Elisabeth Vetsch aus Au SG – Corona-Skeptikerin mit Covid-19 im Spital – auf Intensivpflege verzichtet sie
Aktualisiert

Elisabeth Vetsch aus Au SG Corona-Skeptikerin mit Covid-19 im Spital – auf Intensivpflege verzichtet sie

Die Massnahmen-Kritikerin Elisabeth Vetsch ist in der Skeptiker-Szene sehr bekannt. Nun hat sie sich ausgerechnet auf einer Corona-Demo mit Covid-19 angesteckt. Sie liegt schwer krank im Spital.

von
Karin Leuthold
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Elisabeth Vetsch liegt seit Ende November 2021 im Spital. Die Corona-Skeptikerin war zuvor auf einer Corona-Demo an Covid-19 erkrankt.

Elisabeth Vetsch liegt seit Ende November 2021 im Spital. Die Corona-Skeptikerin war zuvor auf einer Corona-Demo an Covid-19 erkrankt.

Screenshot Youtube/Kuriosum TV
Auch ihr Mann Guido liegt schwer krank im Spital.

Auch ihr Mann Guido liegt schwer krank im Spital.

Screenshot Youtube/Kuriosum TV
Beide verzichten jedoch auf Intensivpflege, wie ihre Tochter dem Portal «Rheintal24» verriet.

Beide verzichten jedoch auf Intensivpflege, wie ihre Tochter dem Portal «Rheintal24» verriet.

Screenshot Youtube/Kuriosum TV

Darum gehts

Auf jeder Massnahmen-Demo lief sie mit, eine Maske trug sie nie: Seit nun mehreren Tagen liegt Elisabeth Vetsch aus Au SG mit Covid-19 im Spital. Paradox: Die 75-Jährige steckte sich ausgerechnet auf einer Corona-Skeptiker-Demo an. Wie ihre Tochter B. G. dem Nachrichtenportal Rheintal24 mitteilt, verzichte Vetsch im Spital allerdings auf Intensivpflege.

Ihre Mutter wie auch ihr Mann Guido hätten «mit ernstzunehmenden gesundheitlichen Schwierigkeiten zu kämpfen». Elisabeth Vetsch sei davon überzeugt gewesen, dass die Impfung «Humbug» sei, so B. G. «Wie meine Mutter nun am eigenen Leib erfahren muss, ist dem nicht so. Sie musste einsehen, dass Corona real ist und sie mit einer Impfung unter Umständen besser geschützt gewesen wäre.»

Vetsch' Mann musste vergangenen Sonntag von einem Nachbarn eingeliefert werden, nachdem ihn die Frau tagelang zuhause mit homöopathischen Mitteln behandelt hatte. Auch er verzichtet auf eine Behandlung auf der Intensivstation, so B. G. Den Fall der beiden nimmt die Tochter zum Anlass, Anhänger und Anhängerinnen ihrer Mutter «wachzurütteln». Sie selbst arbeitet im Pflegebereich. Ihr Appell: «Darum bitte ich alle, schützt andere, aber schützt vor allem euch selbst.»

«Warum hat der Bund Intensivbetten und Personal abgebaut?»

Elisabeth Vetsch sorgte bereits im September für Aufmerksamkeit, als sie einen offenen Brief an den Bundesrat, Regierungsrätinnen oder Gemeindepräsidenten schickte. Ihr Schreiben wurde Zigtausende Male angeklickt und besonders von jungen Menschen auf Facebook und Instagram geteilt.

In einem Interview mit «Rheintal24» erklärte sie später, dass sie und ihr Mann «zivilen Widerstand» leisteten. Unter anderem trugen die beiden absichtlich niemals Masken - oder «Gesichtslappen» – wie Vetsch sie nannte. Die Corona-Rebellin und ihr Gatte hielten nichts von der Impfung. Die 3G-Zertifkatspflicht bezeichnete Vetsch als «perfiden Impfdruck» – sie befürchtete, dass ein indirekter Impfzwang komme.

Die überfüllten Intensivstationen bagatellisierte sie: «Wenn so viele angebliche Corona-Neuerkrankungen zu erwarten waren, wieso hat man dann die Intensivbetten um die Hälfte abgebaut, warum wurde das Personal um die Hälfte abgebaut? Es hätte doch genug Zeit bestanden, die Spitalsituation zu verbessern. Aber in der Zeit einer angeblich tödlichen Pandemie hat man Kapazität abgebaut*», sagte sie im Sommer.

Dass es Todesopfer gibt, leugnete Vetsch im Interview nicht. Jedoch: «Ich habe mir das prozentual angeschaut. Eine völlig normale Krankheit. Auch an der Grippe sterben die alten Leute. Es ist einfach Blödsinn, was wegen eines verschwindend geringen Teils an Toten von uns Bürger für sinnlose Massnahmen gefordert werden und Einschränkungen unserer Freiheit eingeführt wurden.»

* Anmerkung der Redaktion vom 6. Dezember 2021: Die Aussage von Elisabeth Vetsch bezüglich eines Abbaus von Intensivplätzen stimmt nicht. Der koordinierte Sanitätsdienst der Armee (KSD) – für die Koordination der Intensivpflegeplätze zuständig – erklärte im letzten Sommer, dass Reservekapazitäten nach und nach wieder abgebaut worden, sobald sie nicht mehr gebraucht worden seien. Werden jedoch Plätze wieder gebraucht, könnten improvisierte Intensivbehandlungsplätze wieder aufgebaut und betrieben werden.

Wie viele Patienten und Patientinnen verzichten auf Intensivpflege?

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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