Aktualisiert 15.05.2014 13:46

Modell der ZukunftCoworking-Büros: Boom in der Ostschweiz

Ob Studenten, Selbstständige oder Freiberufler: Coworking-Büros werden immer beliebter – auch in der Ostschweiz. Nutzer schätzen dabei das Arbeiten in produktiver Umgebung.

von
Jeroen Heijers
Luciano Gorciulo ist einer der vielen Nutzer von Coworking-Büros. So kann er das Private gut von seiner Arbeit trennen.

Luciano Gorciulo ist einer der vielen Nutzer von Coworking-Büros. So kann er das Private gut von seiner Arbeit trennen.

«Coworking-Büros stellen die Büros der Zukunft dar», sagt Carmen Cepon vom Förderverein OstSinn in St. Gallen. Der Verein setzt sich für Menschen und Organisationen ein, die sich in der Ostschweiz mit ihrem Vorhaben für eine nachhaltige Entwicklung einsetzen. Mit seinen Coworking-Projekten möchte OstSinn den weltweiten Boom auch in der Ostschweiz vorantreiben. Auf der ganzen Welt nimmt die Anzahl der Büros stetig zu. Wie eine Wirtschaftswebsite schreibt, sollen im Jahr 2018 über 12'000 Coworking-Zentren exisitieren. Auch in der Schweiz hält diese Entwicklung Einzug.

Entwicklung aufrechterhalten

Im Jahr 2010 entstanden die ersten beiden Schweizer Coworking-Spaces: eines in Zürich und das OstSinn-Pilotprojekt an der Rorschacherstrasse St.Gallen, das später an den Marktplatz Bohl in grössere Räumlichkeiten zog, wie Carmen Cepon, Vorstandsmitglied vom Förderverein OstSinn, sagt. Seit Frühjahr 2013 unterstützt OstSinn im Rahmen des Projektes Dorf-Office die Entstehung kleiner und grösserer Coworking-Spaces in der gesamten Ostschweiz.

Die erste Eröffnung eines lokalen Büros fand im Herbst 2013 in Wil statt. Ein weiteres in Romanshorn wird im Juni eröffnet. «Es sind weitere Projekte geplant. Wir möchten diese positive Entwicklung unbedingt aufrechterhalten.» In Frasnacht ist der Verleger und Künstler Erwin Feurer dabei, einen Coworking- Space in der ehemaligen Denner-Filiale einzurichten. «Das ist einerseits interessant wegen des Austauschs unter den Mietern» so Feurer, «aber auch wegen der Wiederbelebung des Dorfes. Dies könnte ein Prototyp für ländliche Gemeinden werden, denen die Arbeitsplätze abhandengekommen sind.»

Arbeit von zu Hause ungünstig

Luciano Corciulo ist einer der Nutzer im Coworking-Büro St. Gallen. Nachdem sein Arbeitgeber alle Schweizer Büros in einem Grossraumbüro in Baden AG zusammengeschlossen hatte, war es für den in Teufen lebenden Müller nicht mehr möglich, jeden Tag an seinen Arbeitsplatz zu fahren. Deshalb führte die Firma ein Home-Office-Set ein, das ihm ermöglichte, seine Arbeit fortan von zu Hause zu erledigen. Dies war für ihn allerdings nicht machbar, denn er wollte eine strikte Trennung von Privat- und Arbeitsleben.

Die Lösung fand er in einem Coworking Büro in St. Gallen. «Hier kann ich mich in einem produktiven Umfeld auf meine Arbeit konzentrieren und mich mit anderen Berufsgruppen austauschen. Zuhause war ich immer sehr abgelenkt, und in einem Pyjama zu arbeiten ist auch nicht sehr sinnvoll», so Corciulo.

Coworking-Büros bieten Selbstständigen, Studenten oder Angestellten die Möglichkeit, Arbeiten an einem zur Verfügung gestellten Arbeitsplatz zu erledigen. Weiter gibt es die Möglichkeit, eigene Projekte vorzustellen und von anderen Berufsgruppen Feedbacks zu erhalten. In den Gemeinschaftsküchen tauscht man sich in der Mittagspause untereinander aus und knüpft Kontakte.

Für weitere Informationen über die Coworking -Büros in der Ostschweiz:

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