Aktualisiert 19.10.2004 08:12

Crèmen oder schnippseln?

Sie haben eine, oder gar zwei neue Falten im Gesicht entdeckt? Und nun überlegen Sie sich, ob Sie mit Crèmen oder mit dem Chirurgenmesser dagegen vorgehen wollen?

Gerne informieren wir Sie, was denn der Chirug mit Ihnen machen würde. Also: Bevor Sie sich in der Schönheitsklinik anmelden, lesen Sie bitte in Ruhe durch, was amica.de über Operationen zusammengestellt hat.

Botox

In der Praxis geht Botox per Nadel direkt unter die Haut – um Mimikfalten lahm zu legen. Schon seit geraumer Zeit ist das Nervengift Botulinumtoxin, kurz Botox, der Faltenkiller Nr. 1 und folglich in unglaublich vielen Mimikfalten zu finden. Beliebte Einsatzgebiete: Zornes- und quer verlaufende Stirnfalten. Direkt in die Muskulatur gespritzt bewirkt Botox eine vorübergehende Lähmung des Muskels und macht so ein Runzeln der Stirn quasi unmöglich.

Dauert ca. 20 Minuten, der Einstichschmerz ist erträglich und eine Narkose unnötig. Gewöhnungsbedürftig ist die Tatsache, dass der maximale Effekt der Behandlung nicht sofort, sondern oft erst nach einer Woche sichtbar ist. Dieser hält dann etwa vier bis sechs Monate an, leider auch, wenn versehentlich ein Nerv getroffen wurde und dadurch z.B. ein Lid tiefer hängt als das andere. Deshalb bitte nie auf Partys, sondern nur vom Experten machen lassen! Kostenpunkt: ab 440 Franken.

Hyaluronsäure

Der Trendsetter bei den Ärzten hilft, müde Haut von innen sichtbar aufzupolstern. Die Zuckerverbindung Hyaluronsäure, ein beliebter Stoff zum Auffüllen tiefer Stirn-, Nasolabial- und Lippenfalten, ist auch im menschlichen Organismus, z.B. im Bindegewebe zu finden. Wer sich die gelartige Flüssigkeit injizieren lässt, wählt zwischen tierischer, aus Hahnenkämmen gewonnener und synthetisch hergestellter Hyaluronsäure.

Beide Varianten werden vom Körper innerhalb von sechs bis zwölf Monaten wieder abgebaut und sind gut verträglich. Die Gefahr von Komplikationen ist gering, das Ergebnis sofort nach der etwa 30-minütigen Behandlung sichtbar. In Zeiten von BSE wird die Hyaluronsäure der Unterspritzung mit Kollagen vorgezogen und gern verwendet, um mit Botox lahm gelegte Falten aufzufüllen. Da der Substanz kein Betäubungsmittel zugesetzt werden kann, sind die Einstiche etwas schmerzhaft. Kostenpunkt: ab 440 Franken.

Mikrodermabrasion

Das "softe" unter den ärztlichen Peelingverfahren fördert eine neue Haut zu Tage. Die Mikrodermabrasion ist eine relativ neue Methode zur Abtragung der oberen Hautschicht bei Fältchen, Pigmentstörungen, Aknenarben, Sonnenschäden und grossporiger Haut. Dermatologen oder speziell geschulte Kosmetikerinnen sprühen hier mit Hilfe von Druckluft einen Strahl mikrofeiner Kristalle aus Aluminiumoxid auf die Hautoberfläche, die dann zusammen mit den gelösten Zellen durch ein spezielles Vakuumsystem wieder abgesaugt werden. Eine Betäubung ist nicht nötig, da die Behandlung schmerzfrei ist. Sie dauert ca. eine Stunde und muss exakt auf den Hauttyp abgestimmt sein.

Die Mikrodermabrasion soll die Neubildung und -teilung der Zellen anregen, für einen frischeren Teint sorgen und die Poren verfeinern. Vorsicht: Wird zu viel Haut abgetragen, können Rötungen, Entzündungen und Narben entstehen. Kostenpunkt: Sitzung ab 100 Franken.

Minilifting

Die ganz geheime Anti-Falten-Methode von Hollywoodstars und Topmodels. Typische Kandidaten für ein Minilift (auch Mannequinlift genannt) sind jüngere Frauen zwischen 30 und 35 Jahren, die zwar keine Angst vor dem Skalpell haben, aber auch keine allzu grossen Veränderungen in ihrem Gesicht wünschen. Im Gegensatz zum "echten" Facelift, bei dem Schläfen, Wangen und Hals auf einmal gestrafft werden, spielt sich das Minilifting nur im Bereich der Schläfen ab und greift nicht in die unter der Gesichtshaut liegende Muskulatur ein.

Durch einen kleinen Schnitt vor dem Ohr wird so vor allem die seitliche Augenpartie gestrafft, die sich normalerweise als Erstes "hängen lässt". Die Operation erfolgt im Dämmerschlaf oder unter Vollnarkose und dauert ca. zwei Stunden. Weil die Muskulatur nicht verletzt wird, heilt das Gewebe nach der OP relativ schnell. Schon nach etwa einer Woche kann man sich wieder unter Leute trauen. Dafür hält der Effekt des Minilifts leider oft nicht länger als drei bis sechs Monate an. Kostenpunkt: ab 4400 Franken.

Laser

Machtlos bei tiefen Mimikfalten, aber gute Wirkung bei Fältchen und Flecken. Im Gegensatz zu Botox oder Hyaluronsäure kann der Laser gegen Mimikfalten nichts ausrichten. Er beseitigt eher Fältchen, Pigmentflecke und flachere Narben und ist somit eine gute Alternative zum chemischen Peeling. Bei der modernsten Methode, dem Skinresurfacing, werden die oberflächlichen Hautschichten verdampft und die tiefer gelegenen Kollagenfasern gestrafft.

Die Behandlung mit dem Kohlendioxid-(CO2-)-Laser ist sehr schmerzhaft und wird deshalb unter Vollnarkose ausgeführt. Nach dem Eingriff, der etwa 20 bis 60 Minuten dauert, rötet sich die Haut, beginnt zu nässen und muss die ersten Tage mit einer Folie abgedeckt werden, um Verkrustungen zu vermeiden. Erst nach ca. zwei Wochen sind die Schwellungen so weit abgeklungen, dass man wieder gesellschaftsfähig ist. Dafür kann man mit etwas Glück, dem Einsatz guter Geräte und vor allem einem erfahrenen und geschickten Arzt bis zu fünf Jahre von der Behandlung profitieren. Kostenpunkt: ab 1500 Franken.

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