Point de Presse um 14 UhrWas sagen die Experten des Bundes zu möglichen Corona-Lockerungen?

An der Medienkonferenz vom Dienstag informieren Experten des Bundes zur aktuellen Corona-Lage. Sinkende Neuansteckungen, aber auch weniger Tests - wie stuft das BAG die Situation ein? Und was sagen die Kantone sowie die Science Taskforce?

Deine Meinung

Dienstag, 24.11.2020

Zusammenfassung

  • Der Präsident der Covid-Taskforce, Martin Ackermann, sieht die Schweiz bei der Eindämmung des Coronavirus auf dem richtigen Weg. Die Fallzahlen würden sich alle zwei Wochen halbieren.

  • Wenn man nicht mehr im exponentiellen Wachstum sei und das Tracing einwandfrei funktioniere, sei sogar an Lockerungen zu denken.

  • Mit einer Impfung könne aber erst ab Januar, beziehungsweise im ersten Quartal gerechnet werden.

Pressekonferenz ist beendet

Die Anwesenden verabschieden sich, damit ist der Point de Presse beendet. Vielen Dank fürs Mitlesen.

Sterblichkeitsrate

Es gibt laut einer Journalistin eine Diskrepanz bei der Sterblichkeitsrate, die in den Unterlagen der Taskforce stehen und der Sterblichkeitsrate, die Masserey heute genannt hat. Ackermann und Masserey sagen, sie müssen dies überprüfen und müssen dem zuerst nachgehen.

Wann sind Lockerungen denkbar?

Würden die Fallzahlen auf 500 Tage sinken, sind Lockerungen denkbar? Wenn man nicht mehr im exponentiellen Wachstum ist und das Contact Tracing einwandfrei funktioniert, ist an Lockerungen zu denken, so Ackermann.

Skiferien

Sind wir zu leichtsinnig, dass wir den Wintersporttourismus nicht runterfahren? Das könne Ackermann nicht sagen, aber je tiefer die Fälle, desto mehr Spielraum haben wir.

Plant die Schweiz Impfzentren?

Deutschland plane Zentren, wo täglich Tausende Personen geimpft werden können. Ist dies in der Schweiz auch denkbar? Diese Diskussionen werden laut Hauri derzeit geführt. Ob ein Zentrum sinnvoll sei, müsse abgeklärt werden.

Warum sind Testzahlen so tief?

Hauri sieht das Problem in der Kommunikation. Man müsse die Leute vermehrt darauf hinweisen, dass das Testen gratis ist und ihnen die Angst vor der Quarantäne und Isolation nehmen.

Sollte man nicht Skifahren gehen?

Ist es momentan keine gute Idee Skifahren zu gehen, weil so auch mehr Unfälle geschehen? Hauri sagt, dies müsse man berücksichtigen und auch vorsichtig beim Wintersport sein.

Kommt eine Verkürzung der Quarantäne in Frage?

Ja, doch die Alternative müsse zuerst gefunden werden. Bislang habe man noch keine andere Lösung gefunden, sagt Masserey.

Warum kommt die Impfung nicht dieses Jahr?

Andere Länder erwarten die Impfung noch dieses Jahr, warum die Schweiz nicht? Es brauche nun eine Prüfung durch die Swissmedic. Frühstens Mitte Januar oder im ersten Quartal könne damit gerechnet werden. Wann die erste Lieferung der Dosen erwartet wird, kann Masserey nicht sagen.

Fragerunde ist eröffnet

Contact-Tracing laufe nun gut, wie Hauri sagt. Ein Back-Tracing, wie ein Journalist fragt, sei zur Zeit nicht geplant.

R-Wert

R-Wert schwankt je nach Kanton, sagt Martin Ackermann, Präsident der Science Task Force. Das erste Etappenziel sei aber geschafft. «Je tiefer der R-Wert sinkt, desto mehr Luft haben wir, die Neuinfektionen zu behandeln und das Spitalpersonal zu entlasten.» Momentan halbierten sich die Fallzahlen alle zwei Wochen.

Impfung

Die Impfung werde nicht vor Weihnachten kommen, so Hauri. Man könne aber eine Grippeimpfung machen lassen, sofern wieder genügend Dosen vorhanden sein werden.

Selbstquarantäne vor Weihnachten

Im Hinblick auf die Festtage und später auch die Sportferien, wolle man möglicherweise eine leichte Lockerung erlassen, sofern die Massnahmen weiterhin anschlagen. Dass nun nicht genug getestet werde, ist aber ein Problem. Dies könnte auch die Festtage gefährden. Selbstquarantäne vor den Besuch der Grosseltern, das Tragen einer Maske beim Fest und der Verzicht aufs Vorsingen sind effiziente Massnahmen.

Spitalauslastung

Der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri spricht. Es wurde eine leichte Abnahme der Fälle verzeichnet, dies sei erfreulich. Doch jetzt dürfe nicht nachgelassen werden. Mit den kalten Temperaturen steigen die Anzahl Unfälle; zb Personen, die auf dem Eis ausrutschen. Darum müssen die Fälle weiter sinken, damit es nicht zu einer Überlastung der Spitäler kommt.

Bei Symptomen unbedingt testen lassen

Masserey sagt, es müsse nach wie vor bei jeglichen Krankheitssymptomen getestet werden. Sie verweist auch auf den Online-Check des BAGs. Sie appelliert erneut, die Sicherheitsmassnahmen einzuhalten: Kontakte reduzieren, Maske anziehen, Abstand halten und Hände waschen.

Pressekonferenz beginnt

Die Leiterin der Sektion Infektionskontrolle des Bundesamt für Gesundheit BAG, Virginie Masserey, spricht als erste. Sie präsentiert die neuen Zahlen. Die Zahl der Patienten, die auf der Intensivstation behandelt werden müssen, habe sich stabilisiert. Dennoch sei die Situation in den Heimen und medizinischen Einrichtungen besorgniserregend.

Experten des Bundes informieren um 14 Uhr

Am Point de Presse um 14 Uhr informieren folgende Fachleute:

  • Virginie Masserey, Leiterin Sektion Infektionskontrolle, Bundesamt für Gesundheit BAG

  • Dora Makausz, Leiterin Ressort Querschnittleistungen, SECO

  • Martin Ackermann, Präsident, National COVID-19 Science Task Force

  • Rudolf Hauri, Kantonsarzt Zug, Präsident der Vereinigung der Kantonsärztinnen und Kantonsärzte

Freitag, 20.11.2020

Die wichtigsten Punkte der Medienkonferenz

Damit ist die Medienkonferenz beendet. Hier noch einmal das Wichtigste in Kürze:

  • Das BAG beobachtet einen leichten Rückgang der Infektionszahlen. Es sei aber noch viel zu früh, um Entwarnung zu geben.

  • Weil sich zu wenige Leute testen lassen, lanciert das BAG die neue Kampagne «Sofort testen lassen». Menschen mit Symptomen sollen direkt zum Test. Diese sind nun in jedem Fall gratis.

  • Thomas Steffen, Kantonsarzt Basel-Stadt, gibt folgende Tipps für Weihnachten: soziale Kontakte schon zwei Wochen zuvor reduzieren, Geschenke schon jetzt kaufen, im kleinen Kreis feiern, beim Essen Abstand halten. Ausserdem wichtig: auch nach Weihnachten Kontakte reduziert halten.

  • Das Seco reagiert mit einer sogenannten «experimentellen Statistik» auf die Tatsache, dass wirtschaftlich relevante Werte wie das BIP stets hinterherhinken.

  • Trotz der zweiten Welle ist ein zweiter Einbruch der Wirtschaft bisher ausgeblieben.

Sterben mehr Personen in Altersheimen oder Spitälern?

«In den letzten Wochen hat sich die Lage verändert. Momentan sterben ungefähr die Hälfte der Pandemie-Opfer in Spitälern und die Hälfte in Pflegeheimen, ähnlich wie in der ersten Welle», so Masserey. Steffen ergänzt: «Die Erfahrung hat zugenommen, wir lassen die Patienten in den Spitälern Patienten länger auf der Allgemeinen Abteilung.»