Couchepin in New York
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Couchepin in New York

Bundesrat Pascal Couchepin ist in New York eingetroffen, wo er am Samstag eine Ausstellung zu Schweizer Emigranten eröffnen wollte. Couchepin wies nach seiner Ankunft auf die gemeinsamen Werte hin, die die USA und die Schweiz teilten.

Amerika sei nicht nur die Schwesterrepublik der Schweiz, es sei auch die Republik der Schweizer Söhne und Töchter, sagte Couchepin bei einem Empfang vor über 1000 Schweiz-Amerikanern am Freitagabend in New York.

Die von Swiss Roots (Schweizer Wurzeln) organisierte Ausstellung auf der Einwandererinsel Ellis Island vor Manhattan ist Teil der Bestrebungen der Schweiz, die guten Beziehungen zwischen den beiden Staaten zu stärken. Ferner soll den rund 1,2 Millionen Amerikanern schweizerischer Abstammung ihre alte Heimat näher gebracht werden.

300 000 gingen nach Amerika

Rund 300 000 Schweizer und Schweizerinnen wanderten laut Swiss Roots in den letzten 200 Jahren aus der Eidgenossenschaft nach Amerika aus. Viele von ihnen landeten nach wochenlanger Schiffsreise auf Ellis Island, dem damaligen Kontrolltor für die Einreise. Seit 1990 ist die Insel ein Museum.

Die Schweizer Ausstellung rückt nun auch 25 berühmte Eidgenossen ins Blicklicht, die Amerika mitgeprägt haben, darunter Autobauer Louis Joseph Chevrolet, Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross, Ex- US-Finanzminister Albert Gallatin oder der Erfinder der elektrischen Gitarre, Adolph Rickenbacker.

Swiss Roots verweist aber auch auf Einfluss der Eidgenossenschaft auf die USA von heute: Die Pop-Sängerin Jewel tritt zum Nationalfeiertag mit ihrem Vater Atz Kilcher in New York auf, der Disc Jockey Oliver Stumm sieht sich in der Ausstellung verewigt und der gegenwärtige Held des US-Football-Clubs Pittsburgh Steelers, Ben Roethlisberger, findet in der Schweiz seine Wurzeln.

Reges Interesse

Die Idee, der Schweiz ihren Platz in der amerikanischen Geschichte gebührend beizumessen, entstand in Zusammenarbeit des Projektes Migrationsmuseum Schweiz und dem Schweizer Generalkonsulat in New York, mit finanzieller Hilfe von Präsenz Schweiz und einer Reihe privater Sponsoren.

Eine gemeinsame Plattform finden die verschiedenen Ereignisse auf der Webseite www.swissroots.org. Die im März lancierte Internetadresse habe monatlich über 20 000 Besucher und erzähle bereits Hunderte von schweiz-amerikanischen Geschichten, sagte Generalkonsul Raymond Loretan, Kopf des Projektes.

Couchepin lobte das Unterfangen und zeigte sich tief beeeindruckt von der Anzahl und der Qualität schweiz-amerikanischer Veranstaltungen in den USA.

Die Ausstellung, die von Couchepin am Samstag mit einer vorgezogenen Rede zum Nationalfeiertag eröffnet wird, soll rund 60 000 Besucher anlocken. Sie soll zudem zeigen, dass die Schweiz sowohl ein Einwanderer- wie ein Auswandererland war und ist. Der Titel der Ausstellung lautet: «Swiss Roots: Small Numbers Big Impact» (Schweizer Wurzeln: Kleine Anzahl grosse Wirkung). (sda)

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