Twint, Apple Pay und Co.: Vertrauen in Zahlungsmittel steigt

Publiziert

Comparis-Studie«Machen es Hackern viel zu einfach an ihre Daten zu kommen»

Twint, Apple Pay und Co. haben durch die Corona-Pandemie Aufwind erhalten. Der Kauf per Rechnung geniesst aber immer noch am meisten Vertrauen. Und in Sachen Passwörter haben viele Nachholbedarf

von
Tobias Bolzern
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Digitale Zahlungsmittel haben an Vertrauen gewonnen.

Digitale Zahlungsmittel haben an Vertrauen gewonnen.

20min/Taddeo Cerletti
Zu diesem Schluss kommt die aktuelle Datenvertrauensstudie von Comparis.

Zu diesem Schluss kommt die aktuelle Datenvertrauensstudie von Comparis.

20min/Michael Scherrer
Besonders hoch im Kurs ist das Zahlungsmittel Twint. 

Besonders hoch im Kurs ist das Zahlungsmittel Twint. 

Darum gehts

«Mit den Corona-bedingten Paketbergen vor den Hauseingängen stieg in der Schweiz das Vertrauen in digitale Zahlungsmittel», schreibt Comparis in einer Mitteilung zur Datenvertrauensstudie 2022. So würden sich Schweizerinnen und Schweizer jetzt sicherer fühlen beim Zahlen mit Twint, Postcard oder Maestro. Auf einer Skala von eins bis zehn wurden diese Zahlungsmittel mit 7,1 bewertet. Auch die Kreditkarte (6,8) konnte im Vergleich zu vor der Pandemie zulegen, schreibt Comparis.

Apple Pay, Samsung Pay und Google Pay erzielten in der Umfrage den Mittelwert 5,9. «Die Skepsis gegenüber diesen Lösungen nimmt ab», so Comparis. 2020 lag der Wert noch 0,5 Punkte tiefer. «Vor allem bei jüngeren Personen zwischen 15 und 35 Jahren ist das Vertrauen gestiegen. Hier liegt der Schnitt bei 6,3 von zehn.» Auf Platz 1 liegt nach wie vor der Kauf per Rechnung mit 8,2 von zehn Punkten.

Cyberattacken und Lecks

Auch 2022 gab es einige Meldungen von Cyberattacken und Datenlecks. So waren etwa im Januar 2022 die Datensätze von Tausenden Swisspass-Nutzerinnen und -Nutzern öffentlich zugänglich. Im Februar war Swissport von einem Cyberangriff betroffen. Auch Firmen wie Microsoft, Twitter, Nvidia, Apple und Meta waren dieses Jahr von Attacken oder Lecks betroffen. Schweizerinnen und Schweizer scheine dies allerdings nicht zu verunsichern, so Comparis. Bei der Frage, ob sie sich sicher fühlten, wenn sie im Internet persönliche Daten eingeben würden, ergab sich ein Wert von 5,7, wobei eins für überhaupt nicht sicher und zehn für sehr sicher stand. 2019 lag dieser Wert noch bei 5,3. 

Schlechte Passwörter

Mit 42,4 Prozent aller Umfrageteilnehmenden achten deutlich weniger als die Hälfte auf die Einstellungen rund um die Privatsphäre bei sozialen Netzwerken. «2020 waren es noch 47,4 Prozent», schreibt Comparis. Grund zum Aufhorchen ist, dass nur rund ein Drittel (33,5 Prozent) für jeden Dienst ein unterschiedliches Passwort hat. Im schlimmsten Fall können bei einem Datenleck so mehrere Dienste gekapert werden. Eine Zweifaktorauthentifizierung nutzen 45,3 Prozent. «Trotz aller technischen Hilfsmittel machen sie es damit Hackern viel zu einfach, an ihre Daten zu kommen», sagt Digitalexperte Jean-Claude Frick von Comparis.

Die repräsentative Befragung wurde im Auftrag von Comparis vom Marktforschungsinstitut Innofact durchgeführt. Es nahmen 1014 Personen aus allen Regionen der Schweiz teil.

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