Corona Schweiz  - Covid-Zertifikat führt zu Ansturm in Test-Centern
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Corona Schweiz Covid-Zertifikat führt zu Ansturm in Test-Centern

Nachdem der Bundesrat die Zertifikatspflicht eingeführt hatte, stiegen die Zahlen der Corona-Tests stark an. Offen ist, wie viel die Tests künftig kosten werden.

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Die Einführung der Zertifikatspflicht löste einen Boom auf Corona-Tests aus. 

Die Einführung der Zertifikatspflicht löste einen Boom auf Corona-Tests aus.

20min/Simon Glauser
Wurden vor Einführung der Zertifikatspflicht knapp 50’000 Menschen täglich getestet, sind es aktuell 95'000.

Wurden vor Einführung der Zertifikatspflicht knapp 50’000 Menschen täglich getestet, sind es aktuell 95'000.

20min/Celia Nogler
Am 17. September wurden 31’500 Impfdosen verabreicht, inzwischen ist die Zahl wieder auf knapp 29’000 gesunken.

Am 17. September wurden 31’500 Impfdosen verabreicht, inzwischen ist die Zahl wieder auf knapp 29’000 gesunken.

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Nachdem der Bund die Zertifikatspflicht eingeführt hatte, stiegen die Zahlen der Corona-Tests stark an – von 50’000 auf 95’000 täglich.

  • Die Hoffnung, dass durch die Regelung Menschen sich vermehrt impfen lassen würden, scheint nicht eingetreten zu sein.

  • Bald dürfte der Impfstoff von Johnson & Johnson zur Verfügung stehen, der nicht auf der mRNA-Technologie basiert.

Seit das Covid-Zertifikat in Restaurants, Bars, Fitnesszentren und an vielen Veranstaltungen Pflicht ist, hat die Zahl der Getesteten einen Rekordwert erreicht. Das schreibt der «Tages-Anzeiger». Wurden vor Einführung der Zertifikatspflicht knapp 50’000 Menschen täglich getestet, sind es heute 95'000. Gesundheitsminister Alain Berset geht davon aus, dass es rund 143’000 pro Tag werden, falls die Tests gratis blieben.

Die Erwartung des Bundes hingegen, dass sich das Impftempo mit der Zertifikatspflicht erhöhen würde, hat sich nur zum Teil erfüllt. So wurden laut «Tages-Anzeiger» am 17. September im 7-Tage-Schnitt 31’500 Impfdosen verabreicht, inzwischen ist der Wert wieder auf knapp 29’000 gesunken. Aus diesem Grund beharrt der Bundesrat darauf, die Tests für die Zertifikate kostenpflichtig zu machen. Ab dem 10. Oktober sollen Personen ohne Symptome die Kosten der Tests selbst tragen. Ausnahmen vorgesehen sind etwa für Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, für Spitalbesuche oder für Kinder unter 16 Jahren.

Wie wirksam ist die Zertifikatspflicht?

Wie teuer die Preise sein werden, bestimmt der Markt. Heute bezahlt der Bund 47 Franken ohne ärztliches Gespräch. Anbieter rechnen trotz des Wettbewerbs nicht mit sinkenden Preisen. Niklas Zeller vom Testzentren-Betreiber Viselio meint im Blick gar, dass sich das Geschäft beim Preis von 47 Franken nur lohne, wenn sich sehr viele Leute testen liessen. Es sei denkbar, dass die Preise wieder dort landen, wo sie vor der Kostenübernahme der Tests durch den Bund lagen: Damals kostete ein Schnelltest den Selbstzahler rund 75 Franken.

Der Bund will mit der Änderung bei den Testkosten die Impfquote erhöhen und ein Aufflammen der Pandemie im Winter vermeiden: «Wenn sich in den nächsten Monaten das soziale Leben wieder vermehrt im Innern abspielt, könnten die Spitäler einmal mehr stärker belastet werden.» Impfzögerern will Berset zudem mit einem alternativen Impfstoff entgegenkommen: «Wir sind sehr kurz davor, den Impfstoff von Johnson & Johnson zu beschaffen», sagte er am Freitag. Dieser sogenannte Vektor-Impfstoff wäre eine Alternative zu den bisher verfügbaren mRNA-Impfstoffen von Moderna und Pfizer/Biontech, die von gewissen Allergikern nicht vertragen und von manchen Impfskeptikern abgelehnt werden.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Safezone.ch, anonyme Onlineberatung bei Suchtfragen

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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