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Couchepin verspricht «niedrigste Prämien- Erhöhung seit zehn Jahren»

Bundesrat Pascal Couchepin hat den Krankenversicherten für nächstes Jahr die geringste Prämienerhöhung seit zehn Jahren in Aussicht gestellt. Zudem bezeichnete er das medizinische Know-How der Schweiz als Kapital und Chance.

In der Abschrift seiner Rede vom Dienstag auf der St. Petersinsel geht der Gesundheitsminister von einem Anstieg in der Grössenordnung von rund drei Prozent aus. Damit bestätigte Couchepin frühere Prognosen anderer Experten, welche ebenfalls das tiefste Prämienwachstum seit der Einführung des neuen Krankenversicherungsgesetzes erwarten.

Der Innenminister führte diese Entwicklung auf eine Reihe seiner Kostensenkungsmassnahmen zurück, so etwa auf die Verbilligung vieler Medikamente, die Senkung der Mindestreserven der Krankenkassen oder den Ausschluss der Komplementärmedizin aus der Grundversicherung. Gleichzeitig gab Couchepin seiner Hoffnung Ausdruck, dass das Pendel nächstes Jahr nicht wieder zurückschlagen wird. «Ich hoffe, dass es nachhaltig sein wird», sagte er.

Gesundheitsmarkt als Chance

Der Markt für Gesundheit könnte zu einem Wachstumsmotor für die Schweiz werden, sagte Couchepin. Eine neue Studie sieht gar das Potential, die Schweiz als «Gesundheitsland» zu etablieren.

Das Gesundheitswesen sei heute eine Wachstumsbranche und die Schweiz müsse davon profitieren, sagte Couchepin am Dienstag auf seinem traditionellen Medienausflug zur St. Petersinsel. Neben dem klassischen auf Heilung zielenden Gesundheitsmarkt entwickle sich immer stärker auch ein neuer Markt für Prävention und die Erhaltung der Gesundheit. Die Schweiz solle an diesem Wachstumsmarkt teilhaben und ihre guten Voraussetzungen dafür nutzen, sagte Couchepin weiter.

Eine Studie, welche das Gottlieb Duttweiler Institut in seinem Auftrag erstellt hat, sieht gar eine Chance, die Schweiz international als eigentliches «Gesundheitsland» zu positionieren. Sie könnte sich einerseits als Zentrum für hochstehende Chirurgie und medizinische Forschung einen Namen machen und sich andererseits im Tourismus als bevorzugte Destination für Gesundheitstourismus etablieren.

Laut Couchepin fällt der Politik in diesem Kontext die Aufgabe zu, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen und für ein wettbewerbsfähiges Gesundheitswesen zu sorgen. Dabei müsse vermehrt in Netzwerken gedacht werden, sagte der Innenminister. Die Sicht dürfe nicht mehr nur auf den nationalen Markt beschränkt bleiben. Zudem seien Effizienzgewinne zu erzielen, um die Kosten zu senken.

Weitere Bedingung für eine nachhaltige Gesundheitspolitik ist laut Couchepin, dass die Prämien nicht ins Unendliche steigen. Die Politik müsse darum genau überlegen, welche Leistungen in die soziale Krankenversicherung gehörten und welche nicht. (dapd)

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