CS sieht globalen Wirtschaftsaufschwun

Aktualisiert

CS sieht globalen Wirtschaftsaufschwun

Die Ökonomen und Anlagestrategen der Credit Suisse sehen Zeichen für eine andauernde globale Wirtschaftserholung.

In der Schweiz dürfte diese durch ein tief bleibendes Zinsniveau gestützt werden, wie die Credit Suisse am Dienstag mitteilte. Noch wenig Dämpfungsgefahr sieht die Grossbank durch den Ölpreis.

Für die Entwicklung des Bruttoinlandprodukts (BIP) in der Schweiz sieht Credit Suisse (CS) zwar noch eher schwarz; im Juni reduzierte sie ihre BIP-Prognose für das laufende Jahr von 1,6 auf 1,3 Prozent. Wie die Bank am Dienstag anlässlich einer Medienkonferenz zu den globalen Wirtschafts- und Finanzperspektiven für 2005/06 mitteilte, dürfte sich aber das globale Konjunkturbild nach den positiven Anzeichen im Juli in den kommenden Wochen weiter aufhellen. In den USA gewinne der private Konsum weiter an Schwung, die Unternehmensbilanzen blieben solide und das Zinsniveau werde noch eine Weile tief bleiben. Zudem zeige auch die japanische Wirtschaft deutliche Lebenszeichen.

Die Experten der CS rechnen deshalb auch weiterhin mit positiven Wirtschaftsnachrichten und einer entsprechenden Beschleunigung der Konjunktur. Sie gehen davon aus, dass die Erholung bis weit ins nächste Jahr anhalten wird.

Der hohe Ölpreis habe noch keine tiefen Spuren hinterlassen, hiess es weiter. Eine Gefährdung für die weltweite Wirtschaftsbeschleunigung sehen die CS-Fachleute erst, wenn der Preis pro Fass über 80 Dollar steigen würde. Im aktuellen Ölpreis sehen sie zudem eine relativ hohe Risikoprämie enthalten. Deshalb sei das Öl zur Zeit zu hoch bewertet.

Zwar dürften die US-Währungshüter im Zuge der Wirtschaftsbeschleunigung die Zinsen auf rund 4,5 Prozent anheben. Damit sei aber erst die Mitte einer neutralen Bandbreite erreicht. Was Europa und die Schweiz betrifft, erwarten die CS-Experten frühestens zum Jahresanfang 2006 eine Zinserhöhung, da sich die Wirtschaftserholung noch im Frühstadium befinde. Dass die Nationalbank noch vor der Europäischen Zentralbank einen Zinsschritt macht, hält die CS für unwahrscheinlich. Dem Dollar steht die CS tendenziell auch für 2006 eher positiv gegenüber, da sie mit einer Stabilisierung des amerikanischen Leistungsbilanzdefizits rechnet. (dapd)

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