Natürliche Reaktion: Annas Muttermilch ist wegen Coronavirus plötzlich grün
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Natürliche ReaktionAnnas Muttermilch ist wegen Coronavirus plötzlich grün

Die Mexikanerin Anna Priscilla Cortez war gerade Mutter geworden, als sie sich mit dem Coronavirus infizierte. Ihre Tochter stillte sie weiter – bis sie merkte, dass ihre Muttermilch nicht weiss, sondern grün war.

von
Fee Anabelle Riebeling
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Trotz Coronainfektion stillte Anna Priscilla Cortez ihre kleine Tochter weiter. 

Trotz Coronainfektion stillte Anna Priscilla Cortez ihre kleine Tochter weiter.

Symbolbild/Getty Images
Weil die Kleine auch dann Hunger hatte, wenn ihre Mutter vom Virus schlapp war, pumpte sie Extra-Portionen ab. 

Weil die Kleine auch dann Hunger hatte, wenn ihre Mutter vom Virus schlapp war, pumpte sie Extra-Portionen ab.

Getty Images/iStockphoto
Tage später dann der Schock: Die nach der Diagnose abgepumpte Milch sah ganz anders aus als die zuvor eingefrorene.

Tage später dann der Schock: Die nach der Diagnose abgepumpte Milch sah ganz anders aus als die zuvor eingefrorene.

Anna Priscilla Cortez

Darum gehts

  • Die Muttermilch einer jungen Mexikanerin leuchtete plötzlich grün.

  • Ausgelöst worden war die Farbveränderung durch das Coronavirus, mit dem sie infiziert war.

  • Ihr Körper produzierte daraufhin Antikörper – und gab sie auch an die Muttermilch weiter.

Auf Freude folgt Leid – so lassen sich die vergangenen Monate im Leben der 23-jährigen Anna Priscilla Cortez am besten beschreiben. Denn auf die Geburt ihrer Tochter folgte der Schock. Sie wurde müde und schlapp und verlor dann ihren Geschmacks- und Geruchssinn. Kurz: Sie hatte sich mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 angesteckt.

Ihre Tochter stillte sie währenddessen mit dem Okay der Kinderärztin weiter, wie sie auf ihrem Blog berichtet. «Ich bemerkte aber, dass sie wählerisch war und öfter gestillt werden wollte.» Darum pumpte sie Muttermilch ab, um einen Vorrat anzulegen. «Ich versah die Beutel mit dem jeweiligen Datum und legte sie ins Kühlfach.» Als sie ein paar Tage später zurückkam, fiel ihr auf, dass die Milch, die sie während ihrer Infektion abgepumpt hatte, giftgrün war (siehe Bildstrecke).

Farbe so intensiv, weil das Virus so stark ist

Es sei ein Schock gewesen, zitieren einige Medien Cortez. Die junge Mutter kontaktierte sofort den Kinderarzt ihrer Kleinen, der auch als Stillberater tätig ist. Der konnte die 23-Jährige beruhigen: Die Farbveränderung sei wahrscheinlich auf die Antikörper zurückzuführen, die ihr Körper entwickelt habe, um das Virus abzuwehren und ihr Baby zu schützen. «Die Farbe war so intensiv, weil das Virus so stark ist», so Cortez zu Metro.co.uk.

Die Ärztin empfahl der Jungmutter, weiter zu stillen. Denn mit den über die Muttermilch aufgenommenen Antikörper gegen Corona habe ihre Tochter den besten Schutz, falls auch sie an dem Virus erkranke. Cortez tat wie ihr geheissen. Und tatsächlich: Nachdem sie negativ auf Sars-CoV-2 getestet wurde, kehrte auch ihre Muttermilch zurück zur normalen Farbe. Doch warum ist der Mexikanerin die Verfärbung nicht früher aufgefallen? Mit der Frage konfrontiert, kann die 23-Jährige nur eine Vermutung äussern: «Als ich abpumpte ging es mir immer ziemlich dreckig – ich habe die Milch kaum wahrgenommen.»

Verschiedene Farben möglich

Eine ähnlich begründete Farbveränderung erlebte im Jahr 2019 auch eine junge Britin, wie Parents.com schreibt. Die Muttermilch von Jody Danielle Fisher aus Birmingham schimmerte mit einem Mal blau. Sie postete ein Beweisfoto davon auf Facebook und erklärte, ihre Tochter sei kurz zuvor geimpft worden. Ihr Körper würde nun die entsprechenden Antikörper produzieren. «Wenn sie trinkt, sendet ihr Speichel Signale an meinen Körper, damit er mehr Milch mit den Antikörpern produziert, die speziell auf die Krankheit abgestimmt sind.»

Dass sich die Farbe der Milch je nach den Bedürfnissen des Kindes ändert, ist «nicht nur möglich, sonder sogar wahrscheinlich», zitierte das Magazin «Self» vor einigen Jahren Jamil Abdur-Rahman, einen Gynäkologe aus Waukegan im US-Bundesstaat Illinois. «Wenn eine stillende Mutter oder ein Baby, das gestillt wird, krank werden, steigt der Anteil der infektionsbekämpfenden weissen Blutkörperchen in der Muttermilch um bis zu 94 Prozent.»

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