Aktualisiert

PrämienschockSo stark steigen die Krankenkassenprämien in deinem Kanton 

Von bis zu zehn Prozent war im Vorfeld die Rede, tatsächlich beträgt der Anstieg der Krankenkassenprämien 6,6 Prozent.

von
Marino Walser
Fabian Pöschl
Daniel Graf
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Die Prämien für die Krankenkassen steigen 2023 im Schnitt um 6,6 Prozent auf 335 Franken. Je nach Kanton gibts aber grosse Unterschiede:

Die Prämien für die Krankenkassen steigen 2023 im Schnitt um 6,6 Prozent auf 335 Franken. Je nach Kanton gibts aber grosse Unterschiede:

20min/Michael Scherrer
Kinder (0 bis 18 Jahre): + 5,1 Prozent auf 97 Franken im Monat.
Junge Erwachsene (19 bis 25 Jahre): + 6 Prozent auf 256.20 Franken im Monat.
Erwachsene (ab 26 Jahre): + 6,1 Prozent auf 368 Franken im Monat.
Aargau

Kinder (0 bis 18 Jahre): + 5,1 Prozent auf 97 Franken im Monat.
Junge Erwachsene (19 bis 25 Jahre): + 6 Prozent auf 256.20 Franken im Monat.
Erwachsene (ab 26 Jahre): + 6,1 Prozent auf 368 Franken im Monat.

20min/Taddeo Cerletti
Kinder (0 bis 18 Jahre): + 7,6 Prozent auf 90.70 Franken im Monat.
Junge Erwachsene (19 bis 25 Jahre): + 8,5 Prozent auf 236.30 Franken im Monat.
Erwachsene (ab 26 Jahre): + 8,2 Prozent auf 343.30 Franken im Monat.
Appenzell Ausserrhoden

Kinder (0 bis 18 Jahre): + 7,6 Prozent auf 90.70 Franken im Monat.
Junge Erwachsene (19 bis 25 Jahre): + 8,5 Prozent auf 236.30 Franken im Monat.
Erwachsene (ab 26 Jahre): + 8,2 Prozent auf 343.30 Franken im Monat.

20min/Community

Nach vier Jahren der Stabilität werden die Krankenkassenprämien 2023 wieder steigen. Die mittlere Prämie wird 334.70 Franken betragen, was einem Anstieg um 6,6 Prozent im Vergleich zu 2022 entspricht. Das teilt der Bundesrat mit.

Der starke Anstieg der mittleren Prämie im Jahr 2023 sei vor allem auf die Covid-19-Pandemie, die das Gesundheitssystem stark beansprucht habe, und auf einen Nachholeffekt zurückzuführen. Die Gesundheitskosten stiegen 2021 um 4,5 Prozent, und dieser Trend setzte sich im ersten Halbjahr 2022 fort. Die Eindämmung der Gesundheitskosten bleibt für den Bundesrat eine Priorität.

Grosse kantonale Unterschiede

«Die Krankenkassenprämien spiegeln die Gesundheitskosten wider. Nach vier Jahren, in denen die Krankenkassenprämien relativ stabil geblieben sind, ist der für 2023 angekündigte Anstieg beträchtlich», schreibt der Bundesrat. Die Covid-Pandemie habe das Gesundheitssystem stark beansprucht. Die Pandemie verursache sowohl direkte Kosten, zum Beispiel für die Behandlung von hospitalisierten Patientinnen und Patienten sowie die Impfungen, als auch indirekte Kosten, wie etwa durch verschobene medizinische Eingriffe, die ab der zweiten Hälfte des Jahres 2021 stark zugenommen hätten. Die Gesundheitskosten stiegen zudem im ersten Halbjahr 2022 weiter an.

Am stärksten steigen die Prämien in den Kantonen Appenzell Innerrhoden, Neuenburg und im Tessin, nämlich jeweils über neun Prozent. Gut kommen Basel-Stadt mit 3,6 Prozent, Genf mit 4,2 Prozent und Glarus mit 4,7 Prozent weg.

Laufende Projekte zur Kostendämpfung

Hauptsächlich angesichts des medizinisch-technischen Fortschritts, der Zunahme des Leistungsvolumens und der demografischen Entwicklung würden die Gesundheitskosten auch in Zukunft weiter steigen, heisst es vom Bundesrat weiter. Es bestehe jedoch Handlungsspielraum, um den Kostenanstieg auf das medizinisch begründbare Mass zu beschränken. Die möglichen Hebel für Einsparungen seien bekannt. Dazu zählten etwa eine Begrenzung des Überangebots und der Übernachfrage medizinischer Leistungen, angepasste Tarife im ambulanten Bereich, eine verbesserte Spitalplanung und mehr Transparenz bei der obligatorischen Krankenversicherung.

Reserven sinken

Die Reserven der Versicherer können einen Teil der Prämienerhöhung abfedern. Der Handlungsspielraum war in diesem Jahr jedoch kleiner, schreibt der Bundesrat: «Die Verluste an den Finanzmärkten aufgrund des Kriegs in der Ukraine und der steigenden Zinsen sowie die höheren Kosten haben die Reserven verringert und die Solvenz der Versicherungen beeinträchtigt. Die geringeren Reserven der Versicherer liegen immer noch über der gesetzlich festgelegten Mindestgrenze.»

Wechsel der Grundversicherung

Die Krankenversicherer haben bis Ende Oktober Zeit, um die Versicherten über die Prämien 2023 zu informieren. Danach können die Versicherten bis Ende November ihre Grundversicherung wechseln oder ihr Versicherungsmodell anpassen. In der Grundversicherung müssen die Krankenversicherer jede Person aufnehmen, alle müssen versichert sein. 

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