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BeschattungsskandalJetzt zeigen die Detektive Khan an

Der Credit-Suisse-Beschattungsfall rund um Iqbal Khan geht in die nächste Runde: Die Detektive, die Khan beschatteten, erstatten nun Anzeige gegen den Banker.

von
bsc
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Dem einsitgen CS-Banker  Iqbal Khan wird Nötigung, falsche Anschuldigung, Freiheitsberaubung und Irreführung der Rechtspflege vorgeworfen.

Dem einsitgen CS-Banker Iqbal Khan wird Nötigung, falsche Anschuldigung, Freiheitsberaubung und Irreführung der Rechtspflege vorgeworfen.

zVg
Kläger sind die Detektive von Investigo. Sie haben Khan im letzten September im Auftrag der Credit Suisse beschattet.

Kläger sind die Detektive von Investigo. Sie haben Khan im letzten September im Auftrag der Credit Suisse beschattet.

Keystone/Ennio Leanza
Denn Khan wechselte zu Konkurrentin UBS. Die CS wollte mit der Überwachung sicherstellen, dass Khan keine Mitarbeiter und Kunden von der CS zur Konkurrentin mitnimmt.

Denn Khan wechselte zu Konkurrentin UBS. Die CS wollte mit der Überwachung sicherstellen, dass Khan keine Mitarbeiter und Kunden von der CS zur Konkurrentin mitnimmt.

Keystone/Walter Bieri

Nötigung, falsche Anschuldigung, Freiheitsberaubung und Irreführung der Rechtspflege: Das alles wird dem ehemaligen Chef der Vermögensverwaltung der Credit Suisse Iqbal Khan vorgeworfen. Anklägerin sind die Detektive von Investigo, wie der Tages-Anzeiger (Bezahlartikel) schreibt.

Sie hatten Khan im letzten September im Auftrag der Credit Suisse beschattet. Denn Khan wechselte zur Konkurrentin UBS. Mit der Überwachung wollte die CS sicherstellen, dass Khan keine Mitarbeiter und Kunden von der CS zur Konkurrentin mitnimmt. Doch der Banker bemerkte seine Verfolger und reichte eine Strafanzeige gegen die Detektive ein. Aber jetzt wehrt sich die Detektei und erstattet Gegenanzeige.

Aussage gegen Aussage

Ausgangspunkt ist die Autofahrt des Ehepaars Khan am 17. September. Iqbal Khan fuhr mit seiner Frau von Herrliberg ins Zentrum der Stadt Zürich. Dabei wurden die beiden von einem der Detektive beschattet. Das bemerkte Khan: Es kam zu einem Zusammentreffen.

Gemäss dem Banker sei der Detektiv auf ihn zugekommen in einer «sehr aggressiven, angriffigen Haltung». Dies habe ihn in Todesangst versetzt. Khan gibt weiter an, dass er um Hilfe geschrien habe.

Die Detektei gibt hingegen an, dass Khan von sich aus auf den Mitarbeiter zugegangen sei. Der Banker habe den Detektiv beschimpft uns fotografiert. Diese Fotos tauchen laut «Tages-Anzeiger» in den Akten auf: Der Detektiv sei mit einem Lautsprecher im Ohr zu sehen und er schaue in die Kamera. Eine körperliche Drohgebärde sei nicht zu erkennen. Es steht also Aussage gegen Aussage.

Weitere Anzeige gegen Polizei

Nicht nur Iqbal Khan wird von den Detektiven angezeigt: Auch eine Reihe von Zürcher Kantonspolizisten wurde angezeigt. Ihnen wird Amtsmissbrauch, Sachentziehung und Urkundenfälschung im Amt vorgeworfen.

Ein Team der Kantonspolizei nahm drei Detektive an ihrem Wohnort fest. Laut Protokoll nahmen die Polizisten aber bei einem der Detektive auch das iPhone, die Schlüssel und die Bankkarte mit. Das wäre nur mit einem Durchsuchungsbefehl erlaubt gewesen, es lag aber gemäss Akten nur ein mündlicher Vorführbefehl der Staatsanwaltschaft vor.

So gibt die Polizei in einem Protokoll an, sie habe das Handy erst auf dem Posten sichergestellt. Das widerspricht den Polizeiakten, wie der «Tages-Anzeiger» schreibt. Deshalb werfen die Detektive der Kantonspolizei Urkundenfälschung vor.

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