26.09.2016 09:09

US-SteuerstreitCS muss noch länger mit teurem Aufpasser leben

Die Credit Suisse muss für einen amerikanischen Staranwalt auf Geheiss der US-Behörden ein Vermögen ausgeben. Nun soll er noch länger bleiben.

von
kwo
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Grund ist laut dem Bericht, dass die CS Mühe habe, alle Wünsche des Aufpassers nach Dokumenten und Informationen rasch zu befriedigen.

Grund ist laut dem Bericht, dass die CS Mühe habe, alle Wünsche des Aufpassers nach Dokumenten und Informationen rasch zu befriedigen.

AP/Susan Walsh
Eigentlich hätte das Mandat des US-Anwalts Neil Barofsky bei der CS, das im Oktober 2014 begann, nun auslaufen sollen.

Eigentlich hätte das Mandat des US-Anwalts Neil Barofsky bei der CS, das im Oktober 2014 begann, nun auslaufen sollen.

AP/Alex Brandon
Doch die Kosten für die Bank könnten weiter steigen, Barofsky könnte noch bleiben.

Doch die Kosten für die Bank könnten weiter steigen, Barofsky könnte noch bleiben.

Lauren Victoria Burke

Der Steuerstreit mit den USA bleibt teuer für die Credit Suisse. Als Folge musste die Schweizer Grossbank einerseits eine Busse von 2,6 Milliarden Dollar bezahlen, andererseits musste sie die Einsetzung eines «Aufpassers» hinnehmen. Dieser soll das Verhalten der Bank kontrollieren und wurde von den US-Behörden quasi zwangsverordnet.

Neil Barofsky, so der Name des Kontrolleurs, ist US-Anwalt und bezog zusammen mit 50 Mitarbeitern aus der Kanzlei Jenner & Block Räumlichkeiten im Hauptsitz der Bank am Zürcher Paradeplatz. Wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, kostet Barofsky sein Mandat anscheinend auch voll aus. Bis jetzt musste die CS für seine Arbeit 344 Millionen Franken bezahlen. Die Summe verteile sich auf die zurückliegenden fünf Quartale.

Mandat hätte auslaufen sollen

Eigentlich hätte das Mandat des Anwalts, das im Oktober 2014 begann, nun auslaufen sollen. Doch die Kosten könnten weiter steigen, Barofsky könnte noch bleiben. Grund ist laut dem Bericht, dass die CS Mühe habe, alle Wünsche des Aufpassers nach Dokumenten und Informationen rasch zu befriedigen. Mindestens ein halbes Jahr soll der Anwalt daher noch in den Räumlichkeiten der Bank bleiben. Die CS selbst habe sich auf Anfrage zu den Untersuchungen Barofskys nicht äussern wollen.

Der 45-jährige Barofsky ist kein unbeschriebenes Blatt: Der Anwalt wurde bereits vom damaligen US-Präsident Bush als oberster Inspektor angeheuert. Seine Aufgabe war es, die Ausgaben der Bush-Administration zu überprüfen. 118 Mitarbeiter und ein Budget von 48 Millionen Dollar hatte er zur Verfügung.

Knallharter Ankläger

Zuvor machte Barofsky sich einen Namen als Strafrechtsexperte und knallharter Ankläger. Im Visier hatte er dabei Waffenschieber, Drogenhändler, Steuerflüchtlinge, Cyberkriminelle und das organisierte Verbrechen. Er gilt als sehr effizient und korrekt. Seine Mission ist es jeweils herauszufinden, wo das Geld herkommt und wo es hinfliesst.

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