Impfdurchbrüche - Corona trotz Impfung – über 10’000 Fälle in Deutschland
Aktualisiert

ImpfdurchbrücheCorona trotz Impfung – über 10’000 Fälle in Deutschland

Zahlen des Robert-Koch-Instituts zeigen, dass es in Deutschland mehr als 10’000 Impfdurchbrüche gab. Nun fordert das Institut PCR-Tests für Geimpfte mit Symptomen.

von
Marcel Urech
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Ein Impfdurchbruch ist eine Sars-Cov-2-Infektion, die bei einer vollständig geimpften Person mittels PCR oder Erregerisolierung festgestellt wird.

Ein Impfdurchbruch ist eine Sars-Cov-2-Infektion, die bei einer vollständig geimpften Person mittels PCR oder Erregerisolierung festgestellt wird.

Tamedia AG
In Deutschland gab es bereits über 10’000 solcher Impfdurchbrüche.

In Deutschland gab es bereits über 10’000 solcher Impfdurchbrüche.

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Das Robert-Koch-Institut regt darum nun an, dass auch Geimpfte Corona-PCR-Tests machen sollen.

Das Robert-Koch-Institut regt darum nun an, dass auch Geimpfte Corona-PCR-Tests machen sollen.

20min/Simon Glauser

Darum gehts

  • In der Schweiz steckten sich 563 Menschen trotz vollständiger Impfung mit dem Coronavirus an.

  • In Deutschland gab es bereits über 10’000 solcher Impfdurchbrüche.

  • Bei den 18- bis 59-Jährigen gab es in Deutschland 145 Spitaleinweisungen trotz Impfung.

Das «Bundesamt für Gesundheit» (BAG) empfiehlt zwei Impfdosen gegen das Coronavirus, um einen vollständigen Impfschutz zu erlangen. Wer vollständig geimpft ist, kann sich das Virus aber immer noch einfangen. Das zeigen Zahlen des BAG im aktuellen Wochenbericht: Seit 27. Januar steckten sich in der Schweiz 563 vollständig geimpfte Menschen mit dem Coronavirus an. 103 davon landeten im Spital, 19 verstarben. Ob die Infizierten geimpft sind oder nicht, weiss der Bund allerdings bloss bei 5699 der Hos­pi­ta­li­sie­rungen und bei 796 der Todesfälle. Insgesamt gab es in der Schweiz seit dem 27. Januar laut BAG 212’791 neu gemeldete Corona-Fälle.

Anzahl der vollständig geimpften Covid-19-Fälle nach Alter seit Erfassung des Impfstatus (27.01.2021).

Anzahl der vollständig geimpften Covid-19-Fälle nach Alter seit Erfassung des Impfstatus (27.01.2021).

Screenshot Wochenbericht zur epidemiologischen Lage in der Schweiz und Liechtenstein (12.08.2021) des Bundesamts für Gesundheit, bag.admin.ch.

«Die Zahl der gemeldeten vollständig geimpften Fälle ist sehr niedrig», schreibt das BAG im aktuellen Wochenbericht. «Auch unter Berücksichtigung einer hohen Dunkelziffer dürfte der Anteil der Impfdurchbrüche im Bereich liegen, der gemäss Zulassungsstudien zu erwarten war.»

10’827 Impfdurchbrüche in Deutschland

Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) in Deutschland erfasst seit 1. Februar die Impfdurchbrüche. Es definiert den Begriff wie folgt: Ein Impfdurchbruch ist eine Sars-Cov-2-Infektion, die bei einer vollständig geimpften Person mittels PCR oder Erregerisolierung festgestellt wird. Der vollständige Impfschutz trete zwei Wochen nach der zweiten Dosis der Impfstoffe von Moderna, Biontech/Pfizer und AstraZeneca oder zwei Wochen nach der einmaligen Verabreichung des Vakzins von Johnson & Johnson ein.

Laut dem RKI gab es seit 1. Februar 10’827 Impfdurchbrüche. 7802 Fälle erhielten den Comirnaty-Impfstoff von Biontech/Pfizer, 396 das Spikevax-Vakzin von Moderna und 682 AstraZenecas Vaxzevria-Impfstoff. In 1385 Fällen gab es eine Infektion trotz Impfung mit dem Janssen-Vakzin von Johnson & Johnson. Bei 562 Impfdurchbrüchen erfolgte keine Zuordnung zu einem Impfstoff. Damit gehen rund drei Viertel der Impfdurchbrüche auf die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna zurück, die auch in der Schweiz zugelassen sind. Diese machen in Deutschland allerdings auch rund 80 Prozent der gelieferten Impfdosen aus. Bis am 8. August erhielt das Land über 100 Millionen Impfstoffdosen: 78’095’802 Dosen von Biontech/Pfizer, 17’517’640 von AstraZeneca, 12’338’080 von Moderna und 4’047’580 von Johnson & Johnson.

Im Erfassungszeitraum seit dem 1. Februar gab es in Deutschland 1’584'659 gemeldete Corona-Fälle. Die Impfdurchbrüche machten also gerade mal rund 0,68 Prozent aller gemeldeten Fälle aus.

RKI fordert PCR-Tests für Geimpfte

Bei der Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen sei es bis jetzt zu keiner Spitaleinweisung mit Impfdurchbruch gekommen, sagt das RKI. Bei den 18- bis 59-Jährigen gab es 145 Hos­pi­ta­li­sie­rungen trotz Impfung. Den Grossteil der Spitaleinweisungen trotz Impfung gab es bei Menschen ab 60, nämlich 748 Fälle.

Das RKI hat nun erklärt, dass es sinnvoll wäre, PCR-Tests auch bei Kindern und Geimpften mit leichten Symptomen zu machen. Insgesamt sei die Zahl der Tests zwar gesunken, die Fallzahlen stiegen aber wieder, so das RKI.

Bis am 10. August verabreichte Deutschland insgesamt 95’802’971 Covid-19-Impfungen. Über 52,2 Millionen Menschen (62,7 Prozent der Bevölkerung) sind im Land mindestens einmal geimpft, rund 46,2 Millionen (55,6 Prozent der Bevölkerung) sind vollständig geimpft.

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