Polizei löst Flashmob beim Sechseläutenplatz auf

Am Samstag musste die Polizei in Zürich eine Kundgebung auf dem Sechseläutenplatz verhindern.

Die Situation in Zürich am Samstag, 23. Mai.

Samstag, 30.5.2020

Polizeieinsatz auf dem Sechseläutenplatz

Aufgrund von Aufrufen zu einer Kundgebung gegen die COVID-Massnahmen des Bundesrates war die Stadtpolizei Zürich am Samstagnachmittag auf dem Sechseläutenplatz präsent. Mit aktiven Ansprachen sei eine eigentliche Kundgebung verhindert worden.

Gegen 14.30 Uhr führten mehrere Dutzend Personen einen «Flashmob» durch. Dabei wurde ab Band der Schweizer Psalm abgespielt und die Bundesverfassung in die Höhe gestreckt. Daraufhin erfolgte eine Abmahnung durch die Polizei, was eine leichte Abwanderung zur Folge hatte. Im Verlaufe des Einsatzes wurde zudem festgestellt, dass Zettel verteilt wurden, mit der mutmasslichen Aufforderung an einer elektronischen Unterschriftensammlung teilzunehmen. Auch diese Aktion wurde aktiv unterbunden. Gegen 16 Uhr wurde der Polizeieinsatz schliesslich beendet. Es mussten keine Personen gebüsst oder verzeigt werden.

Samstag, 23.5.2020

Polizei löst Demonstration in Zürich auf

Auf dem Sechseläutenplatz ist es am Samstagnachmittag erneut zu Demonstrationen von Corona-Gegnern gekommen. Diese haben sich laut Polizei über Social Media organisiert. Die Stadt Polizei Zürich löste die Gruppen von mehr als fünf Personen auf. Es soll Verzeigungen gegeben haben.

Weniger Demonstranten als letzte Woche

«Das Wetter war heute der beste Polizist», so Peter Sahli, Mediensprecher von der Stadt Polizei Zürich. Demnach seien diesen Samstag weniger Personen am Demonstrieren gewesen, als es noch letzten Samstag der Fall war.

Auf Twitter forderte die Stadt Polizei die Demonstranten vorgängig dazu auf, das Areal zu räumen. Da die Personen sich nicht an die Anweisungen per Lautsprecher hielten, griff die Stadt Polizei ein, wie sie in einem Twitter-Beitrag schreibt.

Demonstranten geben nicht auf

Einige der Demonstranten seien dann vom Sechseläutenplatz weiter in Richtung Stadthausquai gezogen.

Polizei sperrt Bundesplatz

Auch heute sind einige Corona-Demonstranten unterwegs. Die Kantonspolizei hat den Bundesplatz vorsorglich abgesperrt, wie sie auf Twitter mitteilt. Erste Menschen wurden angesprochen und weggewiesen.

«Wir haben zwar die leise Hoffnung, dass Rücksicht genommen und auf eine verboten Demo verzichtet wird, nach den Erfahrungen der letzten Wochen sind wir aber trotzdem verstärkt präsent», schreibt die Polizei weiter.

Samstag, 16.5.2020

Rechtsextremer abgeführt

Auch der rechtsextreme Politiker Ignaz Bearth war am Samstagnachmittag in Bern unterwegs. Er gab sich als freier Journalist aus und war gerade daran, einen Mann im Rollstuhl zu interviewen und diesen zu filmen, als ihn mehrere Polizisten ergriffen und vom Bundesplatz abführten. Bearth filmte die Szene mit und stellte das Video wenige Minuten später online.

Zürich

Wie schon vor einer Woche, haben auch am Samstag wieder rund hundert Menschen auf dem Zürcher Sechseläutenplatz gegen die Corona-Massnahmen des Bundes demonstriert. Die Stadtpolizei griff jedoch konsequenter durch. 53 Personen wurden wegen Verstosses gegen die Covid-Verordnung kontrolliert und weggewiesen.

Die Lockdown-Gegner forderten unter anderem die Aufhebung der Notstandsmassnahmen. Ansammlungen von mehr als fünf Personen sind laut der geltenden Covid-19-Verordnung nicht erlaubt. Die Stadtpolizei ging konsequent gegen Verstösse vor, wie ein Polizei-Sprecher sagte.

Auch in Winterthur löste die Stadtpolizei mehrere kleinere Versammlungen von Personen auf, die gegen die Covid-19-Verordnung verstiessen. Uneinsichtige, die sich trotz Aufforderung nicht an die Schutzmassnahmen hielten, wurden kontrolliert, verzeigt und weggewiesen, wie die Stadtpolizei Winterthur mitteilte. Ein Mann, der sich partout nicht an die polizeilichen Anweisungen halten wollte, wurde vorläufig festgenommen.

Kundgebung in Basel

In Basel haben sich am Samstagnachmittag rund 120 Gegnerinnen und Gegner der Pandemie-Massnahmen vor dem Rathaus versammelt. Die Demonstranten zogen dann auf den Münsterplatz weiter, wo die Kundgebung nach einer knappen Stunde von der Polizei aufgelöst wurde.

Wie das Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt später in einer Medienmitteilung schreibt, wurden bei der unbewilligten Kundgebung 46 Personen einer Kontrolle unterzogen und unter anderem wegen Verstosses gegen die Covid-19-Verordnung verzeigt.

Die Kundgebungsteilnehmer, darunter viele ältere, aber auch junge Menschen, trugen Schilder mit Aufschriften wie «Freiheit für freie Bürger» oder «Gates go home» und sangen zum Teil kirchliche Lieder.

Der Einsatzleiter der Polizei forderte die Demonstrierenden mehrere Male auf, die Strasse für die ungleich zahlreicher anwesenden Einkaufspassanten freizugeben. Die Demonstrantinnen und Demonstranten zogen nach einer halben Stunde durch die mit Passanten prall gefüllte Freie Strasse bis zum Münsterplatz. Auf dem leeren Platz versammelten sie sich mit angemessenem Abstand erneut.

Kurz vor 15 Uhr begann die Polizei mit den zuvor angekündigten Personenkontrollen. Damit löste sich die Kundgebung auf, ohne dass es zu Eskalationen kam, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor Ort beobachtete.

Die Basler Polizei und der Basler Justiz- und Sicherheitsdirektor Baschi Dürr (FDP) waren in den letzten Tagen mehrmals von Politikern aus dem, bürgerlichen und rechten Lager scharf für ihre Untätigkeit kritisiert worden. Die Kritik bezog sich vor allem auf den 1. Mai, als die Polizei eine unbewilligte Kundgebung durch die Stadt hatte ziehen lassen.

Bern

In der Stadt Bern hat die Polizei am Samstag Mahnwachen oder Kundgebungsversuche von Lockdown-Gegnern konsequent unterbunden. Sowohl beim Bundesplatz als auch auf der Allmend wies die Polizei alle Leute weg, welche sich versammeln wollten.

Wer der Aufforderung der Polizei nicht nachkam, die Örtlichkeiten zu verlassen, wurde angezeigt. Wie der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause am Nachmittag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bekanntgab, müssen etwa hundert Personen mit einer Anzeige rechnen.

In der Umgebung des Bundesplatzes hielten sich Anfang des Nachmittags schätzungsweise 200 bis 300 Gegner der Corona-Pandemiemassnahmen des Bundesrates auf. Den Platz hatte die Polizei kurz nach Ende des samstäglichen Wochenmarktes mit Gittern abgesperrt und kontrollierte ihn in der Folge mit einem grösseren Aufgebot. Der Platz war also nicht zugänglich.

Ein paar wenige mutmasslich Kundgebungswillige trug die Polizei in der Umgebung des Bundesplatzes zur Personenkontrolle weg; die meisten folgten den Polizisten aber ohne Widerstand.

Auch zur Berner Allmend fuhren schätzungsweise etwa 50 mutmassliche Lockdown-Gegner. Dort erwartete sie ebenfalls ein grösseres Polizeiaufgebot. Ein bekannter Lockdown-Gegner hatte im Verlauf der Woche bekanntgegeben, er verlege seine Mahnwache vom Bundesplatz auf die Allmend.

Bei der Tramhaltestelle Gusianplatz kesselte die Polizei etwa zwanzig Personen ein, nachdem diese der Aufforderung nicht nachgekommen waren, die Örtlichkeiten zu verlassen. Per Lautsprecher hatte die Polizei vorher die Leute aufgerufen, den Platz vor den Berner Expo-Hallen zu verlassen.

Etwas später stoppte die Polizei auf der Kornhausbrücke Personen, die ihren Angaben zufolge vom Guisanplatz in die Innenstadt zogen. Wegen dieser Personenkontrollen kam es zu Unterbrechungen auf der Tramline 9.

Polizei greift durch

Vor dem Berner Bundesplatz verweigerte ein Demonstrant die Polizeikontrolle. Die Beamten griffen durch und transportierten den Mann ab. (Video: miw)

Bern Bundesplatz

Den Bundesplatz hat die Polizei abgesperrt. Vor den Barrikaden versammeln sich einzelne Demonstranten.

Zürich

Die Zürcher Polizei führt einen Demonstranten ab. (Video: BRK News)

Allmend Bern

Auf der Berner Allmend versuchen es einige Demonstranten mit einer Charme-Offensive bei den Polizisten.

Sechseläutenplatz

In Zürich hat die Polizei damit begonnen, den Sechseläutenplatz zu räumen, wie ein Reporter von BRK News vor Ort sagt. Erste Personen wurden nun festgenommen. Zuvor hatte die Polizei die anwesenden Demonstranten aufgefordert, den Platz zu verlassen.

Zürich

Auch in Zürich weist die Polizei die anwesenden Demonstranten «noch einmal» darauf hin, den Platz zu verlassen.

Anti-Corona-Demo auf dem Sechseläutenplatz

In Zürich fand auf dem Sechseläutenplatz eine Anti-Corona-Demo statt. (Video: BRK News)

Polizei

Die Polizei äussert sich auf Twitter zur aktuellen Situation:

Expogelände

Trotzdem versammeln sich auf der Allmend langsam einige Demonstranten. Die Abstandsregeln werden offensichtlich nicht eingehalten.

Kontrollen

Die Polizei führt rigoros Kontrollen durch.

Expogelände

Das Expogelände beim Guisanplatz hat die Polizei abgesperrt.

Ruth Dürrenmatt

Auch die Tochter von Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt, Ruth Dürrenmatt (68), ist auf die Allmend zur Demo gekommen. Die Polizei hat sie angehalten und ihren Ausweis kontrolliert. «Wahrscheinlich geben sie mir wieder eine Busse», sagt sie. Auf Nachfrage präzisiert sie, eine solche sei ihr nach der Teilnahme an der Demo letzte Woche nur angedroht worden. «Das ist doch ungerecht, ich habe ein Recht, zu demonstrieren.» Sie hofft, dass sich möglichst viele auf der Allmend versammeln, trotz Polizeiaufgebot. «Je mehr Leute aufstehen, desto besser.» Für Dürrenmatt ist die Corona-Politik des Bundesrats «Freiheitsberaubung». Sie sagt: «Jedes Jahr sterben Menschen an der Grippe».

Einzelnze Gruppen

Nun trudeln auf der Allmend einzelne Gruppen ein, der Polizei gegenüber geben sie sich unwissend.

331 Kommentare
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Schönwetter

17.05.2020, 07:27

Wir haben eine Teillockerung erhalten! Es sind wir alle dafür verantwortlich, dass es langsam besser wird! Sicher mit keinen Demos und nicht einhalten der Vorgaben. Der gross Teil der Bevölkerung hält sich daran und darf im schlimmsten Fall wegen solchen Egoisten ( Idioten) wieder den Kopf hinhalten und in den nächsten Lockdown fallen, welcher noch schlimmer wird

Schönwetter

17.05.2020, 07:12

Warum begriffen diese Leute nicht was sie machen? Wir haben eine Teillockerung bekommen. Wenn dies nicht klappt mit diesen Egoisten, gibt es nicht nur 1 Schritt zurück sondern 2!!! Helft doch endlich mit, nicht mit Demos! Haltet euch an die Vorgaben. Ist doch doof

ganchopancho

17.05.2020, 04:59

Es fehlt an Mut und Durchsetzungsvermögen der Politiker , ohne hartes Durchgreifen dieser Terroristen wirds ungemütlich.