Credit Suisse erhält Saudi-Geld – über 90 Prozent für Kapitalerhöhung

SchicksalstagCredit Suisse erhält Saudi-Geld – über 90 Prozent stimmen für Kapitalerhöhung

Die Credit Suisse hat eine ausserordentliche Generalversammlung hinter verschlossenen Türen abgehalten. Das Aktionariat genehmigte zwei Kapitalerhöhungen.

von
Marcel Urech

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Mittwoch, 23.11.2022
10:35

Zusammenfassung

Die Saudi National Bank aus Saudiarabien hat einen Anteil von etwa 9,9 Prozent an der Credit Suisse erworben. Der Rettungsplan soll die Bank nach Milliardenverlusten aus der Krise helfen. Sie will einen Teil des Investmentbankings abstossen und sich künftig vor allem auf das Schweizer Geschäft und die Vermögensverwaltung konzentrieren.

Die Generalversammlung fand online statt, und Aktionäre mussten Fragen vorab schriftlich einreichen. Die Ethos-Stiftung als Aktionärin kritisierte das Engagement Saudiarabiens wegen der dortigen Menschenrechtslage, fand aber keine Mehrheit für ihre Position. (DPA/mur)

10:23

CS begründet virtuelle GV mit Corona

An der heutigen GV der Credit Suisse durften weder die eigenen Mitarbeitenden noch die Aktionäre und Aktionärinnen teilnehmen. Die Credit Suisse begründet das in einer Medienmitteilung mit dem Coronavirus: «Die ausserordentliche Generalversammlung wurde in Übereinstimmung mit der Verordnung 3 des Bundesrats über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus ohne persönliche Teilnahme von Aktionärinnen und Aktionären durchgeführt.»

10:18

«Ein wichtiger Schritt beim Aufbau der neuen CS»

Die Credit Suisse zitiert in ihrer Medienmitteilung Axel P. Lehmann, den Präsidenten des Verwaltungsrats: «Das Ergebnis der heutigen Abstimmung durch die Aktionärinnen und Aktionäre ist ein weiterer wichtiger Schritt beim Aufbau der neuen Credit Suisse.»

Der Zuspruch des Aktionariats bekräftige den «gemeinsamen Willen zur konsequenten Umsetzung unseres strategischen Plans», so Lehmann. Das Abstimmungsergebnis bestätige zudem das Vertrauen in die Strategie, die die Bank im Oktober vorgestellt habe.

«Wir konzentrieren uns voll und ganz auf die Umsetzung unserer strategischen Prioritäten, um die Basis für künftiges profitables Wachstum zu schaffen», sagt Lehmann.

10:16

98,31 Prozent der Aktionäre sagen ja zur zweiten Kapitalerhöhung

Des Weiteren genehmigten die Aktionärinnen und Aktionäre mit einer Mehrheit von 98,31 Prozent der vertretenen Stimmen die zweite ordentliche Kapitalerhöhung. Sie soll in der Form eines Bezugsrechtsangebots von bis zu 1’767’165’146 neu auszugebenden Aktien mit einem Nennwert von je 0,04 Franken über die Bühne gehen. Für das Bezugsrechtsangebot an die bestehenden Aktionärinnen und Aktionäre waren mehr als 50 Prozent der Stimmen nötig.

10:13

91,97 Prozent der Aktionäre sagen ja zur ersten Kapitalerhöhung

Die Aktionäre und Aktionärinnen der Bank haben die erste von zwei Kapitalerhöhung mit einer Mehrheit von 91,97 Prozent der Stimmen genehmigt, wie die CS mitteilt. Sie soll über eine Privatplatzierung «bei einigen qualifizierten Investoren» von bis zu 462’041’884 neu auszugebenden Aktien mit einem Nennwert von je 0,04 Franken geschehen. Für die Erhöhung war eine Zweidrittelmehrheit erforderlich.

20min/Celia Nogler
10:07

Zwei Kapitalerhöhungen

Die Credit Suisse hat auf ihrer Website das Ergebnis der ausserordentlichen Generalversammlung bekanntgegeben: Die Aktionärinnen und Aktionäre hätten die zwei Kapitalerhöhungen, die die Bank am 27. Oktober beantragte, genehmigt.

Die genehmigte Erhöhung des Aktienkapitals soll die Quote des harten Kernkapitals stärken und die strategische Transformation der CS unterstützen. Die Erhöhung geschehe durch zwei Kapitalspritzen mit einem erwarteten Bruttoerlös von insgesamt rund vier Milliarden Franken, so die Bank.

10:03

Kapitalerhöhungen genehmigt

Die ausserordentliche Generalversammlung der Credit Suisse hat die Kapitalerhöhungen genehmigt.

10:00

Credit Suisse informiert um 11 Uhr

Die Credit Suisse plant, um elf Uhr über das Ergebnis der Generalversammlung zu informieren. Sie will dann eine Medienmitteilung und eine Videobotschaft veröffentlichen, wie sie der Redaktion am Dienstag gesagt hat.

09:53

CS schliesst eigene Mitarbeiter von GV aus

Ein News-Scout hat der Redaktion gemeldet, dass die Credit Suisse (CS) nicht nur die Aktionäre von der ausserordentlichen Generalversammlung (GV) ausgeschlossen habe, sondern auch die eigenen Mitarbeitenden. Es gebe keine Möglichkeit für die Angestellten der CS, die GV live mitzuverfolgen.

Auf Anfrage von 20 Minuten sagte die Bank schon gestern, dass die GV «keine grosse Sache» sei und weniger als zehn Menschen daran teilnehmen. Einen Livestream im Internet gebe es nicht.

09:30

Aktie im Sinkflug

Nach der Bekanntgabe des Milliardenverlusts für das vierte Quartal ist die Aktie der Credit Suisse im Sinkflug. Sie verlor nach Handelsstart mehr als 4,5 Prozent an Wert und notiert aktuell bei rund 3.68 Franken.

08:43

GV hinter verschlossenen Türen

Die ausserordentliche Generalversammlung vom Mittwochvormittag findet hinter verschlossenen Türen statt. Einen Livestream gibt es nicht. Auch die Aktionäre können an der GV nicht teilnehmen. Fragen seien nicht erwünscht, schreibt der «Tages-Anzeiger».

Auf Anfrage von 20 Minuten teilt die Bank mit, dass das so nicht ganz stimme. Vor Ort sei es zwar nicht möglich, Fragen zu stellen. Es gebe aber die Möglichkeit, Fragen per E-Mail einzureichen.

08:35

Schlechtes viertes Quartal

Im Vorfeld der Generalversammlung hat Credit Suisse neue Geschäftszahlen bekannt gegeben. Sie sind nicht gut: Die Bank rechnet für das vierte Quartal mit einem Verlust von 1,5 Milliarden Franken. Insbesondere die tiefroten Zahlen der Investmentbank tragen dazu bei.

08:33

Ausserordentliche GV, Milliardenverlust und Saudi-Geld

9000 Entlassungen, 2,5 Milliarden Franken Kosteneinsparung, ein neuer Partner aus Saudiarabien und eine radikale Umstrukturierung der Investmentbank sollen die Credit Suisse wieder auf den Wachstumspfad bringen. Ob das gelingt, entscheidet sich auch heute an der ausserordentlichen Generalversammlung, die virtuell stattfindet. Dieser Artikel erklärt, wie die Bank in den Schlamassel kam.

Credit-Suisse-Filiale am Paradeplatz

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Tamedia/Urs Jaudas
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