Aktualisiert 30.03.2020 07:43

Roche-CEO Severin Schwan

«Coronatests werden rund um die Uhr produziert»

Der kürzlich zugelassene Coronatest der Roche ist heiss begehrt. Dies stellt das Unternehmen vor neue Herausforderungen.

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Roche-CEO Severin Schwan spricht über den neuen Corona-Test des Unternehmens und die damit verbundenen Herausforderungen.

Roche-CEO Severin Schwan spricht über den neuen Corona-Test des Unternehmens und die damit verbundenen Herausforderungen.

Keystone/Georgios Kefalas
Der Hochdurchsatztest sei voll automatisiert und würde Spitäler und Labore enorm entlasten. (Symbolbild)

Der Hochdurchsatztest sei voll automatisiert und würde Spitäler und Labore enorm entlasten. (Symbolbild)

Keystone/Sebastian Gollnow
Derzeit erhöhe das Unternehmen die Produktion der Tests linear. Die Infektionen stiegen aber exponentiell, weshalb die Nachfrage grösser sei, als das Angebot.

Derzeit erhöhe das Unternehmen die Produktion der Tests linear. Die Infektionen stiegen aber exponentiell, weshalb die Nachfrage grösser sei, als das Angebot.

Keystone/Remko de Waal

Das Pharmaunternehmen Roche fährt alles hoch, was es kann, um einen automatischen Hochdurchsatztest für den Coronavirus liefern zu können. Dabei sieht sich Roche mit Druck von Regierungen und schweren Entscheidungen konfrontiert, wie CEO Severin Schwan gegenüber CH Media sagt.

Allein in der Schweiz seien bereits mehrere Zehntausend dieser Tests ausgeliefert worden, so Schwan. Weil sie voll automatisiert seien, würden sie die Spitäler und Labore «enorm entlasten». Weltweit belaufe sich das Liefervolumen gar auf mehrere Millionen pro Monat.

Riesige Nachfrage

«Wir fahren nun die Produktion, wo es nur geht, hoch, um mehr Tests liefern zu können», so Schwan. Es werde sieben Tagen die Woche rund um die Uhr produziert. Die Herstellung könne jedoch nur linear gesteigert werden, während die Infektionsrate in einigen Ländern exponentiell zunehme.

Die Nachfrage sei derzeit grösser als das Angebot. Doch wie entscheidet die Roche, wohin sie nun liefert? Laut Schwan sind in der Schweiz bereits «überproportional viele Diagnosegeräte im Einsatz». Dennoch sollten nur Hochrisikopatienten getestet werden, denn die Roche könne die Nachfrage im Inland nicht komplett abdecken.

Bei Exporten müssten zwei Kriterien stimmen, sagt Schwan weiter. Das Land müsse eine funktionierende Infrastruktur haben. «Wenn es keine Diagnosegeräte oder zu wenig Personal hat, nützt es nichts, Tests dorthin zu schicken», hält er fest. Zudem werde der medizinische Bedarf berücksichtigt: «Zu Beginn war das vor allem China, nun stehen Italien, Spanien und gewisse Regionen der USA im Fokus».

Druck der Regierungen

Wegen der grossen internationalen Nachfrage muss Roche mit Regierungen zusammenarbeiten. «Der Druck ist gross», sagt Schwan. Zwar könne das Unternehmen in diversen Ländern auf etablierte Beziehungen zurückgreifen, auf der anderen Seite obliege ihm am Ende die Entscheidung, die Lieferströme zu lenken.

So würden derzeit die Lieferungen nach Asien zurückgeschraubt – die Spitäler bestellten dort auf Vorrat. Nun gingen die Tests stattdessen nach Europa und die USA.

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