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Corona-Impfstoff Taskforce-Experte schlägt grösseren Abstand zur zweiten Impfung vor

Das BAG empfiehlt drei Wochen nach der ersten Corona-Impfdosis zu warten, bis die zweite Dosis verabreicht wird. Wegen der Knappheit schlägt ein Taskforce-Wissenschaftler vor, den Abstand auf drei Monate zu verlängern.

von
Katja Fässler

Darum gehts

  • Grossbritannien hat kürzlich seine Impfstrategie geändert. Neu wird die zweite Dosis innerhalb von drei Monaten, statt drei Wochen verabreicht.

  • Dieses Modell schlägt ein Covid-Taskforce-Mitglied nun auch für die Schweiz vor.

  • Die Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF) hat die Idee jedoch bereits verworfen.

Damit so viele Menschen wie möglich eine erste Dosis des Corona-Impfstoffes bekommen, schlägt ein Taskforce-Wissenschaftler nun vor, drei Monate statt drei Wochen mit der zweiten Dosis zu warten (In einer ersten Version dieses Artikels wurde irrtümlicherweise behauptet, die gesamte Taskforce vertrete diesen Vorschlag).

«Man sollte jetzt möglichst viele Leute mit einer ersten Dosis impfen», sagt Professor Christian Münz, der die Expertengruppe Immunologie der Taskforce leitet, gegenüber der SRF-Sendung «Rundschau». Studien hätten gezeigt, dass der Schutz der ersten Impfung bis zu drei Monaten bestehen bleibe. So lange eine Knappheit besteht, könnten laut Münz auf diese Weise doppelt so viele Menschen wie geplant den ersten Impfstoff erhalten.

«Zulassung wurde anders erteilt»

Von dieser Impfstrategie, die in Grossbritannien bereits angewendet wird, hält Christoph Berger vom Eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF) nicht viel. Die zweite Impfung könne auch erst fünf oder sechs Wochen nach der ersten erfolgen, jedoch nicht später.

«Unsere Studien wurden mit zwei Impfdosen innert kurzer Zeit gemacht. So wurde auch die Zulassung erteilt und der Impfstoff muss gemäss Zulassung verabreicht werden», so Berger am Dienstag vor den Medien.

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