Aktualisiert 26.02.2020 09:58

Droht die Absage?Coronavirus bedroht die Olympischen Spiele

Bis im Mai will das IOK über eine Absage entscheiden. Sowohl ein Umzug als auch eine Verschiebung ist fast unmöglich.

von
dpa
1 / 5
Hat schlechte News: Richard Pound (Mitte). Das Mitglied des internationalen olympischen Verbands sagt, ein Umzug oder eine Verschiebung der Spiele 2020 in Tokio sei praktisch unmöglich.

Hat schlechte News: Richard Pound (Mitte). Das Mitglied des internationalen olympischen Verbands sagt, ein Umzug oder eine Verschiebung der Spiele 2020 in Tokio sei praktisch unmöglich.

Keystone/Salvatore di Nolfi
Darum steht nun sogar eine Absage der Spiele im Raum. Bis im Mai wollen die Verantwortlichen entscheiden, ob der Event stattfinden kann. Grund dafür ist die schnelle Ausbreitung des Coronavirus.

Darum steht nun sogar eine Absage der Spiele im Raum. Bis im Mai wollen die Verantwortlichen entscheiden, ob der Event stattfinden kann. Grund dafür ist die schnelle Ausbreitung des Coronavirus.

Keystone/Gabriel Monnet
Die Formel 1 kennt ein solches Prozedere bereits: Charles Leclerc und die anderen Piloten müssen wohl auf den GP von China verzichten.

Die Formel 1 kennt ein solches Prozedere bereits: Charles Leclerc und die anderen Piloten müssen wohl auf den GP von China verzichten.

Keystone/Antonio Calanni

IOK-Mitglied Richard Pound schätzt, dass es noch ein dreimonatiges Zeitfenster für eine Entscheidung über eine Absage der Olympischen Spiele in Tokio wegen des Coronavirus gibt. «Es ist eine grosse, grosse, grosse Entscheidung, und man kann sie erst treffen, wenn man verlässliche Fakten hat, auf die man sich stützen kann», sagte das dienstälteste Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees am Dienstag im Interview der US-Nachrichtenagentur AP.

Was immer das IOK auch für einen Rat bekommen sollte, eine Veranstaltung von der Grösse und dem Umfang der Olympischen Spiele «kann man nicht einfach so absagen oder verschieben», erklärte der 77 Jahre alte Kanadier. «Man kann nicht einfach sagen, wir machen es im Oktober.» Dies würde die TV-Rechteinhaber vor grosse Probleme stellen und es würde mit den Terminkalendern von American Football, Basketball, Baseball oder des europäischen Fussballs kollidieren.

Pound hält ebenso einen Umzug der Tokio-Spiele (24. Juli bis 9. August) in eine andere Stadt für fast unmöglich. «Es ist schwierig, den Ort zu verlegen, da es nur wenige Städte auf der Welt gibt, die in dieser kurzen Zeit die Ausrichtung übernehmen könnten», meinte er.

Die Athleten ermunterte Pound, trotz der ernsten Lage weiter zu trainieren. «Soweit wir alle wissen, werden sie in Tokio sein», sagte er. «Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass es wie gewohnt weitergehen wird. Konzentrieren Sie sich also weiterhin auf Ihren Sport.» Bei den Spielen werden rund 11 000 Sportler erwartet, weitere 4400 sollen bei den Paralympics, die am 25. August eröffnet werden, an den Start gehen.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.