Bessere Effizienz: Credit Suisse krempelt den Laden radikal um

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Bessere EffizienzCredit Suisse krempelt den Laden radikal um

Wie die UBS baut auch die CS ihre Struktur um - laut Analysten aber halbherzig. Unter anderem kapselt die Grossbank das Schweizer vom US-Geschäft ab. Weitere Jobs streicht die CS vorerst nicht.

Nach der UBS steht nun auch die Credit Suisse vor einem Umbau: Die Bank kündigte an, mehrere Divisionen zusammenzulegen und die regionale Führungsstruktur zu ändern. Dabei kapselt sie das Schweizer vom US-Geschäft ab, das Investmentbanking bleibt bestehen.

Weiter fusionieren das Private Banking und das Asset Management. Die neue Division Private Banking & Wealth Management wird künftig von einer Doppelspitze geführt: Hans-Ulrich Meister und Robert Shafir werden diese Positionen übernehmen.

Die Neuorganisation bringt nach Angaben der Credit Suisse keinen zusätzlichen Personalabbau mit sich. Mit der Restrukturierung seien keine neuen Kostensparziele gesteckt worden, sagte eine CS-Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

«Wir haben schon vorher mitgeteilt, dass wir Kosten sparen müssen, das bleibt so», sagte Katrin Schaad. Es sei nicht ausgeschlossen, dass im Nachgang dieser Neuorganisation Stellen gestrichen würden. Diese würden sich aber im Rahmen der bereits angekündigten Sparmassnahmen befinden.

Geringere Kosten, bessere Effizienz

An die Spitze der Investmentbank setzt die Credit Suisse Eric Varvel und Gael de Boissard. Walter Berchtold, Chairman Private Banking, und die Geschäftsleitungsmitglieder Fawzi Kyriakos-Saad und Osama Abbasi verlassen den Angaben zufolge die CS.

Das Unternehmen bezeichnet die Restrukturierung in einer Medienmitteilung von Dienstag als beschleunigte Umsetzung der bereits eingeschlagenen Strategie - geringere Kosten, weniger Risiken, bessere Effizienz und Ausrichtung auf die strengeren Kapitalmarktregeln.

«Wir wollen in unserem Kundengeschäft weiter Marktanteile gewinnen und Kapital ausgeglichener zwischen den Divisionen Private Banking & Wealth Management und Investment Banking einsetzen», so Konzernchef Brady Dougan.

Anleger sind skeptisch

Den Aktionären scheint der Umbau der Bank nicht zu gefallen. Die CS-Titel reagierten mit Kursverlusten auf die Reorganisation. In einem schwächeren Markt brach der Titel zunächst 3,3 Prozent ein und setzte sich damit an die Spitze der Verlierer unter den europäischen Bankwerten.

«Die Bank hat die Zeichen zwar erkannt und schraubt auch ein wenig an der Reorganisation», sagte ein Händler. «Aber der Entscheid scheint etwas halbherzig.» Die Konkurrentin UBS hatte kürzlich einen Radikalumbau beschlossen und will grosse Teile des Investmentbankings schliessen. Der starke Kursanstieg der UBS-Aktien seitdem zeige, was im Markt von Banken erwartet werde.

«Die Ankündigungen machen Sinn, auch wenn wir grössere organisatorische Änderungen erwartet haben», erklärten die Analysten der Bank Sarasin. «Die Reorganisation ist eine Konkretisierung der bereits kommunizierten Kostenmassnahmen von insgesamt vier Milliarden Franken und wird darüber hinaus zu keinen weiteren Einsparungen führen», hiess es bei der ZKB. (sda)

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