Aktualisiert 04.08.2004 18:42

CS und Ölpreise setzen Schweizer Aktien unter Druck

Zürich Das enttäuschende Halbjahresergebnis der CS Group, der hohe Ölpreis und die schwachen ausländischen Märkte haben am Mittwoch die Schweizer Aktien unter Druck gesetzt.

Dabei konzentrierten sich die Umsätze vor allem auf die Grossbanken, hielten sich sonst jedoch in Grenzen. «Im Mittelpunkt steht klar die CS. Dort spielt die Musik», sagte ein Händler.

Der SMI schloss 1,25 Prozent tiefer bei 5518,9 Punkten. Aus charttechnischer Sicht erlaubte die Verteidigung der Unterstützung um 5510 eine Erholung in Richtung 5530/50.

Damit bliebe der SMI in seiner aktuellen Range 5500/5600. Fünf der 26 SMI Werte legten zu, 20 waren tiefer und einer notierte stabil. Der breite SPI sank 1,2 Prozent auf 4079,05 Punkte.

CS setzt Sektor unter Druck

Die Aktien der CS Group reagierten mit einem Kurseinbruch von 6,28 Prozent auf 38,80 Fr. auf den Ergebnisausweis für das zweite Quartal. Ähnlich erging es der deutschen Commerzbank, deren Ergebnis ebenfalls enttäuscht habe.

Auf den ersten Blick hätten die CS-Zahlen gut ausgesehen, aber bei einer genaueren Betrachtung sei dann allerdings mehr als ein Haar in der Suppe gefunden worden, sagten Händler. CS Group hat im zweiten Quartal mit 1,46 Mrd. Fr. nach 1,86 Mrd. im ersten Quartal zwar mehr Gewinn als erwartet erzielt.

Das nach wie vor harzig laufende Investment Banking und die Aussichten auf eine Geschäftsabschwächung im Private Banking im dritten Quartal schickten die Aktien dann auf Talfahrt.

Ein Händler verwies auf die UBS, deren Aktien 2,84 Prozent nachgaben, oder auf die Versicherer Swiss Life, Baloise und Generali, die alle stark im Leben-Geschäft aktiv seien und deren Aktien ebenfalls unter Druck standen.

Swissquote hingegen schlossen auf Vortagesniveau. Der Onlinebroker berichtete für das zweite Quartal zwar einen gegenüber dem Rekordwert des Vorquartals auf 1,6 Mrd. Fr. halbierten Gewinn.

Schwergewichte stabiler

Deutlich weniger schwach als die Finanzwerte zeigten sich die defensiven Schwergewichte. Novartis gingen knapp gehalten aus dem Handel, Roche 0,4 Prozent höher. Nestlé aber büssten 0,76 Prozent ein.

Ebenfalls recht gut hielten sich Givaudan, Syngenta, Ciba und Clariant. Clariant wird am Donnerstag zusammen mit Geberit den Zwischenbericht veröffentlichen. Clariant waren gehalten. SGS stieg gar um ein Prozent. Andere zyklische Werte wie ABB oder Swatch erlitten grössere Verluste.

Überdurchschnittliche Verluste verbuchten auch einzelne Technologiewerte wie Unaxis, Inficon, Temenos oder Swisslog. Ascom sank um 1,4 Prozent. Ascom verkauft weitere Unternehmensbereiche.

(sda)

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