CSU-Hickhack wird fortgesetzt
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CSU-Hickhack wird fortgesetzt

Im CSU-internen Machtkampf um den künftigen Parteivorsitz ist vorerst keine Einigung in Sicht.

Der scheidende Parteichef Edmund Stoiber und sein Stellvertreter Horst Seehofer äusserten zwar nach einem Treffen am Sonntagabend in München beide die Hoffnung auf eine einvernehmliche Lösung. Seehofer bekräftigte aber gleichzeitig seinen Anspruch auf eine Kandidatur. Neben dem Bundeslandwirtschaftsminister bewirbt sich auch der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber für das Amt.

Huber erneuerte ein Gesprächsangebot an seinen Kontrahenten. Er biete Partnerschaft und Zusammenarbeit an, und sei jederzeit zu einem Gespräch mit Seehofer bereit, sagte er im ZDF. Stoiber äusserte die Hoffnung, dass aus dem sich abzeichnenden Gegeneinander von Seehofer und Huber ein Miteinander werde. Das Problem könne binnen einer Wochen gelöst sein, spätestens in drei Wochen. Auch Seehofer sagte laut «Münchner Merkur», dass man eine einvernehmliche Lösung anstrebe.

Seehofer hatte Huber sowie dem designierten Ministerpräsidenten Günther Beckstein vorgeworfen, die Stoiber-Nachfolge quasi «im Hinterzimmer» unter sich aufgeteilt zu haben. Huber wies dies zurück und erklärte, es handele sich nicht um Kungelei, sondern um einen ganz normalen demokratischen Willensbildungsprozess.

Bestärkt fühlen dürfte sich Seehofer durch eine Infratest-Umfrage für die ARD, wonach 39 Prozent der Bayern und sogar 41 Prozent der CSU-Anhänger ihn als Parteichef bevorzugen. Huber kam nur auf 23 Prozent bei allen Befragten und 30 Prozent bei den CSU-Wählern. Huber zeigte sich über die Umfrage nicht beunruhigt und erklärte, Seehofer habe als Bundespolitiker einen höheren Bekanntheitsgrad. (dapd)

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