zertifikats- und Maskenpflicht einhalten müssen. Da es sich aber um eine politische Kundgebung handelt, ist der Anlass von diesen Regelungen nicht betroffen, da sonst nicht jeder teilnehmen könnte und somit das Recht auf freie Meinungsäusserung nicht gewährleistet wäre. Die Zuger Polizei teilte auf Anfrage mit, dass sie von der politischen Kundgebung Kenntnis habe und die Einsatzplanung im Gange sei. Die Situation werde zudem laufend analysiert.

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