Liegenschaft muss geräumt werden - Crowdfunding soll Zukunft von Seilpark Gantrisch sichern
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Liegenschaft muss geräumt werdenCrowdfunding soll Zukunft von Seilpark Gantrisch sichern

Der Seilpark Gantrisch muss Ende des Jahres von seinem aktuellen Standort weichen. Ein Neuer ist bereits gefunden. Doch um die neue Anlage zu realisieren, sind die Betreiber auf finanzielle Unterstützung aus der Bevölkerung angewiesen.

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Der Seilpark Gantrisch muss per Ende 2021 schliessen. 

Der Seilpark Gantrisch muss per Ende 2021 schliessen.

Facebook/Seilpark Gantrisch
Er soll an einem neuen Standort wieder aufgebaut werden.

Er soll an einem neuen Standort wieder aufgebaut werden.

Facebook/Seilpark Gantrisch
Durch ein Crowdfunding soll das fehlende Geld zusammenkommen.

Durch ein Crowdfunding soll das fehlende Geld zusammenkommen.

Facebook/Seilpark Gantrisch

Darum gehts

  • Weil die neuen Besitzer des Restaurants ihr Grundstück künftig privat nutzen wollen, muss der Seilpark Gantrisch seinen Platz räumen.

  • Ein neuer Standort ist bereits gefunden. Doch mit Fördergeldern und einem Kredit lassen sich nur 70 Prozent des Neubaus decken.

  • Deshalb haben die Betreiber ein Crowdfunding lanciert. Bis Ende Mai sollen so 180’000 Franken zusammenkommen.

Am 1. Mai startet der Seilpark Gantrisch in die neue Saison – es wird die letzte sein, zumindest am jetzigen Standort im Längeneywald. Der Grund: Die neuen Besitzer des Restaurants Längeneybad, auf dessen Grundstück sich unter anderem Kassenhaus, Parkplatz, Spielplatz und WC-Anlage des Parks befinden, will das Land künftig privat nutzen. «Ohne diese Infrastruktur lässt sich kein Seilpark betreiben», sagt Rolf Ryser, Inhaber der Seilpark Gantrisch AG.

Es fehlen 180’000 Franken

Ryser denkt aber nicht ans Aufgeben: Nur wenige Kilometer vom jetzigen Standort entfernt soll ein neuer Seilpark entstehen. Kostenpunkt: 450’000 Franken. Bund und Kantone haben bereits Fördergelder zugesichert, zudem will man einen Bankkredit aufnehmen. Doch damit können nur etwa 70 Prozent der Kosten gedeckt werden. Schuld daran hat zum einen Sturm Burglind, der 2018 einen grossen Teil der 1,8 Hektaren grosse Anlage verwüstete. «Wir steckten damals unsere gesamten finanziellen Ressourcen in den Wiederaufbau», sagt Ryser. Nach einem guten 2019 kam schliesslich Corona. «Finanziell sind wir aktuell nicht auf Rosen gebettet», sagt Ryser.

Die restlichen 180’000 Franken sollen deshalb via Crowdfunding durch Firmen und Privatpersonen beschafft werden. In weniger als zwei Wochen sind bereits über 66’000 Franken zusammengekommen. Spenden kann man noch bis zum 31. Mai. «Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir bis dahin zumindest den Schwellenwert von 130’000 Franken erreichen werden», so der 55-Jährige. Dies auch deshalb, weil die Spender auch Gegenleistungen erwarten dürften: Für 90 Franken gibts beispielsweise einen Tageseintritt im neuen Park, für 330 Franken ein Saisonabo für 2022 und 2023.

Eröffnung im Juli 2022

Errichtet werden soll der Seilpark Gantrisch Hoch 3, so der Name des Projekts, bei der Badi Rüschegg Eywald. «Dieser Standort hat sich als ideal erwiesen», sagt Ryser. Neben der grossen Unterstützung durch die Gemeinde seien die Nähe zur Badi Eywald und der grosse Parkplatz weitere Pluspunkte. Ihrem Konzept wollen die Betreiber treu bleiben: Auch der neue Park soll für jedermann sein – von Familien über Schulklassen und Firmen bis hin zu den erfahrenen Kletter-Cracks.

Finden müssen sich die Betreiber indes noch mit den Anwohnern. Diese hatten Bedenken hinsichtlich Mehrverkehr und Lärm geäussert. Ryser betont, dass man die Bedenken der Bevölkerung ernstnehme und beim Bewilligungsverfahren auf diese eingehen werde. Letztlich gebe es jedoch keinen Anlass zur Sorge: «Wir bauen dort oben schliesslich kein Disneyland.» Kommt das benötigte Geld zusammen, wird im Juli 2021 mit dem Neubau begonnen. Ein Jahr später will man die ersten Gäste begrüssen.

Der Seilpark Gantrisch

Als der Seilpark Gantrisch 2004 im Längeneywald in der Nähe von Rüschegg-Heubach eröffnet wurde, war er erst der dritte seiner Art in der Schweiz. Mittlerweile gibt es hierzulande über 70 Seilparks. Jährlich zählt der Seilpark Gantrisch im Schnitt rund 12’000 Besucher. Vor drei Jahren zerstörte Sturm Burglind 80 Prozent der Anlage. Dank grosser Solidarität aus der Bevölkerung und angrenzender Gemeinden konnte sie wiederaufgebaut und im Jahr 2019 neu eröffnet werden.

(sul)

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