CS zahlt US-Skandalbanker 120 Millionen Dollar
Aktualisiert

CS zahlt US-Skandalbanker 120 Millionen Dollar

Der frühere CS-Banker Frank Quattrone trat jubelnd aus dem Gerichtssaal. Kein Wunder: Nicht nur, dass er der US-Staatsanwaltschaft durch die Maschen schlüpfte. Die CS muss Quattrone sogar 120 Millionen Dollar zahlen.

Die Credit Suisse First Boston bezahlt ihrem Ehemaligen Starbanker Frank Quattrone 100 bis 120 Millionen Dollar - in Cash und in Aktien. Das Geld ist eine nachträgliche Entschädigung der CS, weil Quattrone 2003 vorzeitig entlassen worden war.

Der frühere Banker der damaligen Credit Suisse First Boston darf sich aber in den kommenden zwölf Monaten nichts zuschulden kommen lassen. Der 50-Jährige musste keine Schuldbekenntnisse machen, die ansonsten bei diesen Vereinbarungen üblich sind.

Er kann somit seine Wall-Street-Karriere wieder aufnehmen, was er auch tun will. In welcher Form er dies tun wird liess der jubelnde und nach dem Gerichtsauftritt strahlende Investmentbanker offen. Genug Kapital zu einer neuen Karriere hat er jedenfalls.

Interessante Pointe: Bereits zuvor bezahlte die CS 20 Millionen Dollar Verfahrenskosten an Quattrone beziehungsweise dessen Anwälte. Die arbeiteten so gut, dass es für die CS jetzt teurer als erwartet wurde.

Entlarvende E-Mail

Der einstige Star der Wall Street war während des Internet-Booms vom Ende der 90er-Jahre einer der wichtigsten Strippenzieher der US- Finanzwelt. Auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn verdiente er rund 160 Millionen Franken jährlich.

Zu Fall kam Quattrone, nachdem die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC eine Untersuchung zu mutmasslich unsauberen Praktiken beim Börsenstart von Unternehmen eingeleitet hatte. Die später erhobene Anklage gegen ihn stützt sich auf eine E-Mail, die der Investmentbanker im Dezember 2000 an Mitarbeiter geschickt hatte. Darin wies er sie angesichts der SEC-Untersuchung an, Dokumente «zu säubern».

Ein erster Prozess gegen Quattrone platzte allerdings, weil die Geschworenen sich nicht einig werden konnten. Im zweiten Verfahren wurde er dann zwar zu einer 18-monatigen Haftstrafe verurteilt; dieses Urteil wurde jedoch im vergangenen März in der Berufung wieder annulliert, weil die Jury vom Richter fehlerhafte Instruktionen erhalten haben soll. (sda)

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