Alle tragen eine Schutzmaske - nur US-Vize Mike Pence nicht

Ausgehverbot, geschlossene Betriebe und steigende Fallzahlen – das Coronavirus hält die Welt in Atem. Die Corona-News aus dem Ausland im Ticker.

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30. April
30. April

Präsident Donald Trump beantwortet Fragen zur Pandemie im Weissen Haus. (30. April 2020)

Keystone/AP
28. April
28. April

Die Virus-Krise verdirbt den US-Amerikanern massiv die Kauflaune. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen im April fiel auf 86,9 Punkte von 118,8 Zählern im März.

Keystone
28. April
28. April

Luxemburg will 600'000 Bürger auf Covid-19 testen. 8500 Schüler und Lehrer sollen noch vor Wiederöffnung der Schulen am 4. Mai getestet werden. Pro Tag sind dann mindestens 20'000 Tests geplant.

Keystone

  • Das neue Coronavirus breitet sich weiter aus. Über 200 Länder, Gebiete und Territorien sind betroffen.
  • Die UN bezeichnet das Coronavirus als die «grösste Herausforderung» für die Weltgemeinschaft.
  • Mittlerweile sind weltweit mehr als 215'000 Menschen nach einer Infektion gestorben. (Stand 28. April)

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Mittwoch, 29.4.2020

Peking peilt ab Donnerstag Lockerungen für inländische Besucher an

Die Stadt Peking peilt Insidern zufolge
womöglich ab morgen, Donnerstag, Lockerungen für einige inländische
Reisende
an. Wer aus risikoarmen Gebieten in die Hauptstadt
kommt, soll sich demnach nicht mehr wie bisher zunächst für zwei
Wochen in Quarantäne begeben müssen. Die anvisierten Lockerungen
würden aber nicht für Besucher von ausserhalb Chinas greifen,
sagen zwei mit den Überlegungen vertraute Personen.

El Salvador verlängert Ausgangssperre

Die strengen Ausgangsbeschränkungen in El Salvador wegen der Corona-Krise sind bis zum 16. Mai verlängert worden. «Wir sind in der kritischsten Phase der Infektionen, und das Virus hat sich im ganzen Land ausgebreitet», schrieb Präsident Nayib Bukele am Dienstag auf Twitter.

El Salvador hat eine der strengsten Regelungen Lateinamerikas. Seit dem 22. März gilt dort eine Ausgangssperre – Ausnahmen gibt es nur zum Einkaufen von Lebensmitteln und Medikamenten sowie für Arbeiten, die als unerlässlich gelten. Schon am 11. März – noch vor der ersten bestätigten Infektion im Land – hatte der kleine mittelamerikanische Staat mit rund sechs Millionen Einwohnern seine Grenzen geschlossen.

Wer die Quarantäne missachtet, wird festgenommen und für bis zu 30 Tage in ein «Eindämmungszentrum» gesteckt. Menschenrechtler kritisierten diese Praxis, und El Salvadors oberstes Verfassungsgericht erklärte sie für unzulässig. Bukele weigerte sich jedoch, dem Urteil Folge zu leisten. Der 38-jährige Konservative warf den Richtern vor, «den Tod des Volkes angeordnet» zu haben.

Nach offiziellen Angaben wurden in El Salvador bislang 345 Menschen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. Neun von ihnen starben demnach, 97 gelten als genesen.

Mops hat Coronavirus

Ein Mops ist in den USA mit dem Coronavirus infiziert. Das Tier sei der erste Hund in den Vereinigten Staaten, bei dem die Atemwegserkrankung Covid-19 diagnostiziert wurde, wie die American Humane Society mitteilt. Der Hund habe sich offenbar bei der Mutter, dem Vater oder dem Sohn im Haushalt angesteckt, die alle positiv auf das Virus getestet haben, sagt eine Sprecherin der Humane Society.

Eine weitere Tochter wurde neben einem zweiten Hund und einer Katze negativ auf das Coronavirus getestet, erklärt die Sprecherin. Anfang letzten Monats teilten die Gesundheitsbehörden in Hongkong mit, dass der Hund eines Coronavirus-Patienten, der positiv auf das Virus getestet wurde, «wahrscheinlich» der erste Fall der Übertragung von Mensch zu Tier sei. Seitdem wurden mehrere Fälle bei Katzen gemeldet.

Gesundheitsbehörden warnten infolge der Infektionen bei Katzen, dass es keine Beweise dafür gebe, dass Haustiere das Virus auf den Menschen übertragen könnten.

«Katastrophale Auswirkungen auf Frauen»

Die Ausgangsbeschränkungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie könnten nach Ansicht der Vereinten Nationen zu sieben Millionen nicht geplanten Schwangerschaften führen. Das liege unter anderem daran, dass aufgrund von in der Krise unterbrochenen Lieferketten rund 47 Millionen Frauen in ärmeren Ländern keinen Zugang zu modernen Verhütungsmitteln mehr haben könnten, hiess es am Dienstag in New York vom Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA).

Zudem projiziert die Organisation eine starke Zunahme von Gewalt gegen Frauen und Verheiratung von Mädchen. Die Corona-Pandemie könne «katastrophale Auswirkungen auf Frauen und Mädchen in aller Welt» haben, sagte UNFPA-Direktorin Natalia Kanem – und rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, diese stärker zu schützen.

USA: 23'371 neue Fälle

Die US-Zentren für Krankheitskontrolle und Prävention (CDC) melden 981'246 Fälle von neuen Coronaviren, ein Anstieg von 23'371 Fällen binnen 24 Stunden. Die Zahl der Todesfälle sei um 1336 auf 55'258 gestiegen. Die CDC-Zahlen spiegeln nicht notwendigerweise Fälle wider, die von einzelnen Staaten gemeldet wurden.

Streaming-Filme zu Oscars zugelassen

Wegen der Coronavirus-Pandemie können in diesem Jahr einmalig auch Filme in die Oscar-Auswahl kommen, die nie im Kino waren, sondern ausschliesslich bei Streaming-Diensten zu sehen sind. Das teilte die Academy in der Nacht zum Mittwoch in Los Angeles mit.

Normalerweise muss ein Film an mindestens sieben aufeinanderfolgenden Tagen in einem Kino in Los Angeles zu sehen sein, um für eine Nominierung für die Filmpreise infrage zu kommen. Alle Kinos in Los Angeles sind aber seit mehr als einem Monat wegen der Coronavirus-Pandemie geschlossen.

Nach einer Wiederöffnung der Kinos gelte die vorübergehend gelockerte Regel nicht mehr, hiess es von der Academy. Die nächste Oscar-Verleihung ist für den 28. Februar 2021 geplant.

Dienstag, 28.4.2020

Roy Horn an Covid-19 erkrankt

Roy Horn, eines der Mitglieder des deutsch-amerikanischen Magierduos «Siegfried und Roy», hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Wie ABC News berichtet, spreche der 75-Jährige Roy gut auf die Behandlung an.

Siegfried und Roy senden positive Wünsche an alle, die von der Pandemie betroffen sind. Wir werden derzeit keine weiteren Kommentare über Roys Gesundheitszustand abgeben und bitten alle, seine Privatsphäre zu respektieren", sagte der Pressesprecher der Magier.

Der Magier Roy Horn (rechts) ist an Covid-19 erkrankt. (Bild: Keystone)

Am 3. Oktober 2003 wurde Roy Horn bei einem Auftritt im Mirage Hotel von Las Vegas von einem seiner weissen Tiger auf der Bühne angegfriffen und schwer verletzt. Der damals 59-Jährige Roy wurde in die Notaufnahme geflogen, wo ihm die Chirurgen mit einer Not-OP das Leben retteten. Er ist als Folge bis heute teilweise gelähmt.

US-Vize verzichtet auf Maske

US-Vizepräsident Mike Pence hat ungeachtet einer entsprechenden Vorschrift bei einem Klinikbesuch in der Corona-Krise keine Atemschutzmaske getragen. Auf Videos war zu sehen, wie Pence am Dienstag am Bett eines Patienten in dem Spital in Rochester im US-Bundesstaat Minnesota stand. Alle Personen um ihn herum hatten Nase und Mund mit Masken bedeckt. Die Mayo Clinic schrieb auf Twitter, Pence sei vor seiner Ankunft über die Richtlinie zum Tragen von Masken informiert worden. Wenige Minuten nach der Veröffentlichung des Tweets wurde dieser wieder gelöscht.

Seit Mitte April verlangt die Klinik von allen Patienten und Besuchern, eine Atemschutzmaske zu tragen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.


Vizepräsident Pence leitet die Corona-Arbeitsgruppe des Weissen Hauses. Die Gesundheitsbehörde CDC empfiehlt seit Anfang April, dass im Kampf gegen das Coronavirus auch gesunde Menschen ohne Symptome Stoffmasken in der Öffentlichkeit tragen sollten. Dies gelte vor allem für Situationen, in denen es schwierig sei, stets genügend Distanz zu anderen Menschen zu halten. US-Präsident Donald Trump hatte im Anschluss an die Bekanntgabe der Empfehlung gesagt, die Massnahme sei freiwillig und er habe sich dazu entschieden, keine Maske zu tragen.

USA will Grenzen für Brasilianer schliessen

Angesichts der Corona-Epidemie in Brasilien prüft die US-Regierung das Verhängen eines Einreiseverbots für Menschen aus dem südamerikanischen Land. Eine solche Massnahme werde derzeit ernsthaft erwogen, sagte US-Präsident Donald Trump am Dienstag im Weissen Haus bei einem Treffen mit dem Gouverneur des Bundesstaates Florida, Ron DeSantis.

Florida hat traditionell viele Flug- und Geschäftsverbindungen mit den Ländern Südamerikas. Auch eine brasilianischen Delegation war mit Präsident Jair Bolsonaro im März in die Vereinigten Staaten gereist und hatte dort Präsident Donald Trump in dessen Ressort in Mar-a-Lago zum Abendessen getroffen. Bei mehr als einem Dutzend Delegationsmitgliedern wurde danach Sars-CoV-2 nachgewiesen.

DeSantis, der ebenfalls positiv auf das Coronavirus getestet worden war, sagte, es sei vielleicht auch möglich, Passagiere vor ihrem Abflug in die USA mit Hilfe von Schnelltests auf das Coronavirus zu testen.

In Brasilien gab es der US-Universität Johns Hopkins zufolge bis Dienstagmittag (Ortszeit) gut 67'000 bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 und etwa 4600 Todesfälle.

1. Mio. Infizierte in den USA

Die Zahl der bekannten Infektionen in den USA hat nach Daten der Nachrichtenagentur Reuters die Marke von einer Million überschritten. Damit hat sich die Zahl innerhalb von 18 Tagen verdoppelt.

Bilder von Kühllastern zum Abtransport der Leichen wie hier in Brooklyn machen das Ausmass der Corona-Krise greifbar. (Bild: Keystone)

Putin verlängert arbeitsfreie Zeit

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie hat Russlands Präsident Wladimir Putin die arbeitsfreie Zeit um gut zwei Wochen verlängert. Diese Regelung gelte nun bis einschliesslich 11. Mai, sagte der Kremlchef am Dienstag bei einer im Staatsfernsehen übertragenen Videokonferenz. Damit wären viele Russen dann insgesamt sechs Wochen bei vollem Lohnausgleich zu Hause. Erst nach dieser Zeit werde es schrittweise Lockerungen geben, meinte Putin.

«Natürlich wünschte man sich, dass die erzwungenen Unannehmlichkeiten bald ein Ende haben», sagte er. Aber es wäre nachlässig und gefährlich zu glauben, dass die Bedrohung weniger geworden sei. «Wir haben es geschafft, die Ausbreitung etwas zu bremsen. Wir dürfen uns jetzt nicht zufrieden geben. Die Situation bleibt sehr schwierig.»

Viele Russen sind bereits seit Ende März im Zwangsurlaub. Nicht wenige befürchten, dass sie nach Lockerung der Massnahmen in die Arbeitslosigkeit abrutschen. Prognosen zufolge könnten künftig bis zu neun Millionen Menschen ohne Arbeit sein. In vielen Regionen des Landes gelten Ausgangsbeschränkungen. Auch diese sollen etwa in der Millionenmetropole Moskau um zwei weitere Wochen verlängert werden.

Griechenland bereitet sich auf den Sommer

Griechenland will die Beschränkungen ab dem 4. Mai lockern. Dabei sollen ab dem 1. Juni ganzjährige Hotels wieder öffnen dürfen, erklärt Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis.

Maskenpflicht in Frankreich

Frankreich macht das Tragen von Schutzmasken im öffentlichen Nahverkehr landesweit zur Pflicht. Vom 11. Mai an muss man in der Métro, in Bussen und in Zügen Mundschutz tragen, wie Premierminister Édouard Philippe am Dienstag in der Nationalversammlung mitteilte.

Zugleich sollen die Geschäfte wieder öffnen. Bars und Restaurants bleiben geschlossen. Der Regierungschef stellte im Parlament den Plan zur Lockerung der strengen Ausgangsbeschränkungen vor.

Philippe sagte, die Geschäfte müssten strenge Vorgaben einhalten, um die Einhaltung der Mindestabstände zu gewährleisten. Das Tragen einer Maske werde dort empfohlen. Der Premierminister sagte, es sei generell besser, eine Maske zu tragen. Masken sollen auch in Sekundarschulen verpflichtend sein. In Kindergärten sei dies aber nicht vorgesehen, und in der Grundschule werde es nicht empfohlen.

Seit Anfang dieser Woche sind Masken in Frankreich wieder in Apotheken zu kaufen. Seit Anfang März wurden sie ausschliesslich dem Gesundheitspersonal zur Verfügung gestellt. Apotheker fürchten nun allerdings lange Lieferfristen.

Venedig wirbt um Touristen: Kommt, wenn ihr euch bewegen dürft

Venedig hat in der Corona-Krise zur Unterstützung des Tourismus aufgerufen. «Jedem, der sich in den kommenden Monaten bewegen kann, sage ich: Kommt nach Venedig», erklärte Bürgermeister Luigi Brugnaro am Dienstag auf Twitter.

Die Stadt arbeite daran, die Strände wiederzueröffnen. Im September finde auch das internationale Filmfest statt. Brugnaro stellte ein Dokument vor, das 65 Verbände unterzeichnet haben. Darin rufen sie die Regierung in Rom dazu auf, klare Vorgaben zu machen, wie und wann zum Beispiel Hotels die Arbeit wieder aufnehmen können.

Venedig ist vom Tourismus abhängig. Derzeit ist die Stadt wegen der strikten Ausgangssperren und Reisebeschränkungen, die für ganz Italien gelten, komplett leer. «Wir können es uns nicht mehr leisten, eine der wichtigsten Industrielokomotiven des Landes anzuhalten», sagte Bürgermeister Brugnaro mit Blick auf die Massnahmen der Regierung in Rom. Wie lange die derzeitigen Reisebeschränkungen auch für Besucher aus dem Ausland noch gelten, ist unklar.

Venedig hatte auch schon vor der Corona-Krise mit einem Einbruch der Touristenzahlen zu kämpfen, weil ein Hochwasser die Stadt im November schwer in Mitleidenschaft gezogen hatte. Normalerweise wird die Unesco-Stadt von Besuchern überlaufen. Die Stadt wollte daher ab Juli eine «Eintrittsgebühr» verlangen. Dieses Vorhaben wurde nun um ein Jahr verschoben.

Wieso Boris Johnson wohl ins Spital musste - aber andere Politiker nicht

Der britische Premierminister, der an Covid-19 erkrankt war und Anfang April ins Krankenhaus musste, hat am Montag seine Arbeit wieder aufgenommen. Dass Boris Johnson aber hospitalisiert und für einige Tage sogar auf die Intensivstation verlegt werden musste, habe seine Gründe, sagte Doktor Aseem Malhotra im britischen TV. «Der Virus hat Johnson derart hart getroffen, weil dieser deutlich übergewichtig ist», sagt der Herzspezialist vom Frimley Park Hospital. 2018 hatte Johnson angegeben, bei einer Körpergrösse von 1.75 Metern fast 102 Kilo auf die Waage zu bringen.

Maltora sieht sich insofern bestätigt, als dass auch andere britische Politiker wie der Gesundheitsminister Matt Hancock am Virus erkrankt waren, ohne Komplikationen erlitten zu haben. Das liege wohl daran, dass diese Politiker allesamt schlanker seien als Johnson, so Malhotra.

Auch die britischen Gesundheitsbehörden würden von einer Verbindung zwischen den Covid-19-Todesraten und Übergewicht ausgehen: «Nicht nur treten bei übergewichtigen Menschen wegen dem hohen Bluthochdruck oder Diabetes schneller Komplikationen bei einer Covid-19-Erkrankung auf, sie scheinen das Virus auch länger zu streuen.»

Johnson war am 27. März positiv auf das Coronavirus getestet worden. Am 5. April wurde er schliesslich in St. Thomas' Spital in Südlondon verlegt, aus dem er glücklicherweise am 9. April entlassen wurde.

Tausende Corona-Tote in britischen Pflegeheimen

In britischen Pflegeheimen sind Tausende Menschen an den Folgen ihrer Corona-Infektion gestorben. Allein in England und Wales starben 4343 Heimbewohner in zwei Wochen (10. bis 24. April), wie die nationale Statistikbehörde ONS am Dienstag mitteilte.

Die Betreiber der Einrichtungen fürchten, dass der Höhepunkt der Pandemie in ihren Häusern noch nicht erreicht ist. In den Heimen nehme die Zahl der Toten deutlich zu, warnten sie.

In den täglich von der Regierung veröffentlichte Statistiken zu den Covid-19-Toten werden nur Sterbefälle in Krankenhäusern erfasst. Bislang sind demnach mehr als 21 000 Menschen an den Folgen ihrer Ansteckung in den Kliniken gestorben. Kritiker hatten stets eine hohe Dunkelziffer vermutet, auch wegen des Mangels an Corona-Tests.

Hochhaus in Deutschland unter Quarantäne gestellt - Toter entdeckt

In Grevenbroich, Nordrhein-Westfalen, musste letzte Woche ein ganzes Hochhaus unter Quarantäne gestellt werden, weil zwei Familien offenbar gegen die geltenden Kontaktbeschränkungen verstossen hatten. Zuvor waren die insgesamt acht Personen positiv auf Covid-19 getestet worden. Jetzt müssen sich auch alle Anwohner aus 117 Wohnungen - insgesamt 450 Personen - testen lassen. Jetzt hat die Polizei in einer der Wohnungen einen Toten entdeckt. Es handele es sich um den 58 Jahre alten Wohnungsinhaber, sagte eine Polizeisprecherin.

Die genaue Todesursache war zunächst weiter unklar. Die Ermittler gehen aber nicht von einem Verbrechen aus. Jetzt muss die Staatsanwaltschaft Mönchengladbach entscheiden, ob die Leiche obduziert wird.

Inzwischen ist auch bekannt geworden, dass sich fünf weitere Personen aus dem Hochhaus mit dem Virus angesteckt haben. Es handelt sich um eine alleinstehende Person sowie vier Infizierte aus drei Familien, wie Spiegel.de schreibt.

Die Stadt Grevenbroich erklärte, die Quarantäne für den gesamten Gebäudekomplex gelte weiter. Zunächst müssten die näheren Kontaktpersonen der Infizierten ermittelt werden. Vermutlich könne die Sperre aber im Laufe des Tages aufgehoben werden, so ein Sprecher der Stadt.

Türkei liefert Schutzausrüstung an USA

Die Türkei unterstützt die USA im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie mit medizinischer Schutzausrüstung. Ein türkisches Militärflugzeug bringt 500'000 chirurgische Masken, 4000 Schutzanzüge, Desinfektionsmittel und Schutzbrillen in die Vereinigten Staaten. Die Türkei liefere die Hilfsgüter auf Ersuchen des NATO-Verbündeten, teilen die Behörden mit. Die US-Botschaft sprach von einer «grosszügigen Spende», die zeige, dass die Beziehung zwischen den USA und der Türkei stark sei.

Zuletzt waren die Beziehungen allerdings belastet etwa durch Streitigkeiten über den türkischen Kauf eines russischen Raketenabwehrsystems, die US-Sanktionen gegen den Iran und den Syrien-Konflikt.

Schweigeminute in Grossbritannien

Grossbritannien hat am Dienstag mit einer Schweigeminute der etwa 100 Ärzte und Pflegenden gedacht, die an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben sind. Auch Premierminister Boris Johnson nahm teil.
Er hatte nach seiner Genesung am Vortag wieder die Arbeit in der Downing Street aufgenommen.

In Grossbritannien mangelt es beim Kampf gegen die Pandemie an Schutzausrüstungen. Ärzte und Pfleger kritisieren, dass sie sich nicht ausreichend vor dem Coronavirus schützen könnten, da es an Masken und geeigneten Kitteln fehle. Die Regierung kündigte an, die Familien der am Coronavirus gestorbenen Ärzte und Pfleger mit je knapp 73'000 Franken zu unterstützen.

USA: Über 74'000 Tote bis Anfang August?

In den USA rechnen führende Gesundheitsexperten nunmehr mit 74'073 Corona-Toten bis Anfang August. Dies geht aus der jüngsten Prognose der Universität von Washington hervor. Der zuständige Institutsleiter Christopher Murray warnt, die Totenzahl könne höher ausfallen, wenn die Bundesstaaten ihre Beschränkungen für Unternehmen zu früh lockern. Das Weisse Haus und diverse bundesstaatliche Gesundheitsbehörden berufen sich häufig auf das Modell der Universität. Vergangene Woche waren die Wissenschaftler noch von fast 67'000 Toten in den USA bis August ausgegangen, vor einem Monat hatten sie rund 90'000 Tote prognostiziert. Bis Montag sind laut einer Auswertung der Nachrichtenagentur Reuters mehr als 56'000 Covid-19-Erkrankte in den USA gestorben.