Aktualisiert 20.01.2008 13:28

Cruise: «Sollen wir hier aufräumen?»

Ein weiteres Scientology-Video von Tom Cruise ist im Internet aufgetaucht. Der 45-Jährige fragt darauf seine Glaubensbrüder und -schwestern: «Sollen wir hier aufräumen?» Ein Historiker vergleicht ihn schon mit Goebbels...

Nach dem ersten Scientology-Video von Tom Cruise (20minuten.ch berichtete) ist nun ein zweiter Clip im Internet erschienen. Das Videoportal «You Tube» hatte ihn zwar auf Anfrage entfernt, über andere Webseiten kann es aber noch angesehen werden.

«Tom Cruise tritt auf wie Joseph Goebbels.»

Das Band zeigt Cruise bei einer Scientology-Preisverleihung mit dem Sektenboss David Miscavigne. Der Schasupieler sagt: «Das ist die Zeit, an die wir uns alle erinnern werden. Warst du dabei? Was hast du getan?» Und dann einen Satz, der nachdenklich macht: «Sollen wir hier aufräumen?», fragt er ins Publikum, dass ein begeistertes «Ja» zurückjubelt.

Der «ZDF»-Historiker Professor Doktor Guido Knoop meinte zu dem Video: «Tom Cruise tritt auf wie Joseph Goebbels.» Im Gespräch mit der «Bild am Sonntag» (BamS) verglich er die Szene mit der Sportpalast-Rede des Nazis, als der die Deutschen fragte: «Wollt ihr den totalen Krieg?». Pikant: Der mit Goebbels verglichene Schauspieler mimt in «Valkyrie» den Hilter-Attentäter Graf von Stauffenberg.

Wer ist der Biograph?

Wer ist eigentlich Andrew Morton, der Autor der neuen Biographie über Cruise? Sein Werk brandmarkten Scientologen selbstverstädlich als «Lügenbuch». Der Anwalt von Cruise sprach von «verrücktem kranken Zeug». Der «Top Gun»-Darsteller ist nicht der erste, der Stress mit dem Autoren hat.

Bob Geldorf nannte ihn einen «ekelhaften Schleicher», Madonna war «verärgert», als er über sie geschrieben hat, «Posh Spice» Victoria Beckham und Gatte David verhinderten ein Buch von ihm, indem sie vor Gericht einen Vergleich mit ihm schlossen. Bekannt wurde er aber vor allem mit «True Story» seiner Biographie von Lady Di.

Nach jenem Erfolg 1997 war es still um ihn geworden. «Der Bucherfolg kommt ihm zupass - drohte er doch als Enthüllungsjournalist in Vergessenheit zu geraten», gab das Nachrichtenmagazin «Spiegel» zu bedenken und ordnet die Prioritäten des Journalisten so ein: «Hauptsache, er steht wieder im Scheinwerferlicht.»

In diesem Bericht eines US-Fernsehsenders äussert sich Biograph Andrew Morton. Quelle: You Tube.

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