«Komplexes IT-Projekt» - Covid-Zertifikat – Millionen von Impfdaten müssen erst noch nach Bern
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«Komplexes IT-Projekt»Covid-Zertifikat – Millionen von Impfdaten müssen erst noch nach Bern

Das Zertifikat kommt, doch bis dahin scheint der Bund noch viel Arbeit vor sich zu haben, bis er im Besitz aller notwendigen Daten dafür ist. Ab 14. Juni sollen die ersten Nachweise ausgestellt werden.

von
Philippe Coradi
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Als QR-Code oder auch auf Papier: Das Covid-Zertifikat soll ab Mitte Juni verfügbar sein. 

Als QR-Code oder auch auf Papier: Das Covid-Zertifikat soll ab Mitte Juni verfügbar sein.

Montage photo Justine Romano/Getty Images
Egal ob mit dem Camper…

Egal ob mit dem Camper…

20min/Michael Scherrer
… oder mit dem Flugzeug: Der Nachweis erleichtert unter anderem das Reisen ins Ausland. 

… oder mit dem Flugzeug: Der Nachweis erleichtert unter anderem das Reisen ins Ausland.

20min/Celia Nogler

Darum gehts

  • Das Covid-Zertifikat soll ab Mitte Juni verfügbar sein.

  • Damit das aber auch klappt, muss sich der Bund zuerst noch die Daten von den Kantonen, Apotheken und Arztpraxen besorgen.

  • Einige Geimpfte werden wohl per Briefpost die Zugangsdaten für ihr Zertifikat erhalten.

Der Bundesrat plant, bereits ab nächstem Montag, 14. Juni ,die ersten Covid-Zertifikate auszustellen. Das geschehe schrittweise, spätestens Ende Juni soll das Zertifikat der ganzen Bevölkerung zur Verfügung stehen.

Doch der «NZZ am Sonntag» liegen vertrauliche Dokumente vor, welche besagen, dass die «nachträgliche Generierung von Zertifikaten für bereits geimpfte Personen eine besondere Herausforderung» darstellt.

Daten aus zahlreichen Systemen

Denn der Bund braucht die vollständigen Daten der geimpften Personen. Und zu diesen muss er erst noch kommen. Denn die vollständigen Informationen lagern derzeit bei den Kantonen und bei Apotheken und Arztpraxen. Zwar hat der Bund den Kantonen die Software «OneDoc» zur Verfügung gestellt und 17 Kantone nutzen diese.

Aber die neun anderen Kantone allerdings nutzen andere Lösungen, der Apothekerverband hat eine eigene Impf-Software lanciert und Arztpraxen handeln autonom.

Sportlicher Fahrplan

Auch fehlen Bund und Kantonen die Handynummern von vielen Geimpften. Die braucht der Bund, damit er den Geimpften ermöglichen kann, ihr Zertifikat herunterzuladen. Personen, deren Handydaten fehlen, sollen darum per Post einen Brief erhalten mit einem Link und geheimen Passwort.

Der Bund ist weiter zuversichtlich, ab dem 14. Juni die Zertifikate ausstellen zu können. Die «NZZaS» zitiert allerdings eine in das Projekt gut involvierte Person, die den Fahrplan als sehr sportlich betrachtet: «Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein so komplexes IT-Projekt bis Ende Juni funktioniert».

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