Couchepin: Blocher ist «kein Erretter»
Aktualisiert

Couchepin: Blocher ist «kein Erretter»

«Es gibt keinen Erretter in einer Republik und erst Recht nicht in einer Republik mit direkter Demokratie», sagte Couchepin in Anspielung auf Blochers Rede auf dem Uetliberg.

Er stört sich daran, dass Blocher die Mitteilung zu seiner persönlichen Standortbestimmung auf der Website des Departements verbreitet hat.

«Ich habe die auf der offiziellen Website publizierte Mitteilung gelesen», sagte Couchepin, der in Peru weilte, am Freitagabend dem Westschweizer Radio. «Ich muss sagen, dass ich überrascht bin, eine solche Nutzung der offiziellen Website des Departements zu sehen. Ich glaube, dass sich Blocher bei anderer Gelegenheit zu Recht gegen Behördenpropaganda gestellt hat. Offenbar hat er seine Einwände nun vergessen.»

Keine Erretter in der Schweiz

Couchepin kritisierte auch Blochers Behauptung, grosse Veränderungen erzielt zu haben. In der Schweiz herrsche ein System, in welchem Fortschritte nicht von einem Tag auf den andern erzielt würden, gab Couchepin zu bedenken. «Es gibt keine Revolution, wenn jemand an die Macht kommt.»

Es sollte der Eindruck vermieden werden, dass eine neue Ära beginne, wenn ein neues Regierungsmitglied seine Arbeit aufnehme. «Es gibt keinen Erretter in einer Republik und erst Recht nicht in einer Republik mit direkter Demokratie», sagte Couchepin.

Rückbesinnung auf Bewährtes

Bundesrat Blocher hatte am Donnerstag die Medien zu einer Standortbestimmung auf den Zürcher Uetliberg gerufen. Er kritisierte die Linke und erklärte, seit seiner Wahl in den Bundesrat habe in der Schweiz eine Rückbesinnung auf bewährte Werte eingesetzt. Die Wahlen 2007 würden entscheiden, ob die «erfolgreiche liberal-konservative Politik» fortgesetzt werde.

Bundespräsident Moritz Leuenberger hatte am vergangenen Wochenende in einem Interview festgehalten, den Bundesrätinnen und Bundesräten seien im Wahlkampf klare Grenzen gesetzt. Verschiedentlich sprach sich Leuenberger ferner gegen das öffentliche Austragen von Differenzen zwischen Bundesratsmitgliedern aus.

(sda)

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