Bundesstrafgericht: «Crystal Meth»-Inder wird ausgeliefert
Aktualisiert

Bundesstrafgericht«Crystal Meth»-Inder wird ausgeliefert

Ein Inder, der 7,8 Tonnen Ephedrin in die USA geschmuggelt hat und in Genf verhaftet wurde, darf laut Bundesstrafgericht in die USA übergeben werden.

Das Bundesstrafgericht hat die Auslieferung eines Inders an die USA bestätigt. Der im vergangenen Mai in Genf verhaftete Mann soll 7,8 Tonnen einer Substanz illegal in die Vereinigten Staaten eingeführt haben, die zur Herstellung der Droge «Crystal Meth» dient.

Der Mann war am 11. Mai dieses Jahres gestützt auf einen amerikanischen Haftbefehl in Auslieferungshaft gesetzt worden. Im vergangenen September bewilligte das Bundesamt für Justiz (BJ) seine Auslieferung an die USA. Das Bundesstrafgericht hat die dagegen erhobene Beschwerde des Betroffenen nun abgewiesen.

Grundstoff für «Crystal Meth»

In ihrem Auslieferungsersuchen werfen die amerikanischen Behörden dem Inder vor, am illegalen Import von 7,8 Tonnen einer ephedrinhaltigen Flüssigkeit beteiligt gewesen zu sein. Daraus lasse sich über eine Tonne reines Ephedrin gewinnen.

Die Empfänger der Substanz hätten das Produkt ihrerseits heimlich nach Mexiko weitertransportiert, wo daraus die Droge Methamphetamin hergestellt worden sei. «Meth» oder «Crystal Meth», auch als «Kokain des armen Mannes» bekannt, ist ein starkes Aufputschmittel, das eine sehr hohe Abhängigkeit erzeugt.

Aussagen von Kronzeugen

In seiner Beschwerde hatte der Inder erfolglos argumentiert, dass der Import von Ephedrin nach Schweizer Recht ohne Bewilligung zulässig und damit das Erfordernis der beidseitigen Strafbarkeit nicht erfüllt sei. Das trifft laut Gericht allerdings nicht zu.

Weiter hatte er vorgebracht, dass die Vorwürfe gegen ihn auf den Angaben bezahlter Kronzeugen beruhen würden. Ein faires Verfahren gegen ihn sei damit nicht gewährleistet. Die Richter in Bellinzona halten ihm entgegen, dass das amerikanische Ersuchen nicht nur auf diesen Angaben beruht.

Soweit tatsächlich Aussagen von Kronzeugen massgebend seien, wäre dies gemäss Urteil im übrigen mit Schweizer Recht und der Europäischen Menschenrechtskonvention vereinbar, soweit der Strafrichter letztendlich über andere Beweismittel für einen allfälligen Schuldspruch verfügt.

(Urteil RR.2011.254 vom 15.11.2011) (sda)

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