Quartalszahlen: CS fährt Verlust ein – Aktie legt stark zu
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QuartalszahlenCS fährt Verlust ein – Aktie legt stark zu

Die Schweizer Grossbank reagiert auf ein verlustreiches Quartal mit einem weiteren Stellenabbau. Die Anleger freuts.

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woz/chk

Die Credit Suisse ist in den ersten Monaten 2016 erneut im Gegenwind gestanden und hat den schlechtesten Jahresstart seit der Finanzkrise erlebt. Im ersten Quartal erlitt die zweitgrösste Schweizer Bank einen Reinverlust von 302 Millionen Franken. Das ist immerhin weniger als befürchtet.

Im Vorjahr hatte ein florierendes Handelsgeschäft noch zu einem Reingewinn von 1,054 Milliarden Franken geführt. Damit hat die CS nun zwei Quartale hintereinander Defizite eingefahren. Im Schlussquartal 2015 hatten Abschreiber, Restrukturierungskosten und Rechtsstreitigkeiten dem Geldhaus einen happigen Verlust von 5,8 Milliarden Franken eingebrockt.

An der Börse legten die CS-Aktien zum Handelsbeginn zu. Kurz nach 9.30 Uhr notierte das Beteiligungspapier bei 14.20 Franken, einem Plus von 5,4 Prozent gegenüber dem Vortag.

«So schwierig wie selten zuvor»

«Im ersten Quartal 2016, insbesondere im Januar und Februar, war die Situation an den Märkten so schwierig wie selten zuvor. Volumen und Kundenaktivität verzeichneten einen drastischen Einbruch», erklärte Konzernchef Tidjane Thiam in einem Communiqué.

Zwar seien im März und April erste Anzeichen einer vorläufigen Erholung der Aktivität zu erkennen gewesen. Ungünstige Marktbedingungen und niedrige Kundenaktivität dürften jedoch auch im zweiten Quartal 2016 und möglicherweise darüber hinaus fortbestehen, erklärte Thiam.

Erträge eingebrochen

Der Nettoertrag der Credit Suisse brach im ersten Quartal um 30 Prozent auf 4,6 Milliarden Franken ein. Die Kosten konnte das Geldhaus dagegen lediglich um 3 Prozent auf 5 Milliarden Franken senken. Dabei geholfen hat die Senkung des Aufwands für aufgeschobene Vergütungen aus den Vorjahren.

Mit ihren Quartalszahlen hat die CS die Erwartungen der Finanzgemeinde dennoch teilweise übertroffen. Analysten hatten gemäss der Nachrichtenagentur AWP im Durchschnitt einen Reinverlust von 474 Millionen Franken befürchtet. Beim Nettoertrag hatten sie allerdings mehr prognostiziert.

Dass die Bank im ersten Quartal einen erneuten Verlust hinnehmen muss, ist keine Überraschung. Ende März hatte Konzernchef Thiam die Öffentlichkeit bereits vor «leicht» roten Zahlen gewarnt und gleichzeitig den Sparkurs verschärft. Bis Ende 2016 will die Bank weitere 2000 Stellen streichen, womit sich die Gesamtzahl der geplanten Stellenkürzungen von 4000 auf 6000 erhöht.

Davon seien bis 10. Mai bereits 3500 Stellen abgebaut worden, teilte die Credit Suisse am Dienstag weiter mit. Das entspreche 58 Prozent der Zielsetzung. Ein guter Teil der Arbeitsplätze wird in der Investmentbanksparte Global Markets gestrichen. Hier wurden bis zum 10. Mai bereits über 1000 Stellen abgebaut.

Die operativen Kosten sollen Ende Jahr auf 19,8 Milliarden Fr. und bis Ende 2018 auf unter 18 Milliarden Franken reduziert werden. Im ersten Quartal habe man bereits mehr als die Hälfte der geplanten Einsparungen für das Gesamtjahr 2016 erzielt, hiess es weiter.

Investmentbank in Verlustzone

Die Marktbedingungen und Abschreiber machten vor allem dem riskanten Investmentbanking zu schaffen. Die Handelsgeschäftssparte Global Markets erlitt einen Vorsteuerverlust von 635 Millionen Franken nach einem Gewinn von 842 Millionen Franken vor einem Jahr.

Die heftigen Schwankungen an den Börsen und der Rohstoffpreise haben vielen Anlegern die Lust auf Transaktionen verdorben. Dazu kommen die rekordtiefen Zinsen, die die Gewinne der Institute weiter drücken.

Überdies kommen hausgemachte Probleme dazu. Das Handelsgeschäft soll sich stärker auf das Aktiengeschäft ausrichten. Zurückgefahren wird dagegen das Geschäft mit festverzinslichen Papieren. Hier musste die Grossbank Abschreiber bei den notleidenden Krediten hinnehmen.

Auch die Sparte Investmentbanking and Capital Markets baute den Verlust von 47 Millionen im Vorjahr auf 103 Millionen Franken aus. Und die strategische Abwicklungseinheit vergrösserte ihr Defizit von 383 Millionen auf 724 Millionen Franken.

Schweizer Geschäft stagniert

Einzig in der internationalen Vermögensverwaltung konnte die Credit Suisse den Vorsteuergewinn steigern, und zwar um 3 Prozent auf 270 Millionen Franken. Dagegen stagnierte die Schweizer Universalbank bei einem Vorsteuergewinn von 426 Millionen Franken. Und in der Vermögensverwaltung in Asien/Pazifik sank der Vorsteuergewinn um knapp die Hälfte auf 251 Millionen Franken.

Bei der Kapitaldecke hinkt Credit Suisse vielen Konkurrenten hinterher. Trotz einer milliardenschweren Kapitalerhöhung im vergangenen Herbst kommt die Bank immer noch nur auf eine Kernkapitalquote von 11,4 Prozent. Erzrivale UBS kommt hier auf 14 Prozent. Mit einem für das kommende Jahr geplanten Teil-Börsengang des Schweiz-Geschäfts will Thiam die Bilanz weiter aufpolstern. (woz/chk/sda)

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