Drohungen gegen Gesundheitsdirektor : Corona-Skeptiker wollen Schnegg auf dem «Scheiterhaufen» sehen
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Drohungen gegen Gesundheitsdirektor Corona-Skeptiker wollen Schnegg auf dem «Scheiterhaufen» sehen

Regierungspräsident Pierre Alain Schnegg sah sich in den letzten Wochen vermehrt mit Drohungen von Corona-Skeptikern konfrontiert. Nicht nur er muss als Zielscheibe herhalten.

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Zielscheibe der Corona-Skeptiker: Der kantonalbernische Gesundheitsdirektor Pierre-Alain Schnegg.

Zielscheibe der Corona-Skeptiker: Der kantonalbernische Gesundheitsdirektor Pierre-Alain Schnegg.

Franziska Scheidegger
«Wir könnten dem Herrn und seiner netten Frau mal einen Besuch abstatten», schreibt ein User auf Telegram.

«Wir könnten dem Herrn und seiner netten Frau mal einen Besuch abstatten», schreibt ein User auf Telegram.

Franziska Scheidegger
Aggressionen gegen Politiker und Behördenvertreter häuften sich in den letzten Wochen. So verfolgte der Berner Gemeinderatskandidat Stefan Theiler die Kantonsärztin Linda Nartey im Dunkeln quer durch die Stadt und griff sie wegen ihren Aussagen zur Corona-Pandemie verbal an.

Aggressionen gegen Politiker und Behördenvertreter häuften sich in den letzten Wochen. So verfolgte der Berner Gemeinderatskandidat Stefan Theiler die Kantonsärztin Linda Nartey im Dunkeln quer durch die Stadt und griff sie wegen ihren Aussagen zur Corona-Pandemie verbal an.

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Darum gehts

  • Der Berner Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg hat in jüngster Zeit vermehrt Drohungen von Corona-Skeptikern erhalten.

  • Auch auf dem Messengerdienst Telegram wird gegen ihn gewettert.

  • Aggressionen gegen Politiker und Behördenvertreter häuften sich in den letzten Wochen.

Der Berner Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg wurde in jüngster Zeit vermehrt zur Zielscheibe von Corona-Skeptikern. «Herr Schnegg hat mehrere Drohungen erhalten», sagte Gundekar Giebel, Sprecher der kantonalen Gesundheitsdirektion, gegenüber der «Berner Zeitung». Ob sich auch Morddrohungen darunter waren, wollte Giebel nicht kommentieren. Jedoch seien die Angriffe «verhältnismässig heftig» gewesen. Auch handle es sich «nicht nur um Einzelfälle».

Chatverläufe auf Telegram, die der Zeitung vorliegen, zeugen ebenso von der Wut gegen den SVP-Regierungsrat. «Er ist für unzählige Konkurse und die Auslöschung von Existenzen verantwortlich», wettert eine Userin. Sogar Schneggs Wohnort inklusive Satellitenfotos werden auf der Plattform verbreitet. «Wir könnten dem Herrn und seiner netten Frau mal einen Besuch abstatten», heisst es dazu.

Doch damit nicht genug: Diskutiert werden auch mögliche Strafen, mit denen Regierungspräsident Schnegg wegen der vermeintlich übertriebenen Covid-Massnahmen belegt werden soll. Diese reichen vom Gerichtsprozess bis zum Gefängnis. Jemand findet sogar: «Bleibt wohl nur der Scheiterhaufen.»

Verfolgungen, Substanzen, Morddrohungen

Aggressionen von Corona-Skeptikern gegen Politiker und Behördenvertreter häuften sich in den letzten Wochen. So verfolgte der Berner Gemeinderatskandidat Stefan Theiler die Kantonsärztin Linda Nartey im Dunkeln quer durch die Stadt und griff sie wegen ihren Aussagen zur Corona-Pandemie verbal an. Die Aktion liess er filmen und stellte das Video ins Netz. Bei der Walliser Staatskanzlei ging ein Corona-Beschwerdebrief mit einer unbekannten Substanz ein, woraufhin das Gebäude evakuiert werden musste. Morddrohungen wurden gegen Bundesrat Alain Berset gerichtet.

«Die steigende Gewaltbereitschaft der Corona-Leugner-Szene beschäftigt uns stark», liess sich das Bundesamt für Polizei (Fedpol) Anfang November im «SonntagsBlick» zitieren. Die Entwicklung sei «besorgniserregend».

(sul)

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