6 Prozent im Plus: CS-Aktie im Hoch trotz 300-Millionen-Verlust
Aktualisiert

6 Prozent im PlusCS-Aktie im Hoch trotz 300-Millionen-Verlust

Die Grossbank hat erneut ein Defizit eingefahren. Doch die Verluste sind tiefer als erwartet. Die Aktie sprang bei Handelsbeginn deshalb nach oben.

von
kwo

Die Credit Suisse hat in den ersten Monaten 2016 erneut im Gegenwind gestanden und den schlechtesten Jahresstart seit der Finanzkrise erlebt. Im ersten Quartal erlitt die zweitgrösste Schweizer Bank einen Reinverlust von 302 Millionen Franken. Doch das ist weniger, als zuvor befürchtet wurde.

Die Aktie der Grossbank schoss deshalb bei Handelsbeginn in Zürich um gut fünf Prozent nach oben. Am Vortag hatte sie noch bei 13.43 Franken geschlossen, bereits um 9.10 Uhr stand sie am Dienstag dann bei 14.15 Franken und somit etwa 70 Rappen höher. Die Märkte zeigen sich also deutlich erleichtert.

Im Vorjahr noch ein Gewinn

Noch im Vorjahr hatte das florierende Handelsgeschäft der CS zu einem Reingewinn von 1,054 Milliarden Franken geführt. Doch nun hat die Grossbank zwei Quartale hintereinander Defizite eingefahren. Im Schlussquartal 2015 hatten Abschreiber, Restrukturierungskosten und Rechtsstreitigkeiten dem Geldhaus einen happigen Verlust von 5,8 Milliarden Franken eingebrockt.

«Im ersten Quartal 2016, insbesondere im Januar und Februar, war die Situation an den Märkten so schwierig wie selten zuvor. Volumen und Kundenaktivität verzeichneten einen drastischen Einbruch», erklärte Konzernchef Tidjane Thiam am Dienstag in einem Communiqué.

Ungünstige Marktbedingungen

Zwar seien im März und April erste Anzeichen einer vorläufigen Erholung der Aktivität zu erkennen gewesen. Ungünstige Marktbedingungen und niedrige Kundenaktivität dürften jedoch auch im zweiten Quartal 2016 und möglicherweise darüber hinaus fortbestehen, erklärte Thiam.

Der Nettoertrag der Credit Suisse brach im ersten Quartal um 30 Prozent auf 4,6 Milliarden Franken ein. Die Kosten konnte das Geldhaus dagegen lediglich um 3 Prozent auf 5 Milliarden Franken senken. Dabei geholfen hat die Senkung des Aufwands für aufgeschobene Vergütungen aus den Vorjahren.

Verlust von 474 Millionen befürchtet

Mit ihren Quartalszahlen hat die CS die Erwartungen der Finanzgemeinde dennoch teilweise übertroffen. Analysten hatten gemäss der Nachrichtenagentur AWP im Durchschnitt einen Reinverlust von 474 Millionen Franken befürchtet. Beim Nettoertrag hatten sie allerdings mehr prognostiziert.

Dass die Bank im ersten Quartal einen erneuten Verlust hinnehmen muss, ist keine Überraschung. Ende März hatte Konzernchef Thiam die Öffentlichkeit bereits vor «leicht» roten Zahlen gewarnt und gleichzeitig den Sparkurs verschärft. Bis Ende 2016 will die Bank weitere 2000 Stellen streichen, womit sich die Gesamtzahl der geplanten Stellenkürzungen von 4000 auf 6000 erhöht.

Bereits 3500 Stellen abgebaut

Davon seien bis 10. Mai bereits 3500 Stellen abgebaut worden, teilte die Credit Suisse am Dienstag weiter mit. Das entspreche 58 Prozent der Zielsetzung. Ein guter Teil der Arbeitsplätze wird in der Investmentbanksparte Global Markets gestrichen. Hier wurden bis zum 10. Mai bereits über 1000 Stellen abgebaut.

Die operativen Kosten sollen Ende Jahr auf 19,8 Milliarden Franken und bis Ende 2018 auf unter 18 Mrd. Franken reduziert werden. Im ersten Quartal habe man bereits mehr als die Hälfte der geplanten Einsparungen für das Gesamtjahr 2016 erzielt, hiess es weiter.

(kwo/sda)

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