Luzern - Corona-Skeptiker darf definitiv nicht mehr als Arzt arbeiten
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LuzernCorona-Skeptiker darf definitiv nicht mehr als Arzt arbeiten

Die Luzerner Behörden haben einem Arzt und Corona-Kritiker die Berufserlaubnis entzogen. Unter anderem «Schreckung der Bevölkerung» wurde ihm vorgeworfen. Gegen den Entscheid hatte sich der Arzt gewehrt. Doch jetzt weist das Luzerner Kantonsgericht seine Beschwerde ab.

von
Martin Messmer
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Der Arzt, der jetzt nicht mehr praktizieren darf, bei einer Corona-Demo in Altdorf.

Der Arzt, der jetzt nicht mehr praktizieren darf, bei einer Corona-Demo in Altdorf.

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Ihm wurde Ende Februar die Bewilligung vorsorglich entzogen. Nun hat das Luzerner Kantonsgericht seine Beschwerde abgewiesen. Es begründet: «Das Kantonsgericht geht in seinem Urteil vom 12. April 2021 davon aus, dass der Beschwerdeführer mit dem Verstoss gegen die Hygienemassnahmen die Gesundheit seiner Klientinnen und Klienten gefährdet hat.»

Ihm wurde Ende Februar die Bewilligung vorsorglich entzogen. Nun hat das Luzerner Kantonsgericht seine Beschwerde abgewiesen. Es begründet: «Das Kantonsgericht geht in seinem Urteil vom 12. April 2021 davon aus, dass der Beschwerdeführer mit dem Verstoss gegen die Hygienemassnahmen die Gesundheit seiner Klientinnen und Klienten gefährdet hat.»

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Nachdem dem Ebikoner Arzt und Corona-Kritiker die Berufserlaubnis vorsorglich entzogen wurde, haben Anfang März rund 300 Personen in Luzern für den Arzt illegal demonstriert.

Nachdem dem Ebikoner Arzt und Corona-Kritiker die Berufserlaubnis vorsorglich entzogen wurde, haben Anfang März rund 300 Personen in Luzern für den Arzt illegal demonstriert.

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Darum gehts

  • Ende Februar haben die Luzerner Behörden einem Arzt die Bewilligung vorsorglich entzogen.

  • Jetzt hat das Luzerner Kantonsgericht eine Beschwerde gegen den vorsorglichen Entzug der Berufsausübungsbewilligung abgewiesen.

  • «Das Kantonsgericht geht in seinem Urteil vom 12. April 2021 davon aus, dass der Beschwerdeführer mit dem Verstoss gegen die Hygienemassnahmen die Gesundheit seiner Klientinnen und Klienten gefährdet hat», begründet das Gericht

  • Der Arzt hatte sich unter anderem gegen die Maskenpflicht ausgesprochen und ohne Maske praktiziert.

  • Er trat auch als Redner bei Corona-Demos auf.

Der Arzt aus Ebikon ist schon lange als Corona-Skeptiker bekannt. Angefangen hat es im September 2020, als bekannt wurde, dass seine Praxis in Ebikon geschlossen war, weil sein Personal gekündigt hatte. Dieses konnte nichts damit anfangen, dass der Arzt die Corona-Massnahmen der Behörden kritisierte. Der Arzt hat sich auch gegen die Maskenpflicht ausgesprochen und ohne Maske praktiziert. Und er soll Maskendispensen ausgestellt haben, ohne Patienten zuvor persönlich gesehen zu haben. Zu 20 Minuten sagte er im September, dass die Leute «durch sämtliche der verordneten Massnahmen, um das Virus einzudämmen, geschädigt werden». Auch Social Distancing hält er für unnötig, sagte er damals. Er trat zudem als Redner auf bei Corona-Demos. Im Nachgang hatte die Gemeinde Ebikon auch den Vertrag mit dem Arzt gekündigt, der auch im Altersheim in Ebikon tätig gewesen war.

«Hat die Gesundheit seiner Klienten gefährdet»

Ende Februar 2021 dann haben die Luzerner Behörden die Berufserlaubnis des Arztes vorsorglich entzogen. Ihm wurde etwa «Schreckung der Bevölkerung» vorgeworfen. Gegen die Massnahme hat der Arzt Beschwerde eingereicht. Nun wurde bekannt: Seine Beschwerde gegen den vorsorglichen Entzug der Berufsausübungsbewilligung wurde abgewiesen. Das teilte das Luzerner Kantonsgericht am Mittwoch mit. «Das Kantonsgericht geht in seinem Urteil vom 12. April 2021 davon aus, dass der Beschwerdeführer mit dem Verstoss gegen die Hygienemassnahmen die Gesundheit seiner Klientinnen und Klienten gefährdet hat», begründet das Gericht. Das Urteil des Kantonsgerichts ist nicht rechtskräftig. Es kann beim Bundesgericht angefochten werden.

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Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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