Lehman-Brothers-Pleite: CS-Kundenberatung: Mit allen Tricks

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Lehman-Brothers-PleiteCS-Kundenberatung: Mit allen Tricks

Heute Mittag demonstrieren vor dem CS-Hauptsitz am Zürcher Paradeplatz geschädigte Lehmann-Brothers-Kleinanleger gegen die Credit Suisse, die ihnen die Papiere mit Nachdruck empfahl. Auch bei 20 Minuten Online haben sich viele CS-Lehman-Opfer gemeldet.

von
Dajan Roman und Joel Bedetti

Am Paradeplatz hat das Kerzenmeer geleuchtet, mit dem die Organisation Anleger Selbsthife gegen die Credit Suisse protestieren will. 1700 Kerzen haben die Demonstranten angezündet, eine Kerze symbolisiert 10000 Franken, welche die Mitglieder der Organisation verloren haben, indem sie in Lehman-Brothers investiert haben. Über 100 Zuschauer haben an der Aktion teilgenommen.

Wie keine andere Schweizer Bank hat die Credit Suisse ihren Kunden Investitionen in die US-Investmentbank Lehmann Brothers verkauft, die im Zuge der Finanzkrise pleite ging. «Mindestens 4500 Kunden haben insgesamt 500 Millionen Franken verloren», sagt Gabriela Fischer, Sprecherin der Anleger Selbsthilfe,

CS weigert sich Kunden zu entschädigen

«Wir sind enttäuscht, wie die CS mit uns Kunden umgeht», empört sich Gabriela Fischer. Die Bank weigere sich, mit ihnen zu reden und Kunden zu entschädigen, welchen sie zu Investments in Lehmann Brothers angeraten habe. Ganz im Gegensatz zur Berner Kantonalbank, vergleicht Fischer: «Sie hat rechtzeitig eine Versicherung abgeschlossen und konnte so ihre Kunden, die Wertpapiere von Lehmann Brothers besassen, voll entschädigen.»

Inzwischen haben sich auch bei 20 Minuten Online Opfer gemeldet, die auf Anraten der CS Lehmann-Anteile kauften.

In den vorliegenden Fällen zeigt sich fast ausnahmslos das gleiche Muster: Die CS ging auf ihre Kunden zu und empfahl die Investition in Lehman-Papiere. In fast allen Fällen sagten die Berater zum Thema Risiko dasselbe: «Im schlimmsten Fall wird das Kapital nicht verzinst». Und praktisch alle Kunden waren der Überzeugung, in ein durch die CS geschütztes Papier zu investieren. Dabei kommen die Kunden zum Schluss: «Wir wurden nicht richtig aufgeklärt». Das haben die meisten der CS geschrieben und können die Antwort kaum glauben.

CS antwortet mit Standardbrief

Die Antwort sei nämlich immer der gleiche Standardbrief. Auf die individuelle Situation und mögliche Sorgfaltspflichtverletzungen werde überhaupt nicht eingegangen, sondern es werde immer gesagt, die Beratung sei korrekt erfolgt. Der Einzelfall werde gar nicht angeschaut, sondern die CS verstecke sich hinter Floskeln über Lehman, Ratingagenturen und das US-Insolvenzverfahren.

Ausserdem seien die Entschädigungsbedingungen unfair, man müsse doch alle Kunden gleich behandeln. Sauer stösst den Kunden auf, dass jene, die einen Teil des investierten Kapitals von der Bank zurückerhalten, sich im Gegenzug zu Stillschweigen verpflichten und auf alle weiteren Ansprüche verzichten müssen. Das Vorgehen sei an Ungerechtigkeit und Willkür kaum zu überbieten.

Lesen sie hier wie CS-Kundenberater ihren Kunden mit dem Versprechen von 100 Prozent Kapitalschutz Lehman-Papiere empfahlen und wie die Grossbank Geschädigte jetzt mit Standard-Briefen abzuspeisen versucht.

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