Daten von 22 Mio Menschen – Covid-Impfungen senken Risiko schwerer Verläufe um 90 Prozent
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Daten von 22 Mio MenschenCovid-Impfungen senken Risiko schwerer Verläufe um 90 Prozent

Impfdurchbrüche und keine Verhinderung der Virusweitergabe: Die hohe Wirksamkeit der Impfungen gegen Covid-19 wird immer wieder bezweifelt. Eine neue Studie hält dagegen.

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Das Risiko wegen Covid-19 auf der Intensivstation zu landen ist nicht für alle Menschen gleich gross. 

Das Risiko wegen Covid-19 auf der Intensivstation zu landen ist nicht für alle Menschen gleich gross.

20min/Jacqueline Straub
So haben etwa Personen mit Vorerkrankungen wie Bluthochdruck ein grösseres Risiko für schwere Verläufe. 

So haben etwa Personen mit Vorerkrankungen wie Bluthochdruck ein grösseres Risiko für schwere Verläufe.

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Bei jüngeren Menschen ist das Risiko geringer. Aber auch sie können mitunter schwer erkranken. 

Bei jüngeren Menschen ist das Risiko geringer. Aber auch sie können mitunter schwer erkranken.

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Darum gehts

  • Eine Studie bestätigt die Wirksamkeit der Corona-Impfungen von Moderna, Biontech/Pfizer und AstraZeneca.

  • Die drei Vakzine sind bis mindestens fünf Monate nach einer vollständigen Impfung zu mehr als 90 Prozent wirksam gegen schweres Covid-19.

  • Die Forschenden hatten sich auf die Personengruppe über 50 Jahren konzentriert.

Corona-Impfungen schützen laut einer neuen französischen Studie sehr effektiv vor schweren Covid-19-Verläufen – auch im Fall der hochansteckenden Delta-Variante. «Geimpfte Menschen haben ein neunmal geringeres Risiko, ins Spital eingeliefert zu werden oder an Covid-19 zu sterben als ungeimpfte», erklärte der Epidemiologe Mahmoud Zureik, Leiter der Wissenschaftsgruppe Epi-Phare, die am Montag die Ergebnisse ihrer Studie veröffentlichte.

Dafür untersuchten die Wissenschaftler die Daten von 22 Millionen Menschen über 50 Jahren im Zeitraum vom 27. Dezember 2020 bis 20. Juli. Dabei zeigte sich, dass Geimpfte zwei Wochen nach ihrer zweiten Dosis ein 90 Prozent niedrigeres Risiko einer Spitaleinlieferung oder eines tödlichen Krankheitsverlaufs hatten als Ungeimpfte. Untersucht wurde die Wirkung der Vakzine von Biontech/Pfizer (Comirnaty), Moderna (Spikevax) und Astrazeneca (Vaxzevria).

Riesiger Datensatz

Die neueste Studie bestätigt ähnliche Erkenntnisse aus den USA, Grossbritannien und Israel. Laut den französischen Wissenschaftlern ist es jedoch die bislang grösste Untersuchung dieser Art. Sie deutet demnach auch darauf hin, dass der Schutz vor schweren Verläufen im Studienzeitraum von fünf Monaten nicht abnahm. Für ihre Studie verglichen die Forscher die Daten von elf Millionen Geimpften mit jenen von elf Millionen Ungeimpften. Dabei berücksichtigten sie auch Geschlecht, Alter und in welcher Region die Betroffenen wohnten.

Für die Delta-Variante wies Epi-Phare eine ähnlich hohe Schutzwirkung nach: Sie lag für Menschen ab 75 Jahren bei 84 Prozent, für Menschen zwischen 50 und 75 Jahren bei 92 Prozent. Im Fall der Delta-Variante sprachen sich die Wissenschaftler jedoch für Folgestudien aus, da die Datenlage sich nur auf einen Monat bezog. Die hochansteckende Virusvariante war erst im Juni in Frankreich aufgetreten.

Darum hat es vielerorts immer mehr Geimpfte auf den Intensivstationen

Während in der Schweiz die Zahl der Geimpften, die wegen Covid-19 hospitalisiert werden müssen, verhältnismässig konstant bleibt und zuletzt sogar etwas sank, steigt andernorts der Anteil der geimpften Covid-Patienten auf den Intensivstationen. Etwa in Deutschland. Doch was insbesondere Impfgegner und Impfablehner als Beweis dafür werten, dass die Covid-19-Vakzine nichts bringen, ist laut Fachleuten wenig verwunderlich: «Dass im Laufe der Zeit mehr Impfdurchbrüche verzeichnet werden, ist erwartbar, da generell immer mehr Menschen geimpft sind und sich Sars-CoV-2 derzeit wieder vermehrt ausbreitet. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, als vollständig geimpfte Person mit dem Virus in Kontakt zu kommen», teilt etwa das deutsche Robert-Koch-Institut mit. Wie auch hierzulande, sind es auch in Deutschland vor allem Ungeimpfte, die einen schweren und/oder tödlichen Corona-Verlauf haben. Die Impfdurchbrüche mit schweren Verläufen dagegen seien noch immer im einstelligen Prozentbereich. Zudem treffe der Impfdurchbruch meist Menschen, deren «Immunsystem etwa durch eine Chemotherapie oder eine dauerhafte Kortisonbehandlung geschwächt ist, oder die älter als 80 Jahre sind», erklärt Gernot Marx, Präsident der Vereinigung der Intensiv- und Notfallmediziner (DIVI) gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Auch Vorerkrankte zählen laut einer Studie aus Israel dazu. (AFP)

Der Anteil der Ungeimpften, die in der Schweiz aufgrund von Covid-19 hospitalisiert werden müssen, ist deutlich grösser als der der Geimpften. 

Der Anteil der Ungeimpften, die in der Schweiz aufgrund von Covid-19 hospitalisiert werden müssen, ist deutlich grösser als der der Geimpften.

Screenshot BAG

Keine direkten, schweren Nebenwirkungen bei mRNA-Impfungen

Nicht nur die Wirksamkeit der Impfstoffe ist laut Expertinnen und Experten sehr gut, sondern auch das Nebenwirkungsprofil – zumindest das der mRNA-Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer. Das geht aus einer kürzlich veröffentlichten Auswertung aus den USA hervor, in die die Daten von 6,2 Millionen Menschen eingeflossen sind. Demnach gibt es nach den mRNA-Impfungen keine direkten, also unmittelbaren, schwerwiegenden Nebenwirkungen. Die Geimpften, auf deren Daten die Analyse basiert, werden weiter überwacht, um später auch Aussagen über längerfristige oder allenfalls später einsetze Nebenwirkung treffen zu können. Dass es zu solchen kommt, halten Expertinnen und Experten aber für wenig wahrscheinlich.

Unbestritten ist allerdings, dass es nach mRNA-Impfungen zu Nebenwirkungen wie Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen kommen kann. Nachdem einige Länder den Moderna-Impfstoff vorerst für jüngere Menschen ausgesetzt hat, untersucht nun auch Swissmedic die Daten.

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