Medienkonferenz Coronavirus: Gibt der Kanton Zürich dem Druck aus Bern nach?

Medienkonferenz CoronavirusGibt der Kanton Zürich dem Druck aus Bern nach?

Der Regierungsrat des Kantons Zürich informiert am Dienstag über die aktuelle Corona-Situation. Trifft er strengere Massnahmen? Haben Alain Bersets Drohworte von letzter Woche gewirkt? Die Medienkonferenz ab 14 Uhr live-

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Dienstag, 08.12.2020

Medienkonferenz Kanton Zürich

Der Regierungsrat des Kantons Zürich tritt am Dienstagnachmittag vor die Medien, um über die Corona-Situation zu informieren. Berücksichtigt der Kanton Zürich das Ultimatum und greift zu strikteren Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus? An der Medienkonferenz nehmen teil:

  • Natalie Rickli, Regierungsrätin SVP, Gesundheitsdirektorin

  • Silvia Steiner, Regierungsrätin CVP, Bildungsdirektorin

  • Mario Fehr, Regierungsrat SP, Sicherheitsdirektor

  • Christiane Meier, Kantonsärztin

  • Niklaus Schatzmann, Leiter Mittelschul- und Berufsbildungsamt

  • Bruno Keller, Leiter Sonderstab Covid-19.

Verfolgen Sie die Medienkonferenz ab 14 Uhr live im Stream und im Ticker.

Freitag, 04.12.2020

Singen mit Maske erlaubt?

Darf man wenn man eine Maske trägt trotzdem ein Weihnachtsständchen singen? Es ist nicht anzuraten, aber mit einer Maske an ist es immer besser als ohne. Ein absoluter Schutz bieten Masken aber auch nicht, so Virginie Masserey vom BAG.

Wie wird Maskenpflicht bei Wintersportlern kontrolliert?

Die Kontrolle in den Skigebieten werde von den Betreibern der Skigebiete und Behörden geregelt.

Menschenansammlungen in Skigebieten

Riskiert man nicht, dass es Menschenansammlungen auf der Skipiste gibt? Wir wollen die Leute nicht zuhause einsperren, so Berset. Darum hat man den Skitourismus nicht verboten, sondern Sicherheitsmassnahmen ergriffen, die das Risiko von Infektionen senken soll.

Ausserordentliche Lage

Man ist sich einig, dass die Situation sich nicht so entwickelt hat, wie man es sich gewünscht hat. Eine Halbierung der Fälle ist nun erstrebenswert. Die ausserordentliche Lage, wie im März, solle nicht wieder in Kraft treten.

Druck von anderen Ländern

Haben andere Länder versucht, Druck auf den Bundesrat bezüglich der Massnahmen für den Wintersporttourismus auszuüben?, fragt ein Journalist. «Wir sind alle souveräne Länder und stehen eng in Kontakt miteinander», erklärt Berset.

Wintersporttourismus

Warum gibt es keine striktere Massnahmen für den Wintersporttourismus?, fragt ein Journalist. Wenn sich alle an die Regeln halten, sollte es nicht so weit kommen, dass die Fälle wieder steigen. Man sei nicht in einer katastrophalen Lage, würde es wieder zu einem rasanten Anstieg kommen, müsse aber gehandelt werden.

Corona-Tourismus

Es wurde beobachtet, dass Personen aus Kantonen mit strengen Massnahmen in liberalere Kantone gereist sind. Was unternimmt der Bundesrat dagegen?, will eine Journalistin wissen. Berset sagt, es sei nicht erfreulich und auch nicht erwünscht.

Reichen diese Massnahmen aus?

Es sei schwierig nun Bilanz zu ziehen, welche Pandemie-Strategie am besten funktioniere. Man müsse dies am Ende der Pandemie tun. Eine Überlastung des Gesundheitssystem konnte bislang eigentlich verhindert werden, doch könnte sie immer noch kommen, so Berset. Auch die Schliessung von Schulen wolle man verhindern und daran festhalten.

Wie siehts mit Weihnachten aus?

«Die nächsten 20 Tage sind ziemlich entscheidend», sagt Berset. Man sehe einen Bezug zwischen den Massnahmen, die getroffen wurden und der Entwicklung der Fallzahlen. Und er betont nochmals, dass es sich bei der Beschränkung der Kontakte auf zwei Haushalte um eine Empfehlung handle, nicht um eine Pflicht.

Abflachung auf hohem Niveau

«Wir beobachten eine Abflachung auf hohem Niveau», so Berset. Aber: das reicht nicht. «Wenn es so weiter geht, haben wir an Weihnachten 1000 Fälle pro Tag.» Doch davon sei man weit entfernt. Auch für das Contact-Tracing wäre dies eine gute Ausgangslage, wenn es eine stabile Situation an Weihnachten gibt.

Die Kantone müssen entscheiden

«Wir haben nicht viele Massnahmen getroffen, sondern lediglich Empfehlungen», so Berset auf die Frage, wie die Kantone nun damit umgehen sollen. Lediglich bei den Skigebieten hat man eine nationale Massnahme erlassen.

Ziel durch den Winter zu kommen

Vor einer Woche hätte man die Lage noch anders eingestuft, so Berset. «Die Situation in den letzten Tagen hat sich nicht so entwickelt wie erwartet.» Es geht nun nicht darum nur die Situation in den nächsten Wochen in den Griff zu bekommen, sondern langfristig durch die Pandemie zu bekommen.

Fragerunde ist eröffnet

Nun können Fragen gestellt werden. Was hält der Bundesrat von den Massentests, die in Graubünden nun durchgeführt werden? Viginie Masserey vom BAG beantwortet die Frage, es handle sich vorerst um einen Pilotversuch. Man müsse zu einem späteren Zeitpunkt evaluieren, wie sinnvoll dies ist.

Homeoffice-Empfehlung umsetzen

Die Arbeitgeber sollen ihren Arbeitnehmern wenn immer möglich, das Homeoffice ermöglichen, so können Kontakte reduziert werden, was im Hinblick auf Weihnachten nun sehr wichtig ist. Es gelte neu keine Pflicht, aber eine Empfehlung seine Kontakte auf zwei Haushalte zu reduzieren.

«Wir erwarten strenge Massnahmen von den Kantonen»

Es ist nun an den Kantonen, die nötigen Massnahmen zu treffen. «Wir erwarten strenge Massnahmen von den Kantonen», so Berset. Der Bundesrat könne sonst kantonale oder gar regionale Massnahmen erlassen. Ein Lockdown müsse mit allen Mitteln verhindert werden und auch eine dritte Welle müsse mit aller Kraft verhindert werden. Und Berset appelliert an die Eigentverantwortung, denn: «Der Weg, den die Schweiz gewählt hat, ist kein einfacher. »

«Es ist nicht der richtige Zeitpunkt für eine Verschlechterung der Lage.»

Das erste Mal seit einem Monat hat man heute keine Senkung der Corona-Fälle verzeichnet. Es hat sogar eine leichte Zunahme gegeben, so Berset. Es ist nicht der richtige Moment dazu, im Hinblick auf Weihnachten, das Geschenke kaufen in der Stadt.

Gesundheitssystem entlasten

Die Situation müsse man in den Griff bekommen, um auch das Gesundheitssystem zu entlasten. Auch wenn die Fälle ein wenig stabiler wurden, kommen auch wieder neue Infektionen hinzu. Man müsse weiterhin die Hygieneregeln befolgen und vorsichtig sein. Auch das Testen sei wichtig, man soll nicht zögern, wenn man leichte Symptome hat.

Kunden pro Quadratmeter im Laden

Der Bundesrat erlaubt neu nur noch 1 Kunde pro 10 Quadratmeter in Läden. Früher waren es 1 Kunde pro 4 Quadratmeter. In kleinen Läden mit bis zu 30m2 Ladenfläche gilt 5m2 pro Kundin oder Kunde.