Krankenkassen – Corona treibt die Gesundheitsausgaben hoch, aber nicht die Prämien
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KrankenkassenCorona treibt die Gesundheitsausgaben hoch, aber nicht die Prämien

Die KOF rechnet in ihrer Prognose für 2021 mit einem Anstieg der Gesundheitsausgaben um 7,3 Prozent. Ein Prämienschock bei der Grundversicherung bleibe aber wohl aus.

von
Reto Bollmann
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Die Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH geht 2021 von einem Anstieg der Gesundheitsausgaben um 7,3 Prozent aus.

Die Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH geht 2021 von einem Anstieg der Gesundheitsausgaben um 7,3 Prozent aus.

20Min/Carole Alkabes
Ein Grossteil der Mehrausgaben geht auf die Corona-Pandemie zurück.

Ein Grossteil der Mehrausgaben geht auf die Corona-Pandemie zurück.

20min/Marco Zangger
Krankenkassenexperte Felix Schneuwly betont, dass ein Prämienschock trotzdem ausbleibe.

Krankenkassenexperte Felix Schneuwly betont, dass ein Prämienschock trotzdem ausbleibe.

20min/Taddeo Cerletti

Darum gehts

  • Die KOF veröffentlicht Prognosen über die Veränderungen der Gesundheitsausgaben.

  • Man geht davon aus, dass sich diese gegenüber dem Vorjahr um 7,3 Prozent erhöhen werden.

  • Ein grosser Teil des Anstiegs geht auf Mehrausgaben im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zurück.

  • Ein Prämienschock ist aufgrund der hohen Reserven der Krankenassen trotzdem unwahrscheinlich.

Die Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH hat eine Prognose für die Veränderungen der Gesundheitsausgaben im aktuellen Jahr veröffentlicht. Die von Comparis finanzierte Prognose geht von einem Anstieg der Ausgaben um satte 7,3 Prozent aus – 2020 war man noch von einem Plus von 3,3 Prozent ausgegangen. Für den starken Anstieg der Gesundheitskosten seien in erster Linie die Corona-bedingten Mehrausgaben verantwortlich.

Ein Grossteil der Kosten beruhe auf hohen Staatsbeiträgen für Tests und Impfungen sowie den hohen Selbstzahlungen der Haushalte für nicht vom Bund übernommene Corona-Tests. Die KOF geht davon aus, dass die Wachstumsraten der Gesundheitsausgaben für die kommenden Jahre 2022 und 2023 wieder deutlich zurückgehen werden.

Prämienschock bleibt definitiv aus

Ein Prämienschock bei der Grundversicherung bleibt aber aus, wie Comparis-Krankenkassenexperte Felix Schneuwly betont: «Die Krankenkassen übernehmen nur einen Teil der medizinischen Corona-Kosten und haben zudem genügend Reserven.» Dazu komme, dass die stationären Behandlungen von Corona-Patienten zwar relativ teuer seien, andere Behandlungen aber weniger häufig durchgeführt würden.

Da viele Krankenkassen im kommenden Jahr ihre hohen Reserven abbauen, profitierten die Versicherten von tiefen Prämien. Ein zu schneller und zu massiver Abbau könnte jedoch angesichts steigender Kosten in den Folgejahren zu massiven Prämienerhöhungen führen, so Schneuwly weiter.

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