Aktualisiert 18.05.2020 05:21

Niederlande

Coronavirus in Staubpartikeln entdeckt

Ende April wurde bekannt, dass Nerze einer Farm in den Niederlanden das neuartige Coronavirus in sich tragen. Nun sind weitere Farmen betroffen. Doch die Gefahr für den Menschen schätzt eine Virologin als gering ein.

von
Yasmin Rosner
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In den Niederlanden wurden mehrere infizierte Tiere gezählt: Ein Nerz in einer Zuchtfarm in China. (Symbolbild)

In den Niederlanden wurden mehrere infizierte Tiere gezählt: Ein Nerz in einer Zuchtfarm in China. (Symbolbild)

KEYSTONE
Nerze, die zur Familie der Marder gehören, weisen ähnliche Symptome auf wie Menschen auf, wenn sie an Corona erkranken.

Nerze, die zur Familie der Marder gehören, weisen ähnliche Symptome auf wie Menschen auf, wenn sie an Corona erkranken.

KEYSTONE
Die infizierten Tiere haben Beschwerden beim Atmen.

Die infizierten Tiere haben Beschwerden beim Atmen.

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An Covid19 erkrankte Mitarbeiter einer niederländischen Nerzfarm gelten ersten Untersuchungen zufolge als Grund, warum das Virus Ende April auch bei den Zuchttieren nachgewiesen wurde. Wie Menschen leiden die Tiere aus der Familie der Marder unter anderem an Atemwegsbeschwerden. Wie die «SonntagsZeitung» schreibt, sind nun auch zwei weitere Farmen betroffen.

Die Regierung ordnete nun Massnahmen an: Die Nerze dürfen nicht mehr transportiert werden. Auch die Fäkalien können vorerst nicht weggeschafft werden. Bis das Infektionsrisiko geklärt ist, bleibt dies so. Zwar geht das niederländische Landwirtschaftsministerium gemäss der Zeitung davon aus, dass das Risiko gering sei. Allerdings habe eine Staubprobe aus dem Umfeld Viren enthalten. Ob diese Staubpartikel für den Menschen gefährlich seien, ist noch unklar. Sicherheitshalber empfehlen die Behörden, einen Abstand von 400 Metern von den Farmen zu halten.

Dass das Virus bei Nerzen festgestellt wurde, ist für Virologin Isabella Eckerle vom Centre for Emerging Viral Diseases der Universität Genf keine Überraschung, da Nerze «als Tiermodell zur Forschung an Sars-CoV verwendet» würden. «Eventuell wird sich der Erreger auch in den Tieren verändern, aber die Zahl der Infektionen dort ist im Vergleich zu den vielen Millionen infizierten Menschen weltweit doch sehr gering», so Eckerle in der «SonntagsZeitung». Sie gehe davon aus, dass die Gefahr für den Menschen von diesen infizierten Nerzen gering sei.

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22 Kommentare
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E. W.

18.05.2020, 09:24

Jetzt gäbe es einen Grund, diese Farmen zu schließen

kichererbse

18.05.2020, 09:21

warum gibt es immer noch nerzfarmen? pelz ist mord und tierqual sollte nicht unterstützt werden. schaut hin. öffnet euer herz.

M. G.

18.05.2020, 09:20

Die Grösse und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie ihre Tiere behandeln. Wusste gar nicht das auch die Niederlande so ein rückständiges Land ist.