Plattenladen-Sterben: Crazy Beat im Kreis 4 schliesst per Ende Mai
Aktualisiert

Plattenladen-SterbenCrazy Beat im Kreis 4 schliesst per Ende Mai

Das Aussterben der Plattenläden in Zürich geht weiter. Nun hat auch der Crazy Beat an der Badenerstrasse seine Schliessung per Ende Mai bekanntgegeben.

von
Tobias Wedermann
Der Crazy Beat Plattenladen an der Badenerstrasse schliesst per Ende Mai seine Tore.

Der Crazy Beat Plattenladen an der Badenerstrasse schliesst per Ende Mai seine Tore.

Nach 32 Jahren gehen im Crazy Beat Records an der Badenerstrasse Ende Mai die letzten CDs und Schallplatten über den Ladentisch. Seit Dienstag läuft der Liquidationsverkauf – alles muss weg. «Die schwierige Situation in der Branche macht diesen Schritt leider nötig», teilte Inhaberin Marion Leiser – auch bekannt als DJane Flashfunk – ihren Freunden und Kunden mit.

Vor knapp 10 Jahren hatte sie den legendären, 1981 eröffneten Laden übernommen. Beliebt ist der Crazy Beat vor allem bei Liebhaber der Black-Music. Fans von Funk über Sould bis zu Hip-Hop, kommen alle auf ihre Kosten.

Die Schliessung des Crazy Beat ist kein Einzelfall – reihenweise sind in den letzten Jahren Musikläden aus dem Stadtbild verschwunden: Jecklin, Rock On, Sonic und auch Musik Hug im Hauptbahnhof mussten aufgrund der grossen Veränderungen beim Musikkonsum ihre Läden schliessen.

Keine Weiterführung als Online-Store

Viele Konsumenten beziehen heute ihre Musik aus dem Internet. Online-Versandhäuser wie Amazon oder die Handelsplattform iTunes haben den normalen Laden mehrheitlich abgelöst in den letzten Jahren. Für Leiser vom Crazy Beat kommt eine Weiterführung im Internet jedoch nicht in Frage: «Da das Geschäft nicht online weitergeführt wird, muss in der Liquidationszeit wirklich alles verkauft werden.»

Beratungsgespräch als Vorteil gegenüber Internet-Konkurrenz

Es gibt aber durchaus Läden, die sich weiterhin im Markt behaupten. So konnte etwa Jamarico am Helvetiaplatz die Umsätze danke dem Vinyl halten: «Momentan ist unsere Situation nicht alamierend», sagt Mitgründer Woody Jakob. Er habe auch immer mehr Kunden aus anderen Städten wie Winterthur, Luzern oder Basel, wo die Vinyl-Läden mehrheitlich verschwunden sind. Das persönliche Beratungsgespräch im Laden sei laut Jakob sehr wichtig und auch einer der grossen Vorteile gegenüber der grossen Konkurrenz aus dem Netz: «Man muss dem Kunden etwas bieten, wenn er in den Laden kommt.»

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