Besserverdiener haben mehr Homeoffice – Corona schlägt vor allem den Jungen besonders aufs Gemüt
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Besserverdiener haben mehr HomeofficeCorona schlägt vor allem den Jungen besonders aufs Gemüt

Neue Zahlen des Bundesamts für Statistik zur Corona-Pandemie zeigen: Besonders junge Personen wurden durch Corona unglücklicher, während vom Homeoffice-Angebot vor allem die besser verdienenden Arbeitnehmer profitierten.

von
Benedikt Hollenstein
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Über die Hälfte der 16- bis 24-Jährigen gibt an, dass die Corona-Pandemie ihre Stimmungslage verschlechtert hat.

Über die Hälfte der 16- bis 24-Jährigen gibt an, dass die Corona-Pandemie ihre Stimmungslage verschlechtert hat.

imago
Während der Pandemie erhielten fast drei Viertel der Personen mit höherem Einkommen die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten.

Während der Pandemie erhielten fast drei Viertel der Personen mit höherem Einkommen die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten.

20min/Raphael Knecht
Auch ein Grossteil der Arbeitnehmenden mit einem abgeschlossenem Studium durften immer oder zumindest teilweise im Homeoffice arbeiten.

Auch ein Grossteil der Arbeitnehmenden mit einem abgeschlossenem Studium durften immer oder zumindest teilweise im Homeoffice arbeiten.

20min/Michael Scherrer

Darum gehts

  • Neuste Zahlen des Bundesamtes für Statistik zeigen, dass sich bei jungen Erwachsenen die Stimmungslage während Corona verschlechtert hat.

  • Während viele Personen im oberen Lohnsektor im Homeoffice arbeiten konnten, stand diese Möglichkeit vielen ausländischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern nicht zur Verfügung.

  • Bei Bewohnerinnen und Bewohnern von ländlichen Gebieten hatte die Pandemie weniger negative Auswirkungen auf die Stimmungslage.

Zwischen den verschiedenen Alters- und Einkommensgruppen gibt es massive Unterschiede. Dies zeigen die neusten Zahlen des Bundesamts für Statistik zu den Lebensbedingungen in der Schweiz während der Corona-Pandemie.

In der ersten Hälfte des Jahres 2021 lebten 20 Prozent der Bevölkerung in einem Haushalt, dessen Einkommen nach eigener Einschätzung im letzten Jahr gesunken ist. Über die Hälfte der Betroffenen sieht als Grund die Corona-Pandemie, besonders Angestellte im Gastgewerbe und ausländische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger sind betroffen. Einen geringeren Einfluss scheint das Virus in den Bereichen öffentliche Verwaltung und Bildung zu haben, wo nur gut sechs Prozent der Beschäftigten angaben, wegen Corona weniger zu verdienen.

Im Kontrast dazu ist seit 2019 der Anteil der Personen, die mit ihrem Einkommen leicht oder sehr leicht über die Runden kommen, um knapp zehn Prozent angestiegen. Das Bundesamt für Statistik sieht dafür nebst einem allgemeinen Rückgang des Konsums auch häufige Verzichte auf Freizeitaktivitäten als Grund.

Studierte arbeiten eher im Homeoffice

Im Bezug auf ihre Stimmungslage gaben über 40 Prozent der Befragten an, dass sich ihre Stimmung durch die Corona-Pandemie verschlechtert habe. Besonders stark aufs Gemüt geschlagen hat die Pandemie vor allem den 16- bis 24-Jährigen, Personen mit einem abgeschlossenem Studium und Arbeitnehmenden mit einem überdurchschnittlich hohen Einkommen. Weniger betroffen scheint dagegen die Bevölkerung von dünn besiedelten Gebieten und der Grossteil der über 65-Jährigen zu sein.

Anteil der Personen ab 16 Jahren, deren Stimmung sich in den letzten zwölf Monate aufgrund von Corona verschlechterte. 

Anteil der Personen ab 16 Jahren, deren Stimmung sich in den letzten zwölf Monate aufgrund von Corona verschlechterte.

Screenshot/Bundesamt für Statistik

Auch beim Thema Homeoffice zeigen sich grosse Unterschiede zwischen den verschiedenen Bevölkerungsschichten. Gemäss Bundesamt für Statistik konnte seit Beginn der Pandemie knapp die Hälfte der Erwerbstätigen immer oder zumindest zeitweise im Homeoffice arbeiten. Besonders gross ist der Homeoffice-Anteil bei Leuten mit einem abgeschlossenen Studium (67,7 %) und Personen mit überdurchschnittlich hohem Einkommen (72,3 %). Im Gegensatz dazu konnte gerade mal knapp ein Drittel der Personen mit niedrigem Einkommen von zuhause aus arbeiten, bei Personen ohne ausserschulische Ausbildung liegt der Wert mit 16,6 Prozent noch tiefer.

Gute Neuigkeiten vermeldet das Bundesamt für Statistik im Bereich der Arbeitsplatzsicherheit. Während die Bevölkerung das Risiko, den Arbeitsplatz zu verlieren, immer noch höher einschätzt als vor der Pandemie, zeichnet sich seit dem Teil-Lockdown eine Entspannung ab. Das Vertrauen der Bevölkerung in das politische System, welches zu Beginn der Pandemie von 47,5 Prozent auf 54 Prozent anstieg, flachte im ersten Halbjahr 2021 wieder ab, bleibt aber weiterhin höher als vor der Pandemie.

Wurdest du oder jemand, den du kennst, von Corona auch besonders hart getroffen?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Kinderseele Schweiz, Beratung für psychisch belastete Eltern und ihre Angehörigen

Verein Postpartale Depression, Tel. 044 720 25 55

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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