Aktualisiert 05.03.2008 15:17

Crédit Agricole: Abschreiber war höher als erwartet

Die französische Grossbank Crédit Agricole hat wegen der Kreditkrise in den USA im vergangenen Jahr 3,2 Mrd. Euro abschreiben müssen.

Der Gewinn sei um 16,8 Prozent auf 4,0 Mrd. Euro gesunken, teilte die Bank am Mittwoch mit.

Im vierten Quartal, in das die Abschreibungen bei der Investmentbank-Tochter Calyon fielen, machte die Bank einen Verlust von 857 Mio. Euro. In der Vorjahresperiode war noch ein Gewinn von einer Milliarde Euro resultiert.

Der Abschreiber war höher als erwartet, denn im Dezember hatte das Geldhaus lediglich 2,5 Mrd. Euro in Aussicht gestellt. Crédit Agricole begründete die höheren Belastungen mit dem Engagement in Papiere, für die US-Bondversicherer Garantien abgegeben haben.

Diese so genannten Monoliner haben wegen der Krise an den Kreditmärkten teils schwere Probleme, was die Kurse der versicherten Anleihen zusätzlich unter Druck setzt.

Keine grösseren Zukäufe geplant

Das Management trat Spekulationen über ein Interesse an der angeschlagenen Rivalin Société Générale entgegen. «Wir konzentrieren uns auf organisches Wachstum und erwägen keine grösseren Zukäufe», sagte Verwaltungsratspräsident René Carron.

Ein späteres Angebot für den Wettbewerber schloss die Bankführung jedoch nicht aus. Den Aktionären will die Crédit Agricole auf der Generalversammlung am 21. Mai für 2007 aber eine Dividendenerhöhung um 4,3 Prozent auf 1.20 Euro pro Aktie vorschlagen.

Die vorläufige Absage an potenziell kostspielige Übernahmekämpfe und die Dividendenerhöhung erfreute die Anleger und liess die unerwartet schwachen Quartalszahlen in den Hintergrund treten: Die Aktien zogen um rund fünf Prozent an.

Branche vor Veränderungen

Finanzchef Bertrand Badré stellte aber klar, dass die Zukunft von Société Générale Auswirkungen auf den französischen Bankenmarkt haben werde. «Daher können uns die Veränderungen bei dem Konkurrenten nicht völlig gleichgültig sein», betonte er.

Die Société Générale war nach eigenen Angaben durch eigenmächtige Spekulationen eines Händlers in die Krise geraten. Die nicht genehmigten Geschäfte hatten die Bilanz Bank mit 4,9 Mrd. Euro belastet. Die Bank ist dadurch zum Übernahmeziel geworden -der französische Branchenprimus BNP Paribas hat bereits Interesse signalisiert. (scc) (sda)

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