Aktualisiert 28.05.2013 16:43

Toter in FrankreichCoronavirus wird zur Gefahr für ganze Welt

Nachdem in Frankreich ein aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zurückgekehrter Mann an der gefährlichen Atemwegserkrankung gestorben ist, schlägt die WHO wegen des SARS-ähnlichen Erregers Alarm.

von
kub

Angesichts von mehr als 20 Todesfällen hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eindringlich vor dem neuen Coronavirus gewarnt. Unter allen Gesundheitsproblemen mache ihr dieser Erreger «derzeit die grössten Sorgen», sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan in Genf.

«Das neue Coronavirus ist eine Gefahr für die ganze Welt.» Es ähnelt dem SARS-Erreger, an dem vor zehn Jahren etwa 800 Menschen starben.

Frankreich meldete unterdessen am Dienstag den landesweit ersten Toten durch das neue Virus. Bei dem 65 Jahre alten Patienten in Lille war nach einer Saudi-Arabien-Reise die Infektion festgestellt worden. Er hat möglicherweise einen weiteren Patienten angesteckt.

Grippeähnliche Symptome

Der WHO wurden seit September 2012 aus acht Ländern mehr als 40 bestätigte Infektionen mit dem neuen Erreger (MERS-CoV) gemeldet. Ausser dem Franzosen starben mindestens 22 Patienten an den Folgen der Krankheit, die grippeähnliche Symptome aufweist und unter anderem zu lebensgefährlichen Entzündungen der Atemwege führen kann.

«Gemessen an den potenziellen Gefahren wissen wir zu wenig über dieses Virus», sagte Chan laut WHO-Mitteilung zum Abschluss der 66. Weltgesundheitsversammlung am Montag. «Keine neue Krankheit ist unter Kontrolle, die sich rascher entwickelt als unser Verständnis davon.» Die Staaten müssten gemeinsam auf diese «Alarmglocke» reagieren.

Nach der letzten Aktualisierung der WHO-Statistik zum neuen Coronavirus (23. Mai) wurden bestätigte Ansteckungen vor allem im Nahen Osten registriert - in Saudi-Arabien, Jordanien, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Allein die Gesundheitsbehörden Saudi-Arabiens meldeten demnach 22 Erkrankungen mit zehn Todesfällen.

Ausser in Frankreich sind laut WHO in Deutschland, Tunesien und Grossbritannien Fälle von Ansteckungen aufgetreten, die wahrscheinlich im Zusammenhang mit Reisen in die Nahost-Länder stehen. (kub/sda)

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