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Partei droht mit KonsequenzenCorona-Tweet von Zürcher Politiker löst Shitstorm aus

Auf Twitter hat sich ein Politiker der FDP Stadt Zürich für seine «menschenverachtende» Aussage entschuldigt. Bei der Partei läuft ein Verfahren gegen ihn.

von
Thomas Mathis
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Diesen Tweet hat ein Stadtzürcher FDP-Politiker veröffentlicht und erntete einen Shitstorm.

Diesen Tweet hat ein Stadtzürcher FDP-Politiker veröffentlicht und erntete einen Shitstorm.

Er hat sich für den «menschenverachtenden» Tweet entschuldigt.

Er hat sich für den «menschenverachtenden» Tweet entschuldigt.

Urs Jaudas / Tamedia
Bereits früher hat er sich auf Twitter kritisch gegenüber Corona-Massnahmen geäussert.

Bereits früher hat er sich auf Twitter kritisch gegenüber Corona-Massnahmen geäussert.

Sonja Mulitze

Darum gehts

  • Gegen einen FDP-Politiker aus Zürich gibt es einen Shitstorm auf Twitter.

  • Er hat sich für die «menschenverachtende» Aussage entschuldigt und den Tweet gelöscht.

  • Seine Partei hat ein Verfahren gegen ihn eingeleitet.

Ein FDP-Politiker aus der Stadt Zürich entschuldigte sich am Sonntag auf Twitter «in aller Form» für seine «menschenverachtende» Aussage. Er hatte am Vortag einen Tweet publiziert, in dem er schrieb, dass es zu viele Übergewichtige, zu viele Kranke, zu viele Hochbetagte und zu viele Menschen mit schwachem Immunsystem auf der Welt gebe. «Corona bereinigt das jetzt», heisst es im mittlerweile gelöschten Tweet. Am Schluss machte er eine Umfrage bei der Community, ob es so schlimm sei und man auf Teufel komm raus alle am Leben erhalten müsse.

Die Reaktionen darauf sind zahlreich und heftig. Mehrere Nutzer schreiben von einer «menschenverachtenden» Aussage. «Vor allem sollte man solche Menschen wie ihn auf keinen Fall mehr gesundpäppeln», schreibt ein Nutzer. Andere fühlen sich an den zweiten Weltkrieg erinnert. «Das ist wirklich unterste Schublade», so ein anderer Nutzer.

Er fühlt sich falsch verstanden

Der FDP-Politiker ist sehr aktiv auf Twitter und hat sich bereits früher kritisch gegenüber den Corona-Massnahmen geäussert. Es gebe Lösungen, ohne alles zu schliessen, schrieb er etwa. Man solle alle Branchen mit den Schutzkonzepten wieder öffnen. Der FDP-Mann, der sich politisch im Bereich Schule engagiert, fühlt sich falsch verstanden. Es gehe ihm darum, dass mit den Corona-Massnahmen zu vielen Menschen Schaden zugefügt werde. Man dürfe alle «aufpäppeln», aber nicht ganze Branchen in Schutt und Asche legen.

Er schreibt, dass er nun eine Twitter-Pause einlege und Teil der Lösung sein wolle. «Nach neun Monaten Pandemie sind wir alle ein bisschen dünnhäutig und aggressiv geworden», heisst es im Entschuldigungstweet. Er hoffe, dass die Hetzjagd gegen ihn nun aufhöre. Auf Anfrage von 20 Minuten sagt er, dass er sich nicht weiter dazu äussern wolle.

«Drastische Konsequenzen»

Bei der Parteileitung spricht man von einer «inakzeptablen Aussage», wie Präsident Severin Pflüger sagt. «Der Tweet verstösst gegen zentrale Werte der Partei. Menschlichkeit und Brüderlichkeit sind für uns Grundwerte.» Parteiintern läuft nun ein Verfahren gegen den FDP-Politiker. «Die Aussage wird drastische Konsequenzen für ihn haben.» Was genau, will Pflüger nicht bekannt geben.

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