Aktualisiert 12.03.2020 10:01

Unnütze Tipps

Corona-«Tipps» auf Whatsapp sind «Blödsinn»

Auf Whatsapp kursiert eine Nachricht mit Tipps zur Erkennung und Vorbeugung des Coronavirus. Laut Experten bringen sie nichts.

von
dgr
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Diese Whatsapp-Nachricht macht derzeit die Runde. Sie verspricht einfache Möglichkeiten, sich gegen das Coronavirus zu wappnen und herauszufinden, ob man sich angesteckt hat. Laut einem Experten ist an den Tipps aber nichts dran.

Diese Whatsapp-Nachricht macht derzeit die Runde. Sie verspricht einfache Möglichkeiten, sich gegen das Coronavirus zu wappnen und herauszufinden, ob man sich angesteckt hat. Laut einem Experten ist an den Tipps aber nichts dran.

Bis ein Impfstoff oder Medikamente gegen das Sars-CoV-2 auf den Markt kommen, wird es noch dauern. Um die Lücke zu schliessen, testen Forscher bereits zugelassene Medikamente, die ursprünglich für andere Krankheiten entwickelt wurden. Sie könnten rasch eingesetzt werden.

Bis ein Impfstoff oder Medikamente gegen das Sars-CoV-2 auf den Markt kommen, wird es noch dauern. Um die Lücke zu schliessen, testen Forscher bereits zugelassene Medikamente, die ursprünglich für andere Krankheiten entwickelt wurden. Sie könnten rasch eingesetzt werden.

iStock/Remains
Unter anderem steht der der Wirkstoff Remdesivir auf dem Prüfstand, der eigentlich gegen Ebola entwickelt wurde. Die WHO bezeichnet das Präparat als vielversprechend. Es laufen bereits Studien, die ersten sollen im April 2020 abgeschlossen sein.

Unter anderem steht der der Wirkstoff Remdesivir auf dem Prüfstand, der eigentlich gegen Ebola entwickelt wurde. Die WHO bezeichnet das Präparat als vielversprechend. Es laufen bereits Studien, die ersten sollen im April 2020 abgeschlossen sein.

epa/Ahmed Jallanzo

«Atmen Sie tief ein und halten Sie den Atem für mehr als 10 Sekunden an. Wenn Sie die Untersuchung ohne Husten, ohne Beschwerden, ohne Prallheit oder Engegefühl erfolgreich durchführen, beweist dies, dass keine Fibrose in den Lungen vorliegt, was im Grunde genommen auf keine Infektion hinweist.» Das steht in einer Whatsapp-Nachricht, die derzeit die Runde macht. Mit diesem einfachen Test sollen Menschen herausfinden können, ob sie am Virus erkrankt sind.

Die Gefahr einer Ansteckung minimieren kann man laut derselben Nachricht, indem man regelmässig Wasser trinkt: «Nehmen Sie mindestens alle 15 Minuten ein paar Schlucke Wasser. Selbst wenn das Virus in Ihren Mund gelangt – das Trinken von Wasser oder anderen Flüssigkeiten spült es durch Ihre Speiseröhre in den Magen. Dort angekommen, tötet die Magensäure das Virus ab», heisst es.

«Beide Tipps sind unbrauchbar»

Was verlockend klingt, ist tatsächlich wohl nichts als Humbug: «Beide Tipps sind nicht brauchbar», sagt Christoph Fux, Chefarzt Infektiologie und Spitalhygiene am Kantonsspital Aarau: Zehn Sekunden die Luft anhalten zu können, zeige zwar immerhin, dass man eine gewisse Atemreserve habe. «Die Sauerstoffaufnahme durch das Luftholen war somit vermutlich gut.» Bloss: «Eine Diagnose lässt sich so nicht stellen.»

Auch das viele Wassertrinken helfe leider kaum etwas: «Viren werden vor allem über den Nasen- und Rachenraum aufgenommen. Damit ist eine Mundspülung wenig hilfreich», so der Experte.

Kurz und bündig fassen es die Infektiologen des Kantonsspitals Baden zusammen: «Das ist beides Blödsinn», lässt Sprecher Omar Gisler ausrichten. Daniel Dauwalder, Mediensprecher des Bundesamts für Gesundheit, sagt dazu: «Im Netz kursieren bekanntlich die kühnsten Theorien. Es ist nicht an uns, einzelne zu beurteilen.»

Bei Whatsapp heisst es, man sei bestrebt, virale Nachrichten zu bekämpfen. So habe man eine Reihe von Produktänderungen vorgenommen. Beispielsweise könne eine Nachricht nur noch an fünf Chats auf einmal weiterleiten. Das Unternehmen habe zudem Bildungsprogramme in Kooperation mit Regierungen und der Zivilgesellschaft rund um den Globus unterstützt. «Wir ermutigen alle Nutzer, die Fakten zu checken, bevor sie Nachrichten teilen, die ihnen weitergeleitet worden sind.»

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