Aktualisiert 12.02.2015 11:26

2014

CS schreibt Gewinn von 2,1 Milliarden Franken

Die Credit Suisse hat 2014 weniger verdient als im Vorjahr. Der Gewinnrückgang war jedoch weniger drastisch, als Analysten im Vorfeld erwarteten.

Credit-Suisse-CEO Brady Dougan.

Credit-Suisse-CEO Brady Dougan.

Die Credit Suisse hat 2014 einen Reingewinn von 2,105 Milliarden Franken erzielt. Das ist weniger als im Vorjahr. Damals schrieb die Credit Suisse 2,326 Mrd. Fr. Gewinn. Dennoch hat die Credit Suisse die Analystenschätzungen übertroffen. Diese hatten mit einem stärkeren Rückgang gerechnet.

Im Vermögensverwaltungsgeschäft ging der Vorsteuergewinn auf 2,1 Mrd. Fr. zurück. 2013 wurden in dieser Sparte noch 3,2 Mrd. Fr. Gewinn erzielt. Vor allem das zweite Quartal zog den Gewinn dieser Sparte nach unten. Damals legte die Credit Suisse den Steuerstreit mit den US-Behörden mit einer Rekordbusse bei.

Investmentbanking legte zu

Im Investmentbanking, also dem Geschäft mit Wertpapier-Emissionen und -Handel sowie Übernahme- und Fusionsberatungen, konnte die Credit Suisse dagegen zulegen. Hier steigerte sie den Vorsteuergewinn von 1,7 Mrd. Fr. auf 2,1 Mrd. Franken.

Die Credit Suisse reagiert auf den Frankenschock und will mit «umfassenden Massnahmen» die Auswirkungen des veränderten Währungs- und Zinsumfelds bis 2017 mehr als wettmachen. So kündigt die Bank zusätzliche Kosteneinsparungen von 200 Mio. Fr. an.

Dividende bleibt bei 70 Rappen

Die Dividende an die Aktionäre belässt die Grossbank unverändert bei 70 Rappen. Zu Wechseln kommt es dagegen im Verwaltungsrat. Seraina Maag werde neu zur Wahl vorgeschlagen, teilte die Grossbank mit. Dagegen würden sich Jean-Daniel Gerber und Anton van Rossum nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung stellen.

Weniger Boni

Wie der Reingewinn sind bei der Credit Suisse im vergangenen Jahr auch die Boni weniger üppig ausgefallen. Die variablen leistungsbezogenen Vergütungen fielen insgesamt um 9 Prozent tiefer aus als im Vorjahr.

Hauptgrund ist die Belastung aus der Zahlung von 2,8 Mrd. Dollar im US-Steuerstreit, wie aus dem Communiqué hervorgeht. In diesem Zusammenhängen hätten sich überdies Verwaltungsrat und Geschäftsleitung freiwillig zu einer Kürzung ihrer Vergütung bereit erklärt, hiess es.

Demnach wurde die Gesamtvergütung des Verwaltungsrates um rund 25 Prozent reduziert. Und die Boni der Mitglieder der Geschäftsleitung wurden gegenüber dem vorgesehenen Betrag um 20 Prozent verringert.

Der Vergütungsausschuss sei sich einig gewesen, dass die Zahlung im US-Steuerstreit «für die Vergütung der obersten Aufsichts- und Leitungsorgane der Gruppe Konsequenzen haben sollte», um der gemeinsamen institutionellen Verantwortung dieser Organe Rechnung zu tragen.

Kosten durch Jobauslagerungen senken

Die Credit Suisse will ihre Kosten in Zukunft senken, etwa über die Auslagerungen von Stellen von der Schweiz ins Ausland. «Es wird eine Vielzahl verschiedener Massnahmen geben», sagte Konzernchef Brady Dougan am Donnerstag vor den Medien. Einige würden Auswirkungen auf Stellen haben, andere nicht.

Es werde auch zu Verlagerungen von Stellen kommen. «Mit dem starken Franken ist es teurer, Personen in der Schweiz zu beschäftigen», sagte er. Konkrete Zahlen zu den betroffenen Stellen konnte Dougan allerdings noch nicht nennen.

(sda)

Im 4. Quartal 3 Mrd. Fr. an Geldern abgeflossen

Die Credit Suisse hat im vierten Quartal einen Geldabfluss zu verzeichnen.

Insgesamt seien 3,0 Mrd. Fr. abgezogen worden, teilte die Grossbank am Donnerstag mit.

Davon entfallen allerdings nur 0,2 Mrd. Fr. auf jenen Bereich des Vermögensverwaltungsgeschäfts, den die Credit Suisse auch in Zukunft betreiben will. Diesen bezeichnet die Grossbank als das strategische Geschäfts.

Der restliche Teil der Gelder wurde aus dem nicht strategischen Geschäft abgezogen. Darunter fallen beispielsweise die Gelder früherer Steuersünder. In der Medienmitteilung der Credit Suisse ist von Abflüssen «infolge der Regularisierung von Kundengeldern» die Rede.na

Über das gesamte letzte Jahr hat die Vermögensverwaltung der Credit Suisse jedoch 28,2 Mrd. Fr. an Neugeldern gewinnen können. 2013 war der Zufluss mit mit 32,1 Mrd. Fr. allerdings noch etwas höher gewesen.

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