Aktualisiert 21.03.2006 18:10

CS-Star-Banker Quattrone muss nicht in Knast

Ein New Yorker Berufungsgericht hat die Verurteilung des ehemaligen Star-Investmentbankers Frank Quattrone aufgehoben.

Das Gericht verwies auf Fehler bei Jury und Richter. Dies berichtete das «Wall Street Journal» am Dienstag in seiner Onlineausgabe.

Damit liegt der Fall wieder bei den Bundesstaatsanwälten. Diese müssten jetzt entscheiden, ob sie den Banker zum dritten Mal verklagen wollen. Im ersten Verfahren war die Jury zu keinem Ergebnis gekommen.

Die Verteidigung bezeichnete die Entscheidung als «wichtigen Sieg». «Mehr als drei Jahre lang habe ich während dieser schweren Prüfung meinen Kopf hoch gehalten», betonte Quattrone nach Angaben der Zeitung. Er sei unschuldig und habe niemals beabsichtigt, die Justiz zu behindern.

Der ehemalige Banker der Credit Suisse First Boston (CSFB), Quattrone (50), war im Mai 2004 wegen Justizbehinderung und Zeugenbeeinflussung verurteilt worden. Er hatte im Dezember 2000 Mitarbeiter in einer E-mail aufgefordert, ihre Dateien «zu säubern», nachdem er von einer Untersuchung über die Zuteilung von Börsengang-Angeboten seiner Firma informiert worden war.

Quattrone war auf dem Höhepunkt der Börsenhausse einer der mächtigsten Wall-Street-Banker gewesen und hatte in einem Jahr bei der damaligen Credit Suisse First Boston (CSFB) mehr als 120 Mio. Dollar (99 Mio. Euro) verdient.

Diese habe die meisten Erstemissionen von Internet-Aktien in den Jahren 1999 und 2000 durchgeführt. Vor seinem Wechsel zur CSFB habe Quattrone führende Erstemissionen wie die von Netscape Communications und Amazon.com geleitet.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.