Aktualisiert 24.02.2014 21:50

Steuerstreit

CS-Chef muss vor US-Senatoren aussagen

Brady Dougan, CEO der Grossbank Credit Suisse, wird am Mittwoch einem Unterausschuss des US-Senats zum Thema Steuerhinterziehung persönlich Rede und Antwort stehen.

Muss die Geldpolitik der Credit Suisse vor US-Senatoren erklären: CS-Chef Brady Dougan.

Muss die Geldpolitik der Credit Suisse vor US-Senatoren erklären: CS-Chef Brady Dougan.

Brady Dougan, Chef der Grossbank Credit Suisse, wird am Mittwoch einem Unterausschuss des US-Senats zum Thema Steuerhinterziehung persönlich Rede und Antwort stehen.

Auch Vertreter der US-Justizministeriums sollen vor dem Ausschuss aussagen.

Begleitet wird Dougan von seinem Chefjuristen Romeo Cerutti und den beiden Chefs des Privatbankgeschäfts, Hans-Ulrich Meister und Robert Shafir. Dies geht aus am Montag in den USA veröffentlichten Unterlagen hervor.

Nicht nur CS muss aussagen

Ob der Auftritt der CS-Topmanager in Washington das Verfahren des US-Justizministeriums (DoJ) dem Abschluss näherbringt, blieb zunächst offen. Auch der stellvertretende US-Justizminister James Cole und die führende Steuer-Ermittlerin im DoJ, Kathryn Keneally, werden vor dem Ausschuss aussagen.

Das Hearing wird von dem demokratischen Senator Carl Levin geleitet, der als scharfer Kritiker des Schweizer Bankgeheimnisses gilt. Bereits 2008 und 2009 waren Vertreter der UBS vor den Ausschuss zitiert worden.

Damals entschuldigte sich der UBS-Manager Mark Branson für Fehler der Bank im Umgang mit amerikanischen Steuersündern. Später zahlte UBS eine Busse von 780 Mio. Dollar und übergab den Amerikanern die Namen von mehr als 4000 mutmasslichen Steuersündern. Branson leitet heute die Bankenabteilung der Schweizer Finanzmarktaufsicht.

CS: Keine Stellungnahme

Auf Anfrage nimmt die Bank die Anhörung ihrer Mitarbeiter vor dem Unterausschuss zur Kenntnis. Zu konkreten Fragen will sie sich nicht äussern.

Die Credit Suisse gehört zu dem guten Dutzend Schweizer Banken, gegen welche die US-Justizbehörden wegen Beihilfe zu Steuerhinterziehung für reiche Amerikaner ermitteln.

Zur Beilegung des US-Steuerstreits hat die Credit Suisse inzwischen 470 Mio. Fr. an Rückstellungen getätigt. Allerdings hatte die US-Börsenaufsicht SEC erst letzten Freitag der Grossbank eine Strafe von 196 Mio. Dollar aufgebrummt, weil sie Wertpapiergesetze verletzte.

Die Credit Suisse hatte seit 2002 unregistrierte Broker-Dealer und Dienstleistungen bei der Anlageberatung für US-Kunden angeboten. Die Kundenberater verfügten jedoch nicht über die Zulassung der Börsenaufsicht. Die Bank ist laut SEC-Angaben erst Mitte 2013 aus diesem Geschäft ausgestiegen. (sda)

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