Aktualisiert 06.02.2014 09:18

3 Milliarden

Credit Suisse verdoppelt ihren Jahresgewinn

Obwohl das vierte Quartal die Erwartungen der Analysten enttäuschte, kann die Credit Suisse einen hohen Jahresgewinn 2013 ausweisen. Bis 2015 will die Bank weiter Kosten einsparen.

2013 war ein erfolgreiches Jahr für die Credit Suisse

2013 war ein erfolgreiches Jahr für die Credit Suisse

Die Credit Suisse weist für 2013 einen Gewinn von 3,069 Mrd.

Fr. aus. Der Überschuss hat sich zwar gegenüber dem Vorjahr (1,349 Mrd. Fr.) mehr als verdoppelt. Er lag wegen neuen Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten in den USA aber unter den Erwartungen.

Im vierten Quartal betrug der Konzerngewinn 267 Mio. Franken, wie die Grossbank am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 440 Mio. Fr. deutlich mehr prognostiziert. Der konzernweite Geschäftsertrag lag dagegen mit fast 6 Mrd. Fr. über den Prognosen. Dennoch verlor die CS-Aktie im frühen Handel 1,9 Prozent an Wert.

Investment Bank mit Quartalsverlust

In der Investment Bank fiel statt des erwarteten Vorsteuergewinns von 289 Mio. Fr. ein Quartalsverlust von 40 Mio. Fr. an. Die oft als risikoreich kritisierte Sparte musste Rückstellungen von 339 Mio. Fr. wegen Rechtsstreitigkeiten um US-Hypothekenpapiere bilden. Dabei geht es um Klagen von Anlegern, die sich angesichts ihrer Verluste infolge der US-Immobilienkrise betrogen fühlen.

Anders als die UBS hat die CS das Investmentbanking, also das Geschäft mit Wertpapier-Emissionen und -Handel sowie Übernahme- und Fusionsberatungen, nicht ins zweite Glied genommen, sondern gewisse Neuausrichtungen mit dem Ziel eines geringeren Kapitaleinsatzes angekündigt.

Konzernchef Brady Dougan verteidigt diesen Entschluss: Im strategischen Geschäft, also dem fortzuführenden und auszubauenden Investmentbanking, habe ein Vorsteuer-Quartalsgewinn von 485 Mio. Fr. resultiert. Die Rendite nach Steuern auf das gemäss den neuesten Auflagen (Basel III) zugeteilte Kapital habe 19 Prozent betragen. Im Gesamtjahr stieg der Spartengewinn von 2,0 auf 2,2 Mrd. Franken.

Inzwischen 470 Millionen für US-Steuerstreit

In der Vermögensverwaltung (Private Banking & Wealth Management) ging der Vorsteuergewinn leicht von 3,8 auf 3,7 Mrd. Fr. zurück. Im Schlussquartal betrug der Überschuss 870 Mio. Franken. Die Sparte verbuchte von Oktober bis Dezember Netto-Neugelder von 4,4 Mrd. Franken.

Auch die Vermögensverwaltung kämpft mit Rechtsverfahren in den USA: Für den Steuerstreit wurden weitere 175 Mio. Fr. zurückgestellt. Damit wappnet sich die Credit Suisse für das Verfahren der US-Börsenaufsicht SEC.

Im Herbst 2011 waren für die Affäre bereits 295 Mio. Fr. reserviert worden. Denn die Credit Suisse gehört zur Kategorie 1 der Schweizer Banken, gegen die seit längerem ein Strafverfahren des US-Justizdepartements wegen mutmasslicher Beihilfe zu Steuerdelikten läuft.

Kosteneinsparungen auf Kurs

Die Credit Suisse bestätigte ihr Ziel, die Kosten bis 2015 um über 4,5 Mrd. Fr. zu drücken. Bis Ende 2014 wurden laut den Angaben bereits 3,1 Mrd. Fr. realisiert. Die Zahl der Vollzeitstellen fiel im vergangenen Jahr um 1400 auf 46'000.

Der Personalaufwand sank um 8 Prozent, allein im Investment Banking um 10 Prozent. Zur Entwicklung der Boni und der Topgehälter macht die CS noch keine Angaben. Sie folgen mit der Publikation des Geschäftsberichts. Im Schlussquartal stieg der Personalaufwand um 17 Prozent, was laut den Angaben an höheren leistungsbezogenen Vergütungen lag.

70 Rappen Dividende pro Aktie

Die Aktionäre sollen für 2013 eine Dividende von 70 Rappen pro Aktie erhalten. Das sind zwar weniger als die 75 Rappen im Vorjahr. Die Ausschüttung erfolgt aber vollständig in bar und steuerfrei aus Kapitalreserven. Für 2012 waren nur 10 Rappen in bar entrichtet worden.

Bei den verschärften Eigenkapitalvorschriften sieht sich die Credit Suisse auf gutem Weg zu den in fünf Jahren zu erreichenden Zielen: Die nackte, ungewichtete Eigenkapitalquote (Leverage Ratio) betrug zum Jahresende 3,8 Prozent. Bis 2019 sind 4,5 Prozent nötig.

Für 2014 vorsichtig optimistisch

Für 2014 gab sich Dougan vorsichtig optimistisch: «Die Ergebnisse im bisherigen Jahresverlauf sind erfreulich, wenn auch unterschiedlich in den Geschäftsbereichen, und mit denjenigen aus den Vorjahren vergleichbar.»

Er sei überzeugt, dass die CS die angestrebte Eigenkapitalrendite von 15 Prozent über den Marktzyklus hinweg erreichen könne. 2013 waren es im strategischen Geschäft nach Steuern 13 Prozent.

Allerdings sind diverse Rechtsstreitigkeiten hängig. So laufen gegen verschiedene Banken Untersuchungen wegen mutmasslicher Manipulationen im Devisenhandel. Die CS hat laut eigenen Angaben bislang keine Verfehlungen festgestellt. (sda)

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