Umweltschützer entsetzt  – Crew von Mega-Trawler hinterliess Teppich aus rund 100’000 toten Fischen
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Umweltschützer entsetzt Crew von Mega-Trawler hinterliess Teppich aus rund 100’000 toten Fischen

Wie Umweltschützer berichten, trieben vor der französischen Küste bei La Rochelle geschätzte 100’000 tote Fische. Diese stammen vom zweitgrössten Fischtrawler der Welt, der FV Margiris. Deren Betreiber reden von einem Unfall – Sea Shepherd widerspricht.

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Tote Fische, so weit das Auge blickt, …

Tote Fische, so weit das Auge blickt, …

Twitter/ Sea Shepherd
… trieben diese Woche im Golf von Biskaya.

… trieben diese Woche im Golf von Biskaya.

Twitter/ Sea Shepherd
Die Umweltschützer von Sea Shepherd schätzen die Zahl der toten Fische …

Die Umweltschützer von Sea Shepherd schätzen die Zahl der toten Fische …

Twitter/ Sea Shepherd

Darum gehts

  • Im Golf von Biskaya trieb diese Woche ein riesiger Teppich aus rund 100’000 toten Fischen.

  • Laut Umweltschützern hatte der umstrittene und vor Australien nicht mehr geduldete Riesen-Trawler FV Margiris die Fische entsorgt.

  • Deren Betreiber geben an, ein Netz habe einen Riss erlitten.

Über und über mit toten Fischen, genauer: Blauen Wittlingen - war die Meeresoberfläche dieser Tage auf einer rund 3000 Quadratmeter grossen Fläche im Golf von Biskaya bedeckt. Die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd, die die Fische entdeckt hatte, postete Bilder des Leichenteppichs auf Twitter und schrieb dazu, es handle sich um rund 100’000 Tiere, die von einem einzigen Fischfänger ins Meer geworfen worden seien.

Dabei handelt es sich um die unter litauischer Flagge fahrende, einer holländischen Fischereigesellschaft gehörende FV Margiris, den zweitgrössten Fischtrawler der Welt. Dieser 143 Meter lange Koloss, der 6000 Tonnen Fang bunkern kann, ist eine schwimmende Fischfabrik, welche die Tiere nach dem Fang sortiert, gefriert und abpackt – laut der «Huffington Post» kann das 1985 vom Stapel gelaufene und 1997 zum Mega-Trawler umgebaute Schiff an einem einzigen Tag 250 Tonnen Fisch verarbeiten – gleich viel wie vier 20 Meter lange Fischerboote in einem Jahr. Dazu nutzen die Seeleute rund einen Kilometer lange Schleppnetze, mit denen sich ganze Schwärme von Fischen herausziehen lassen.

In mehreren Fischgründen verboten

Das Problem: Dabei werden immer auch nicht gewollte Beifänge und teils geschützte Tiere wie Delfine, Schildkröten oder Fische, die nicht begehrt sind, herausgezogen und dabei getötet. Deshalb wurde dem Schiff, das früher unter dem Namen Abel Tasman vor Australien unterwegs war, bereits 2012 dort das Fischen untersagt. Auch vor Chile, grossen Teilen Afrikas und Irland darf das Schiff nicht mehr operieren.

Nun soll die Crew des in britischen Medien als «Monster» bezeichneten Schiffs die rund 100’000 Wittlinge am Donnerstag im Meer «entsorgt» haben, so der Vorwurf der Tierschützer. Die französische Umweltministerin Annick Girardin nannte den Vorfall «schockierend» und wies die Fischereibehörde an, den Vorfall zu untersuchen. Auch der zuständige EU-Kommissar für Fischerei, Virginijus Sinkevicius, schrieb auf Twitter, er suche nach Informationen und Beweisen zum Vorfall.

Die Betreiber der Margiris haben eine andere Erklärung für das Massensterben. Der Fischereiverband Pelagic Freezer-Trawler Association, der die holländischen Eigner vertritt, gab an, es sei die Folge eines Risses im Netz, was sehr selten vorkomme. Doch Sea Shepherd beharrt darauf, dass es sich um eine bewusste illegale Entsorgung gehandelt habe.

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(trx)

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